Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Alltagstätigkeiten mit Proben - Sinn?
Luxferre:
--- Zitat von: Maischen am 9.02.2019 | 12:15 ---Ich lese gerade ein Abenteuer, in dem Alltagstätigkeiten verregelt werden (zB Proben auf Handwerk um Holztische für ein Fest zusammenzusetzen). Ich frage mich gerade, worin der Spaß hierin liegen kann? Geht es nur darum, eine Probe zu machen (und dadurch evtl. die eingesetzte Fertigkeit zu steigern)? Kann es befriedigend sein, im Alltag Dinge erfolgreich zu bewerkstelligen, die zB kein Kampf sind? - Man könnte als Charakter ja einfach auch immer daneben stehen und auf die heldenhaften (wirklich spielrelevanten) Herausforderungen warten. Warum also diese Alltagsproben?
--- Ende Zitat ---
Ich las demletzt von einem Abenteuer, in dem man Bernsteinschleifen erlernen konnte. Fucking Bern-Stein-Schlei-Fen :gaga:
Dagegen ist Holzverarbeitung für Festivalsvorbereitung doch die reinste Offenbarung ...
Aber mal Butter bei die Fische (ohne den Thread in Gänze gelesen zu haben):
mir gehen schon Systeme auf den Keks, in denen man 7 verschiedene Wahrnehmungen hat. Plus den jeweiligen Sinn natürlich. Wahrnehmung "suchen", Wahrnehmung "passiv", Wahrnehmung "Hinterhalte", Wahrnehmung "Instinkt", Wahrnehmung "Investigation", Wahrnehmung "Fallen", Wahrnehmung "Kampfwahrnehmung" ... sehen, hören, tasten, schmecken, riechen (warum wird das eigentlich getrennt?), sechster Sinn ...
Bei RoleMaster haben wir sehr (SEHR!) großzügig gehausregelt. Ansonsten kommt man mit diesen Dopplungen auch wirklich nicht klar.
Und mal ehrlich "Wahrnehmung" ist für Helden eine Alltagsprobe.
Aber mal zurück zum Handwerk. Wenn das Proben-, Material- und Ausrüstungs-System umfänglich in das Regelwerk eingebettet ist und die Nutzung im Spiel auch eine Bedeutung hat, dann finde ich solche Fertigkeiten wirklich sinnvoll. Das The Witcher RSP hat da tolle Ideen!
Wenn das aber nur irgendwelche Punktefresser sind, die der SL auch beim besten Willen nicht ich sein Abenteuer einplanen kann, dann ... tja, wird das halt wegignoriert.
Deshalb habe ich das für mich mal so gelöst, dass es grob eine Handvoll an Handwerksfertigkeiten (systemübergreifend) gibt. Zum Beispiel Handwerk "Schmieden" oder Handwerk "Holzbearbeitung". Alles, was grob in diese Kategorie fällt, wird mit den vollen Punkten beprobt, alles, was irgendwie auch nur in die Nähe von einem artverwandten Handwerk kommen könnte, wird mit dem halben Punktewert beprobt. So kann ein Schmied auch Holz bearbeiten und bestimmt auch ein Wagenrad reparieren.
Was bei uns am Tisch dazu führte, dass plötzlich wieder jeder auch ein Handwerk erlernen wollte.
Issi:
Wenn ich mir jetzt überlegen müsste, welche handwerklichen Sachen ich überhaupt schon im Rollenspiel gebraucht habe, dann eher sowas wie "Fälschen" oder "Verkleiden " , oder auch "Zeichnen " (Phantom Bild undso).
Zum Schmieden und Tischlern braucht man doch jede Menge Zeit, die man im Abenteuer oft gar nicht hat.
Edit. Musizieren und Tanzen kommt ja auch ganz gut. Aber das sind jetzt nicht die klassischen Handwerks Berufe.
Achja.... und natürlich gibt es tausend und eine Möglichkeit ein Rührei zu versauen: Anbrennen, versalzen, zu trocken, zu fettig, Eierschalen Panne...... ~;D
Alexander Kalinowski:
--- Zitat von: Maischen am 9.02.2019 | 12:15 ---Ich lese gerade ein Abenteuer, in dem Alltagstätigkeiten verregelt werden (zB Proben auf Handwerk um Holztische für ein Fest zusammenzusetzen). Ich frage mich gerade, worin der Spaß hierin liegen kann?
--- Ende Zitat ---
Es ist ein Mittel damit die Spieler einen gewissen Einfluss auf die Fiktion/die Spielwelt nehmen können, auch wenn es letztlich nicht von Konsequenz ist. Wenn Spieler da Fertigkeiten haben, dann erhalten sie eben kurzfristig etwas Aufmerksamkeit und stehen im Mittelpunkt bevor es weitergeht.
nobody@home:
Und damit wären wir halt wieder beim Thema "Kleinteiligkeit". Wahrscheinlich machen mir "Alltagsproben" schon allein deswegen weniger Bauchschmerzen, weil ich mich von Systemen, die jedes Mini-Spezialgebiet extra verregeln wollen, schon lange verabschiedet habe. ;) Es ist halt leichter, hin und wieder mal auf Handwerk würfeln zu lassen, wenn's regelseitig überhaupt nur eine Fertigkeit "Handwerk" gibt und die dann vom Ikea-Möbelbau bis hin zum Bau eines funktionierenden Überlichtantriebs nach außerirdischen Blaupausen Marke "böhmisches Dorf" einfach alles abdeckt, was so mit Basteln, Bauen und Reparieren zu tun hat...
(...nein, natürlich nicht alles mit ein und demselben Schwierigkeitsgrad. ::))
Luxferre:
--- Zitat von: Issi am 11.02.2019 | 07:29 ---Zum Schmieden und Tischlern braucht man doch jede Menge Zeit, die man im Abenteuer oft gar nicht hat.
--- Ende Zitat ---
Anekdote: wir spielen eine D&D5e Kampagne und der SL .. sorry: Meister ... verlangte, dass wir die ausgewürfelten Occupations auch nehmen. Ich spiele also einen Halbelfen Paladin Wagenmacher. Zuerst kam dadurch etwas Frust auf, weil ich die Idee eines wagenmachenden Paladins echt shice finde. Aber ... ich habe das Ruder kurzerhand an mich genommen und angefangen, einen Fuhrpark zu zimmern und alle möglichen NSC zu aktivieren, um mein Fuhrmannsunternehmen zu bereichern. Mit etwas Charisma, guten Würfelwürfen, vernünftigem Rollenspiel und vielleicht etwas Goodwill vom Meister ist mein Charakter mittlerweile der reichste Bürger in einer jungen und aufstrebenden Kleinstadt. Denn wenn man sich dann noch Wegerecht, Brücken und Co unter den Nagel reißt ... >;D
Also: es kann etwas bringen. Muss man halt proaktiv nutzen.
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