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Cyberpunk Red

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Kaskantor:
Ja schon etwas depremierend zu lesen, zumal ich gerade eine Kampagne für Red schustern möchte.

Zum realweltlichen Vergleich muss ich sagen, dass ich das garnicht so 100% in Rollenspielen möchte.
Es soll schon noch einen Unterschied machen, ob ich gerade ein RSP spiele oder eben die Nachrichten schaue etc.

Wegen den Killerdronen, klar wäre das einfacher.
Aber man könnte solche Einsätze auch sehr selten werden lassen, da es vielleicht einfach günstiger ist einen Solo für einen Flatline anzuheuern und zudem könnte so eine militärische Drone etwas viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen etc.

Auch heutzutage wird nicht für jedes Ziel gleich eine Drone losgeschickt.

Und in CP gibt es auch EMP-Waffen, glaube ich zumindest:).

10aufmW30:

--- Zitat von: Kaskantor am  4.01.2021 | 15:46 ---Ja schon etwas depremierend zu lesen, zumal ich gerade eine Kampagne für Red schustern möchte.

--- Ende Zitat ---

Das bestärkt mich darin es nicht detailierter zu lesen.  ::)


--- Zitat von: Kaskantor am  4.01.2021 | 15:46 ---Und in CP gibt es auch EMP-Waffen, glaube ich zumindest:).

--- Ende Zitat ---

Jein, RAW das ist eine recht teurere Munitionsoption, die aber nur mit Granaten kombiniert werden kann.

Und Vorsicht EMP-Gewebe für 10eb hilft da nix :D Ich denke, dass soll auch keine Alltags-Option sein. Alleine schon der energetische Aufwand macht das als Pistolenversion schwierig.

YY:

--- Zitat von: Blechpirat am  4.01.2021 | 12:43 ---Ich habe meine Gedanken mal hier gepostet: https://www.cyberpunk2020.de/2020/12/30/im-jahr-2020/

--- Ende Zitat ---

"Es war kein Gewinn, 92 Fertigkeiten zu haben (und zur Neuerfindung weiterer Fertigkeiten einzuladen), niemand braucht die Trennung von Verfolgen und Abschütteln eines Verfolgers in zwei Fertigkeiten, und genaue Regeln für jedes Pistolenkaliber und jeden Munitonstyp mit unterschiedlicher Wirksamkeit gegen die drei unterschiedlich modellierten Panzerungstypen führen nicht zu spektakulären, sondern zu zähen und langsamen Kämpfen."

Genau das hat Mike ja auch geändert - er macht aber eben "nur" das alte Konzept etwas stromlinienförmiger. Es ist immer noch das gleiche Spiel. Vielleicht sogar etwas zu sehr für eine "wirklich" neue Edition (Zarkov hat es in Sachen Spielmechanik vor Kurzem scherzhaft, aber zutreffend als CP2023 bezeichnet); aber dass man sich nach dem kolossalen Flop von CP V3.0 wieder auf die alten Stärken besinnt und eben nicht ins gleiche Horn stößt wie die Unzahl an Indie-Cyberpunkspielen, ist mMn wenig verwunderlich.

Ohnehin sage ich: Es gibt viel zu wenige gelungene "klassische" Spiele im Cyberpunk-Setting, da ist CP Red ein seltener und willkommener Lichtblick. Noch mehr Genre-Simulation "genau auf den Punkt" brauche ich nicht - dann lieber mal wieder mehr Spielwiese und Beinfreiheit bei der Frage, was ich denn damit genau wie spielen will.

Da gehört dann z.B. auch "Protect & Serve" hin: Wer keine Polizeikampagne spielen will, für den ist das (natürlich) nichts. Wie viele andere Zusatzbücher ist das ein weiteres Angebot, eine andere Perspektive und kein weiterer Baustein in einem komplett konsistenten und in sich geschlossenen einzelnen Setting-/Weltbild. Da macht es auch nichts, dass sich einzelne davon mehr oder weniger gegenseitig ausschließen.



Deine zynischen Schlussfolgerungen über die Rollen und ihre politischen Bezüge habe ich damals schon gezogen; daher ist es zwar um so bemerkenswerter, dass ich bei fast allen deinen Punkten im Hinblick auf die reale Welt widersprechen würde, aber da kommen wir wohl einfach nicht zusammen (oder bräuchten dafür zumindest einen anderen Rahmen als dieses Forum).

Trotzdem zum Setting: Dass man das Setting vom Stand von CP2020 aus weiterentwickelt hat, statt eine notdürftig "aktualisierte" Zukunftsvision von heute bis 2045 zu spannen, tut dem Spiel mMn enorm gut.
Wer Realweltbezüge sucht, findet sie immer noch in rauhen Mengen, aber man kann die Schwerpunkte auch leicht anderswo setzen. Dieses Breite, Vielfältige, leicht Verzettelte ist ja gerade der Vorteil "klassischer" Rollenspiele in Abgrenzung zu den i.d.R. extrem spezialisierten Indies.



Edit: Ha, einen hab ich noch, nämlich in Sachen Spielmechanik.
Das alte System hatte durch die Vielzahl an Modifikatoren einen wesentlich größeren Einfluss von Können, Taktik, Vorbereitung etc. pp. in Relation zum Zufallselement. Das war also grundsätzlich schon für die Darstellung von "Profis" geeignet, wenn man als kleine Modifikation z.B. entweder
die Sondereffekte von 1 und 10 weg ließ,
den W10 an der Stelle durch 2W6 ersetzte und die Zufallseffekte auf 2 und 12 schob,
oder das Lokations- und Wundsystem modifizierte (denn das einzige echte Problem an der Gesamtkonstellation war die sehr große relative Häufigkeit von Kopftreffern durch irgendwelche Stümper).

CP Red hat sich für letzteres entschieden und es funktioniert damit genau so einwandfrei wie es damals für CP2020 funktioniert hat - auch wenn der Wegfall der allermeisten situativen Modifikatoren den Taktikanteil begrenzt. Das wird durch die Etablierung von HP als einer zentralen Kampfressource (also ganz anders als in CP2020) ausgeglichen.

Blechpirat:

--- Zitat von: YY am  4.01.2021 | 16:33 ---Da gehört dann z.B. auch "Protect & Serve" hin: Wer keine Polizeikampagne spielen will, für den ist das (natürlich) nichts. Wie viele andere Zusatzbücher ist das ein weiteres Angebot, eine andere Perspektive und kein weiterer Baustein in einem komplett konsistenten und in sich geschlossenen einzelnen Setting-/Weltbild. Da macht es auch nichts, dass sich einzelne davon mehr oder weniger gegenseitig ausschließen.

--- Ende Zitat ---
Gerade der letzte Satz widerspricht meiner Erwartung an Rollenspielweltendesign diametral.

Es ist aber viel schlimmer: :D - das GRW teasert an, dass Polizeigewalt (und die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Themen) Inhalt des Spiels sein sollen. Protect & Serve ist aber eine Gewalt- und Machtfantasie, die eher so ein "Black Hawk Down" Feeling vermittelt, in der der schwer bewaffnete und gepanzerte, aber zahlenmäßig unterlegene Polizisten mit harter Hand gegen die brutalen "Bösen" vorgehen. Da haben Judge Dredd und Robocop mehr Differenzierung geboten.


--- Zitat von: YY am  4.01.2021 | 16:33 ---Deine zynischen Schlussfolgerungen über die Rollen und ihre politischen Bezüge habe ich damals schon gezogen; daher ist es zwar um so bemerkenswerter, dass ich bei fast allen deinen Punkten im Hinblick auf die reale Welt widersprechen würde, aber da kommen wir wohl einfach nicht zusammen (oder bräuchten dafür zumindest einen anderen Rahmen als dieses Forum).

--- Ende Zitat ---
Deine Frau hat ja noch eine Flasche Schnaps für mich rumliegen. Die können wir ja auf dem nächsten Treffen mal als Gesprächsgrundlage verwenden :)

YY:

--- Zitat von: Blechpirat am  4.01.2021 | 18:40 ---das GRW teasert an, dass Polizeigewalt (und die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Themen) Inhalt des Spiels sein sollen.

--- Ende Zitat ---

Das teasert es aber auch wirklich nur ganz am Rande an - da kann man mehr draus machen, wenn man will.
Aber wenn man will, findet man auch in Protect & Serve entsprechende Zwischentöne; ja, die sind ganz am Rande und man muss sie mit der Lupe suchen, aber mMn ist das kein so großartiger Unterschied zum GRW (man betrachte sich dort mal die Präsentation der Cop-Rolle und die Cop-Kampagne bei den SL-Tipps). Erst recht nicht, wenn man im Hinterkopf behält, dass Protect & Serve von anderen Autoren ist.



--- Zitat von: Blechpirat am  4.01.2021 | 18:40 ---Deine Frau hat ja noch eine Flasche Schnaps für mich rumliegen. Die können wir ja auf dem nächsten Treffen mal als Gesprächsgrundlage verwenden :)

--- Ende Zitat ---

Erinner mich zu gegebener Zeit dran, dann a) bringe ich den Schnaps mit und b) schreibe ich Stichwortzettel, damit das auch auf der zweiten Flaschenhälfte noch irgendwie funktioniert ;D

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