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[Degnesis Rebirth Edition] Erfahrungen und Neuerscheinungen
YY:
--- Zitat von: Edler Baldur am 7.03.2019 | 13:54 ---Marke SR3? glaube ich wars, so je vier Kästchen -1
--- Ende Zitat ---
Ab SR4 ist es je -1 für alle drei Kästchen.
SR 1-3 hatten kumulativ -1 bei einem, drei und sechs Kästchen - das war dann allerdings kein Würfelabzug, sondern eine deutlich fiesere Mindestwurferhöhung. Grad die erste für "nur" eine Leichte Wunde wollte man unbedingt vermeiden.
Aber zurück zu Degenesis: ja, so was muss im Spieltest eigentlich auffallen.
Dimmel:
Irre ich mich, oder hatte das system von Degenesis nicht erstmal Fleischwunden, die keinerlei Abzug verursachen. Und davon meine ich mich zu erinnern auch eher doppelt soviel wie für kritischen Schaden (der Abzüge verursacht). Abgesehen von der Heilrate fand ich diesen Punkt nicht so schlecht gelöst, solange man kein Problem mit dem Haushalten der Trefferpunkte hat.
Kampfpudding:
Also meine Degenesis Runde hat nun bisher 3 Spieltermine gehabt und wie schon mehrere angemerkt haben sind die Regeln zwar im Grunde simpel aber in meinen Augen nur selten durchdacht.
Während des 1. Abends haben wir folgendes festgestellt:
Die Kulte sind ziemlich unausgewogen! Unsere Gruppe besteht aus einer Spitalierin, einem Hellvetiker und einem Schrotter. Der Hellvetiker hätte im Kampf vermutlich mit allem den Boden gewischt wenn nicht kurz nach Spielbeginn sein Wegbereiter kaputtgegangen wäre. Das wird vermutlich bald auch zu Problemen führen wenn das Ding wieder funktioniert und wir es dann mit stärkeren Gegnern zu tun bekommen werden..
Die Schwierigkeitstabelle ist in meinen Augen für den Allerwertesten bzw. viel zu hoch angelegt. Zwar schafft es mein Schrotter gerade so auch etwas kniffligere Aufgaben zu erledigen was Technik und Handwerk angeht aber sofern er sich nicht 40 – 60 Kilometer (Haben wir bei uns abgeändert per Hausregel) in die Wildnis begiebt um in einem Schrottfeld was zu finden wird er nix finden da man mit einem Würfelpool von 6 keine 8 Erfolge würfeln kann ;) Mittlerweile habe ich das Problem umgangen mit der Entfernung da ich einen Schrotterbuggy gekauft hab aber naja bin trotzdem kein Fan der Schrottregeln.
Mir persönlich ist das Spiel etwas zu tödlich, mein Schrotter ist am 2. Spielabend von jemanden angeschossen worden (Da er mit seinem 4er Würfelpool in Schleichen keine 4 Erfolge geworfen hat) und da der Meister sehr gut geworfen hat war mein Charakter bis auf den letzten Traumapunkt runtergeschossen worden. Nachdem die Situation sich aufgelöst hatte bestand ein Großteil meiner Antworten an dem Abend auf die Frage des SL´s was wir jetzt machen wollen aus "Nichts bzw. Ausruhen, die Trauma-Mali haben meine Würfelpools zu weit runtergefressen um gerade IRGENDWAS zu machen" Glücklicherweise haben wir eine Spitalierin dabei die meinen Char wieder hochoperiert.
Das ganze System der Charaktererschaffung finde ich auch etwas suboptimal bzw. Legt es für mich ein wenig zu sehr den Fokus auf Charakteroptimierung. Ich habe mich öfter dabei ertappt wie ich bei der Generierung meines Charakters darauf geachtet habe welche Skills mir nützen um weiter aufzusteigen im Rang und nicht welche Sinn ergeben würden für meinen Schrotter. Hätten SMV das ganze etwas freier gehalten wie beispielsweise bei Vampire: Die Maskerade wäre ich vermutlich wesentlich glücklicher, dieses Problem konnten wir allerdings auch so wie die Steigerungskosten der Attribute etc. Per Hausregeln abändern :)
Das Katharsys Regelwerk ist halt ein ungeschliffener Diamant in den man Arbeit reinstecken muss damit es wirklich flüssig läuft aber gegenüber den alten Degenesis Regeln ein deutlicher Fortschritt.
Der Große Vorteil von Degenesis sehe ich im Hintergrund der unglaublich flexibel ist und bei Gruppen die Abwechslung suchen auch dazu einlädt die Welt zu erkunden. Im Prinzip ist für jeden was dabei:
Justitian / Protektorat (Man könnte genauso Abenteuer wie bei DSA oder Shadowrun spielen)
Borca Allgemein – Mittelalter bis Mad Max Setting alles möglich
Pollen – Steinzeit-Nomadensetting wie bei Conan der Barbar mit Cronenberg Bodyhorror wie bei the Thing
Westseite Purgares – Postapocalypse ala Mad Max und an der Küste Piratensetting
Ostseite Purgare – Mittelalter Fantasy
Südfranka – Abenteuer in düsterer Sumpflandschaft wie in Lousiana bzw. Dem Bayu (Lädt gerade zu nach Horror Abenteuern ein) Dazu bieten Toulon und mit ihnen Verbündete Städte eine Aufbruchsstimmung (Genaue Beschreibung in Killing Game) und kein düsteres "Alles ist im Eimer, die Menschheit krebst nur noch ein wenig vor sich hin bis sie schließlich endgültig stirbt)
Nordwestfranka/Briton – Dark Fantasy
Hybrisspania – Entweder Abenteuer im zivilisierten Al-Andalus oder Guerillia- Kampf im Urwalddschungel gegen Africaner dazu noch Zeitreise Abenteuer.
Um mal ein paar aufzuzählen.
--- Zitat von: Dimmel am 7.03.2019 | 14:48 ---Irre ich mich, oder hatte das system von Degenesis nicht erstmal Fleischwunden, die keinerlei Abzug verursachen. Und davon meine ich mich zu erinnern auch eher doppelt soviel wie für kritischen Schaden (der Abzüge verursacht). Abgesehen von der Heilrate fand ich diesen Punkt nicht so schlecht gelöst, solange man kein Problem mit dem Haushalten der Trefferpunkte hat.
--- Ende Zitat ---
Das ist richtig zuerst kommen die Fleischwunden aber da brauchst du aus den meisten Waffen auch nur 1 - 2 Treffer kassieren bis du im Traumabereich landest sofern keine teure Rüstung vorhanden ist. Mein Char beispielsweise hat 3 Körper + 1 Härte gehabt + Gesalzene Kleidung (Rüstung 1), Geißler schießt auf meinen Char mit 1 Schuss (Würfelte 3 Trigger) und schon ist der gute Schrotter kurz vorm Löffel abgeben.
Korig:
--- Zitat von: Dimmel am 7.03.2019 | 14:48 ---Irre ich mich, oder hatte das system von Degenesis nicht erstmal Fleischwunden, die keinerlei Abzug verursachen. Und davon meine ich mich zu erinnern auch eher doppelt soviel wie für kritischen Schaden (der Abzüge verursacht). Abgesehen von der Heilrate fand ich diesen Punkt nicht so schlecht gelöst, solange man kein Problem mit dem Haushalten der Trefferpunkte hat.
--- Ende Zitat ---
Ja erstmal Fleischwunden dann Traumaschaden.
Netheliel:
Hm, aber gerade die Punkte die Kampfpudding anbringt, fallen mir schwer nachzuvollziehen.
Zum einen macht das Regelwerk von vornherein keinen Hehl daraus, dass die Kulte nicht gebalanced sind und ein Hellvetiker von Beginn an eine Kampfmaschine ist.
Es wird auch darauf eingegangen, dass Kämpfe in der Degenesis Welt tödlich und extrem gefährlich sind, sie also eher als letztes Mittel Anwendung finden sollten - sofern man keine klare Übermacht ins Feld führt.
Da stellt sich dann auch ein wenig die Frage, wieso ein Anfangscharakter direkt in eine Situation kommt, in der er einem Kämpfer-NPC gegenüber gestellt wird (Geissler), der zudem ziemlich gut ausgerüstet ist(Schusswaffe - sollten eigentlich sehr rar gesät sein) und dann noch einen Schwierigkeitsgrad von 4 bewältigen muss, was einer schwierigen Probe entspricht, zu Beginn einer Kampagne also a.e. von einem Charakter mit einer Spezialisierung in diesem Feld gelöst werden sollte.
Wenn ich die Geschichte höre "Ein Schrotter versucht sich an einem Geissler vorbeizuschleichen, wird entdeckt und beinahe getötet" muss ich erstmal sagen, dass das für mich nach einem vollkommen plausiblem Szenario klingt, was die unterschiedlichen Konzepte und Fähigkeiten der Kulte und Charaktere betrifft - so wie es eben wahrscheinlich auch von den Machern beabsichtigt war.
Und dass man in zivilisierteren Gegenden kaum hochwertige Schrottfelder findet, macht die Welt in meinen Augen eher stimmiger.
Natürlich soll jeder das System so anwenden und bespielen, wie es ihm gefällt, aber ich behaupte jetzt mal, dass das Katharsys nie als Dungeon Crawler konzipiert wurde. Kämpfe sind tödlich. Wunden heilen langsam und sind eine Qual für den Charakter. Sacrifice Everything heißt schließlich auch das Motto.
In meinen Kampagnen gibt es durchaus auch Gefechte, aber die Startcharaktere hatten zunächst mit Sipplingen zu tun, die primitive Nahkampfwaffen und vll noch nen Bogen ins Feld geführt haben. Dann kamen Gendos und dann als wir die Chance hatten uns etwas besser auszurüsten und die Charaktere zu optimieren Bleicher mit Schusswaffen.
In den bisherigen Abenteuern waren die Kämpfe rar gesät und stellten in der Regel den Höhepunkt einer Mission dar - an den sich im Zweifel auch eine längere Rekonvaleszenzphase der Charakter anschließen musste.
Was ich damit sagen will, ist, dass die genannten Beispiele "Kämpfe sind tödlich und hart" "Wunden sind eine riesige Belastung", für mich einen Teil des Flairs ausmachen und statt nur Hack'n'Slash eben mehr Rollenspiel fördern und andere Herangehensweisen als nur zu Ballern. Das muss natürlich nicht jedermanns Sache sein, aber wer mit der Einstellung an Degenesis rangeht, er wird viel Kämpfen können und damit die meiste Zeit der Spielsitzung verbringen, der wird sicherlich enttäuscht werden und sollte vll nach Wegen im Setting und System suchen, wie er mehr aus dem Ganzen ziehen kann, z.B. eben über rollenspielerische Maßnahmen.
Eine ganz andere Frage noch @Kampfpudding: wie konntest du dir denn den Buggy so früh leisten? :o
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