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Alltagstätigkeiten mit Proben - Sinn?

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YY:

--- Zitat von: Buddz am 10.02.2019 | 13:06 ---Der Bereich Alltagsfähigkeiten überdeckt sich zudem sehr oft mit dem Bereich Crafting, welcher in den meisten Rollenspielsystemen schlecht geregelt ist.

--- Ende Zitat ---

Das ist eine reine Geschmacksfrage. Crafting ist definitionsgemäß kleinteilig und wer das nicht mag, für den kann es keine gute Regelung geben. Andersrum ist jede schnelle, abstrakte Regelung kein "richtiges" Crafting - und das gilt genau so für die Alltagsfähigkeiten an sich.

Bleibt also:

--- Zitat von: Buddz am 10.02.2019 | 13:06 ---Die Existenz von Alltagsfähigkeiten in einem Rollenspiel verführt Spieler und Spielleitung dazu schlechte Entscheidungen für ihre Charaktere und das Spiel zu treffen.

--- Ende Zitat ---

Wie von D.Athair angesprochen: Wenn man dieses Crafting-Gefuddel und sonstiges Alltagsgedöns im Spiel haben will, weil man Spaß dran hat, muss man sich immer noch fragen, welchen spielmechanischen Stellenwert das Ganze haben soll. Man kann das ja z.B. ohne Weiteres von Kampffähigkeiten trennen, wie es z.B. Der Eine Ring macht.

Andernfalls muss ich damit leben, dass mein Zuckerbäcker zwar einmal alle 25 Sitzungen dem Fürst ein paar hervorragende Zuckerstangen kredenzen kann, aber die anderen 24 Sitzungen auf die Fresse bekommt, weil der eigentliche Spielinhalt eher Sportorken als Zuckerbäckerei ist und die zwei Fähigkeiten aus dem selben Topf bezahlt werden.


--- Zitat von: Feuersänger am 10.02.2019 | 13:33 ---Ich verstehe nicht. Rührei entsteht doch eh nur, wenn man beim Spiegelei braten gepatzt hat.  ;D

--- Ende Zitat ---

Genau das hab ich auch gedacht  ;D

Der Läuterer:
Aus meiner Sicht sind Alltagstätigkeiten mit Proben absoluter Unsinn.

Das hat auch nichts mit dem Ausspielen der Chars zu tun. Es ist schlichtweg überflüssig. Besonders deshalb, weil keine Auswirkungen damit einhergehen, die Einfluss auf den Plot haben.

Und wo, wenn denn doch, macht man da den Schnitt?
Würfelt der Char auf Kochen und die Probe misslingt, sind dann die anderen vergiftet? Kriegen sie Bauchschmerzen? Oder ist die Mahlzeit nur etwas versalzen?

Lasse ich die Chars bereits auf Klettern würfeln, wenn sie eine Leiter hochsteigen wollen?
Und lasse ich sie dann auch noch eine Probe auf Schuhe binden ablegen?

Es hängt bestimmt auch viel damit zusammen, wieviel Zeit man für eine Session hat. Und wenn man anstatt 10-12 Stunden nur noch über ein Drittel der Zeit verfügt, dann muss man Nebensächliches und andere Kinkerlitzchen streichen, wenn der Plot vorangehen soll.

Maischen:
Es geht ja nicht um den Schwierigkeitsgrad. Was eh gelingen wird, wird gelingen. Es geht darum, wie daraus der Spielspaß entstehen kann, wenn es plötzlich um kochen, tischlern, Querflöte spielen etc. geht bzw. was daraus entstehen kann. Gerade bei Cthulhu kommen Fertigkeiten ja immer sehr klischeemässig zum Einsatz - Kämpfen, Verborgenes erkennen, Bibliotheksnutzung. - Nenne mir mal ein Abenteuer, lieber Läuterer, wo zB Handwerkstätigkeitem eine gewichtige Rolle spielen. Mir fällt spontan keines ein (allenfalls Bildende Kunst, um Bilder eines wahnsinnigen besser einordnen zu können).

Maarzan:

--- Zitat von: schneeland am  9.02.2019 | 12:27 ---Meine Vermutung wäre, dass es für manche Spieler dazugehört, damit sie das Gefühl haben, einen "runden" Charakter zu spielen, der auch besondere Alltagsfähigkeiten besitzt - quasi: mein Charakter ist nicht nur eine Kampfmaschine/Zauberschleuder, sondern auch ein guter Koch/Zimmermann/Kleinkünstler.

--- Ende Zitat ---

Exakt, es unterstützt das Empfinden "drin" zu sein und ein echtes, lebendiges Teil einer imaginären Welt zu sein -> Rollenspiel halt!

Handwerk prüfen für Tische aufstellen würde ich allerdings für doch deutlich überzogen halten. Vermutlich kann das der Schimpansenvertraute des Magiers auch noch ... . Mehr IQ und in Summe damit Skill als der Barbar mit dem einzelnen Rang Holzbearbeitung hat er vermutlich ebenfalls.


--- Zitat von: Feuersänger am  9.02.2019 | 18:36 ---Lebenssimulation tut Not!

--- Ende Zitat ---
Exakt.


--- Zitat von: Feuersänger am  9.02.2019 | 18:36 ---Will sagen: Sinn macht das keinen, aber es gibt halt eben immer noch Spieler, die das so wollen, weil es ihnen intuitiv völlig klar ist, dass die Simulation dieses belanglosen Hartwurstscheiss' untrennbar zum Rollenspiel dazugehört.

--- Ende Zitat ---

Klar macht das Sinn. Nur nicht für die reinen Killbots, die den Sprung ins digitale Zeitalter verpasst haben.

Und nebenbei:
Ein in dieser Sicht runder Charakter ist dann oft nicht mehr komplett für den Kampf optimiert, aber bei einem leidlich brauchbaren Fertigkeitensystem muss er noch lange nicht völlig taktisch unbrauchbar sein.
Und je nachdem ist auch Handwerk von Abenteuernutzen -> aka mcgyvern.

Spätestens wenn die Spieler keine reinen Murderhobos mehr sind, sollte sowieso eine soziale Ebene hinzukommem, welche dann schon rein aus innerweltlichen Anlässen und Erwartungen auch nichtabenteuernden Fertigkeiten eigenes Gewicht zukommem lassen sollte - selbst wenn nicht zwingend drauf gewürfelt wird.

Eine Figur von mir war in DSA Schneider. Als Fechter konnte er sich so halbwegs halten, aber welcher anständige Adlige hat keine Frau, die gerne von der letzten Mode (und Klatsch) aus Gareth hören möchte bzw. entsprechende Änderungen an ihrer aktuellen Kleidung (später dann als Vertreter zusammen mit einer fixen Schneiderei)... . Das hat mehr als eine Tür (und Mundwerk) geöffnet. Funkltioniert natürlich auch nur in einem Spiel, wo der SL mehr als Kampfwerte vorbereitet hat.

Pyromancer:
Es ging übrigens im OP mit nichten darum, den Alltag der Charaktere auszuspielen oder auf triviale Tätigkeiten wie "Leiter hochklettern" würfeln zu lassen, sondern darum, auch mal auf Nicht-Kampf-Fertigkeiten würfeln zu lassen, wie z.B. Proben auf Handwerk um Holztische für ein Fest zusammenzusetzen. Da geht es per Definition um eine Ausnahme-Situation (=ein Fest).

Und wenn da ein Spieler im Abenteuer sagt: "Da bauen Leute ein Fest auf? Ich helf ihnen, ein paar Tische zusammen zu zimmern.", dann kann man als SL entweder sagen: "Sicher. Das klappt." (Oder: "Das klappt nicht" - wenn man ein Spieler-Kleinhalte-SL ist). Oder man sagt: "Mach mal eine einfache Probe auf Handwerk/Geschicklichkeit/Beruf: Tischler/... - Geklappt? Ok, du zimmerst ein paar ordentliche Tische." (Oder eben: "Nicht geklappt? Deine Tische sind krumm und schief.") Würfeln lassen dauert am Spieltisch zugegebenermaßen 15 Sekunden länger. Aber "Keine Zeit!!!" ist da ein eher schwaches Argument.

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