Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
Schlechtestes System, das ihr gespielt und/oder gelesen habt?
Alexandro:
Ist also die klassische MinMaxer-Paranoia: es spielt keine Rolle, dass man auch ohne den Bonus schon ausreichend kompetent ist, solange es noch einen Bonus gibt, den man noch nicht ausgereizt hat, muss man den auch noch mitnehmen. >;D
Kann man nichts machen (außer sich eine Runde zu suchen, wo die Leute entspannter sind).
Crimson King:
--- Zitat von: D. Athair am 22.07.2019 | 12:29 ---Das hängt mit verschiedenen Dingen zusammen, würde ich sagen:
1) Das sind "catch'em all" Systeme. Eierlegende Wollmilchsäue. Spiele, die allen Interessenten Versprechen machen, die sie nicht einlösen können (weil das mit Spielstilbeschränkung, Aussortieren unpassender Mitspielenden, funktionalen Regeln nicht klappt).
2) Illus ... und andere Goodies wie Metaplot, Romane, In-Game Büchlein, Merchandise ... damit schafft man außerhalb des Spielbetriebs Bindung.
3) Die Autoren halten ihre Ziele und ihren ursprünglichen Impuls - zum Zwecke von Zugänglichkeit und Vermarktbarkeit - nicht durch.
Kurz: Wer ein Produkt erwirbt, das alle durchschnittlichen Benutzer irgendwie bedienen soll, bekommt nur ganz selten gutes Design.
Einfach weil "Durchschnitt" viele faule Kompromisse erfordert. Wenn man "special interest" auch noch verwurstet, werden die faulen Kompromisse uferlos.
Drum gibt es ja bei erfolgreichen Mainstream-RPG-Runden v.a. zwei Phänomene.
A) Dass sie nicht funktionieren und die Leute aufhören oder sich was anderes suchen.
B) Dass die vielen Mühen der Anpassung des System an die Gruppe gegangen werden und stabile, langjährige monokulturelle Runden entstehen.
C) Dass sich über Abenteuer dann doch bestimmte Spielweisen durchsetzen, die eigentlich von den Regeln nicht fokussiert werden (das können Sightseeing/Erzählonkel-RPG sein, das kann Barbiespiel sein, ...).
Besonders deutlich ist das mMn bei DSA.
--- Ende Zitat ---
Grundsätzlich sollte man ja erwarten, dass Mainstream-Syteme, die möglichst viele Spieler ansprechen wollen, zwar unfokussiert und selten ideal sind, aber halt auch nicht wirklich dysfunktional und scheiße, sprich, auch wenn die Systeme nicht gut sind, ist davon auszugehen, dass die meisten schon mal Schlechteres gesehen haben.
Seltsamerweise haben aber zumindest einige sehr große Systeme objektiv üble Kinken, die eigentlich nicht notwendig sind und nicht sein dürften.
Hotzenplot:
--- Zitat von: Crimson King am 22.07.2019 | 15:27 ---Seltsamerweise haben aber zumindest einige sehr große Systeme objektiv üble Kinken, die eigentlich nicht notwendig sind und nicht sein dürften.
--- Ende Zitat ---
Weiterhin OT: Stimmt. Zumindest von DSA kann ich behaupten, dass insbesondere bei DSA 4 so viele Autoren am Regelkomplex herumgepfuscht gearbeitet haben, dass dies zu schlechtem Regeldesign führte - das ist jedenfalls einer der Gründe. "Kleine" und/oder unkomplexe Systeme haben diese Problematik nicht (so stark).
First Orko:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Einen fragwürdigen "Ehrenplatz" mit dem Aspekt "Über die Dauer so nervtötend, dass ich darum einen immer größeren Bogen mache" haben sich bei mir W100-Systeme erarbeitet! Da schaue ich insbesondere auf Cthulhu, Private Eye und seit kurzem auch Runequest, weil die alle dasselbe Geschwür tragen: W100 mit zu vielen Skills auf zu schlechten Werten.
Echt mal: Elendig lange Fertigkeitslisten und dazu nicht genug Punkte, um wenigstens die Basis-Skills für meinen Beruf auf 75% zu drücken und dann noch was frei zu haben - was soll das??
Ich hatte vor kurzem die willkommene Gelegenheit, einmal Runequest Gloranta (glaub ich. Oder Heroquest? Oder Glorantaquest? Blicke da nach wie vor nicht durch... das mit W100 halt) auszuprobieren. Und so charmant ich auch die Runenmagie das ganze drumherum mit dem göttliche Zeichen-Ding (oder wie das hieß) finde... sobald man mir sagt, mein (Quickstarter-) Charakter wäre eine kompetente Person in der Story und hätte ein gewisses Ansehen aber einer meiner Kernskills ist ~30% - da setzt es bei mir aus, das kann ich nicht mehr ernst nehmen!
Und das war die vom Verlag erstellte, das stellen die sich als Default so vor! wtf? ::) :P
Einzige, aber auch wirklich EINZIGE Ausnahme davon: Warhamemr Fantasy, was eben diese Inkompetenz durch Abgefucktheit wettmacht und zum Prinzip erhebt.
Alles Andere: Geh mir weg! Steigerungen mit popeligen 1 oder *lechz* 5% auf nem Wert drauf? Boaahh..wooow! Das merk ich bestimmt VOLL! Verteilung von 250 Punkten und eine Auswahl von gefühlt genauso viel Fertigkeiten...? Was soll das?! Wollen so viele Leute wahlweise inkompetente Schwachmaten oder wahlweise Autisten mit Inselbegabung spielen?
Nee, sorry. Da bekommt mich keiner hin. Ich will einen Charakter, der nicht in >50% der Fälle die Probe für seine Kernqualifikation versiebt...
So, habe fertig ^-^
Alexandro:
Kann ich verstehen, meide diese Systeme aus etwa den gleichen Gründen (löbliche Ausnahmen: Harnmaster und FTHAGN).
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