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Systemexperten: Unterschiede zwischen DSA und D&D

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takti der blonde?:

--- Zitat von: korknadel am 12.09.2019 | 07:43 ---Und Pluralität darf auch gerne sein, darum gibt es ja auch mehrere Antwortende.
--- Ende Zitat ---

Ich finde Pluralität super. Mich nervt es nur wieder, dass selbst- und fremdernannte "Helfer" bestimmte Perspektiven nach vermeintlich "sachlich" und "unsachlich" trennen. Nichts an einer solchen Trennung ist derart banal wie getan wird. Der letzte Beitrag von aikar ist ein Kammerstück, das eingeleitet wird mit


--- Zitat von: aikar ---hier mal der Versuch einer möglichst objektiven Zusammenfassung
--- Ende Zitat ---

nur um dann zu hänebuchern:


--- Zitat von: aikar ---D&D5 ist stärker auf Kampf ausgerichtet als DSA. Während DSA es erlaubt, auch Charaktere zu bauen, die nichts mit dem Kampf zu tun haben (Rahja-Geweihte, Händler,...) sind bei D&D alle Klassen und praktisch alle Fähigkeiten und Zauber auf ihre Tauglichkeit im Kampf ausgerichtet.
--- Ende Zitat ---

Z.b. kann ich sehr gut eine Rahja-Geweihte in D&D 5e bauen, die keine einzige spezielle Fertigkeit besitzt, die Schaden anrichtet (als Lore Bard z.B.). Beide Systeme sind "kampflastig" in dem Sinne als dass das Kampfsystem einen großen Teil des Regeltextes ausmacht im Vergleich zu anderen Beschäftigungsfeldern wie z.B. das Handeln, Kaufen und Verkaufen von Produkten. Das gilt für beide Systeme. Oder kann ich neuerdings mit DSA den Verkauf meines selbsgeklöppelten Tulamiden-Teppichs ähnlich detailliert von Regelseite ausspielen wie meinen Kampf, um überhaupt genug Tulamiden-Skalpe für besagten Teppich zusammenzukriegen?

Das Ganze wird gekrönt von Unwahrheiten bzw. zumindest sehr irreführenden Aussagen wie:


--- Zitat von: aikar ---D&D ist zumindest in der fünften Edition ein sehr generisches Fantasy-System.
--- Ende Zitat ---

Dabei ist als "default setting" das (planare) Multiverse angelegt und beschrieben. Und ob z.B. Greyhawk oder die Forgotten Realms als quasi "trope namer" es verdient haben als "generisch" abgestuft zu werfen, lässt sich kontrovers diskutieren. Ebenso, ob Spelljammer, Planescape, Ravnica oder die Welt von Eberron "generisch" seien. Gerade im Vergleich zu DSA.


--- Zitat von: korknadel ---es geht um Tendenzen aufgrund von Erfahrungen.
--- Ende Zitat ---

Ja, aber nicht alle Erfahrungen werden anständig reflektiert und die formulierten Thesen daraufhin sind sehr gewagt.


--- Zitat von: korknadel ---Die meisten von uns dürften doch schon einige Spielrunden gebraucht haben, bis wir uns überhaupt überlegt haben, dass die Schnelligkeit von Regelabwicklung ein Kriterium bei der Spielauswahl sein kann.
--- Ende Zitat ---

Der Unterschied im "abhandeln" der Würfelwürfe wäre jedoch ein sehr ...greifbarer. ;) Und geht es nicht eben auch darum, Einsteigern/Neulingen Perspektiven aufzuzeigen, auf die er selbst nicht kommt/kommen kann, ob seines (noch) limitierten RPG-Horizonts?

Zusammgefasst: Mich stören weniger die vielen tendenziösen Statements, sondern die unreflektierte Art in der andere Meinungen abgekanzelt werden und die eigenen unreflektiert als "möglichst objektiv" dargestellt werden. Oder muss die Erkenntnis sein, dass die Möglichkeiten der Leute objektiv zu schreiben deutlich begrenzter sind als von ihnen angenommen?

Grüße

Hasran

Edit: Zitaten Autoren zugeordnet.

Achamanian:

--- Zitat von: hassran am 12.09.2019 | 11:54 ---Und ob z.B. Greyhawk oder die Forgotten Realms als quasi "trope namer" es verdient haben als "generisch" abgestuft zu werfen, lässt sich kontrovers diskutieren. Ebenso, ob Spelljammer, Planescape, Ravnica oder die Welt von Eberron "generisch" seien. Gerade im Vergleich zu DSA.

--- Ende Zitat ---

Der Begriff "generisch" bedeutet nicht "klischeehaft", sondern verweist eher auf eine breite Anwendbarkeit auf eine ganze Klasse. DSA ist nicht generisch, weil es "as written" erst einmal nur sinnvoll auf Aventurien anwendbar ist - unabhängig davon, wie klischeehaft Aventurien als Fantasywelt ist (okay, die Klischeehaftigkeit von Aventurien macht DSA natürlich doch wieder ein bisschen generischer, weil man halt Elfen und Zwerge "wie man sie kennt" zur Verfügung hat).
D&D ist dagegen explizit darauf ausgelegt, auf alle Welten angewendet zu werden, für die es das nötige Motiv- und Figureninventar bereitstellt. Es ist generisch, weil es eine ganze Klasse von Welten abdeckt, nämlich so ziemlich alles, was unter "High Fantasy" läuft, und noch einiges darüber hinaus, wenn man es hinreichend anpasst (siehe Adventures in Middle-Earth oder SF-Adaptionen). Deshalb ist das Default Setting ja auch ein Multiversum.

Ich sehe den Begriff "generisch" nicht als abwertend. GURPS, das sich ja auf die Fahnen geschrieben hat, so breit anwendbar zu sein wie möglich, führt "generic" mit gutem Grund ja sogar im Namen.



--- Zitat ---Und geht es nicht eben auch darum, Einsteigern/Neulingen Perspektiven aufzuzeigen, auf die er selbst nicht kommt/kommen kann, ob seines (noch) limitierten RPG-Horizonts?
--- Ende Zitat ---

Den Ansatz halte ich für wenig sinnvoll. Die Einsteiger legen die Kriterien an, die ihnen wichtig sind, und wenn das Kriterium "DRACHEN!" lautet, wozu ihm das ausreden? Dann informiert man lieber darüber, in welchen Settings und Regelsystemen Drachen in welcher Weise vorkommen, damit der fiktive Einsteiger sich überlegen kann, was ihn davon interessiert und was nicht - anstatt ihm zu sagen: "Nimm bloß das Spiel mit der optimalen Würfelzeit-Ökonomie, hier habe ich das ausgerechnet!"

takti der blonde?:

--- Zitat von: Rumpel am 12.09.2019 | 12:04 ---Der Begriff "generisch" bedeutet nicht "klischeehaft", sondern verweist eher auf eine breite Anwendbarkeit auf eine ganze Klasse. DSA ist nicht generisch, weil es "as written" erst einmal nur sinnvoll auf Aventurien anwendbar ist - unabhängig davon, wie klischeehaft Aventurien als Fantasywelt ist (okay, die Klischeehaftigkeit von Aventurien macht DSA natürlich doch wieder ein bisschen generischer, weil man halt Elfen und Zwerge "wie man sie kennt" zur Verfügung hat).
D&D ist dagegen explizit darauf ausgelegt, auf alle Welten angewendet zu werden, für die es das nötige Motiv- und Figureninventar bereitstellt. Es ist generisch, weil es eine ganze Klasse von Welten abdeckt, nämlich so ziemlich alles, was unter "High Fantasy" läuft, und noch einiges darüber hinaus, wenn man es hinreichend anpasst (siehe Adventures in Middle-Earth oder SF-Adaptionen). Deshalb ist das Default Setting ja auch ein Multiversum.

Ich sehe den Begriff "generisch" nicht als abwertend. GURPS, das sich ja auf die Fahnen geschrieben hat, so breit anwendbar zu sein wie möglich, führt "generic" mit gutem Grund ja sogar im Namen.

--- Ende Zitat ---

Sicherlich richtig. Trotzdem machen die Regeln gewisse Grundannahmen, die dann gerne "multiversums-spezifisch" heißen dürfen. So ließe sich vermutlich die Art und Weise wie klerikale Magie in Aventurien funktioniert nur mehr schlecht als recht mit hilfe der D&D Regeln abbilden. Anders als z.B. GURPS, das tatsächlich generisch ist.

Ob generisch in diesem Kontext abwertend ist, hängt stark von den Lesenden ab. Aber das ist ja ohnehin meine zentrale These. Der Ruf nach "Objektivität" verhallt in den unendlichen Weiten der Postmoderne. ;)

Grüße

Hasran

takti der blonde?:

--- Zitat von: Auribiel am 12.09.2019 | 12:07 ---Ketzerischer Weise bin ich dafür, alle anderen Beiträge zu löschen und nur aikars Übersicht stehen zu lassen.

Ich hoffe jedenfalls, dass sich Bee nicht von den Grabenkämpfen hier direkt abgeschreckt fühlt.

--- Ende Zitat ---

aikars Sicht der Dinge ist eben (nur) jenes: seine Sicht. Sie lässt sich kontrovers und sachlich diskutieren, ist aber bei weitem keine sondlich ausgewogene "review" des Themas.

Ich hoffe Bee sieht es nicht als Grabenkämpfe, sondern wie vielfältig die Perspektiven auf und innerhalb des Hobbies sein können.

Grüße

Hasran

korknadel:

--- Zitat von: hassran am 12.09.2019 | 11:54 ---Z.b. kann ich sehr gut eine Rahja-Geweihte in D&D 5e bauen, die keine einzige spezielle Fertigkeit besitzt, die Schaden anrichtet (als Lore Bard z.B.). Beide Systeme sind "kampflastig" in dem Sinne als dass das Kampfsystem einen großen Teil des Regeltextes ausmacht im Vergleich zu anderen Beschäftigungsfeldern wie z.B. das Handeln, Kaufen und Verkaufen von Produkten. Das gilt für beide Systeme. Oder kann ich neuerdings mit DSA den Verkauf meines selbsgeklöppelten Tulamiden-Teppichs ähnlich detailliert von Regelseite ausspielen wie meinen Kampf, um überhaupt genug Tulamiden-Skalpe für besagten Teppich zusammenzukriegen?

--- Ende Zitat ---

Natürlich kannst Du bei DSA -- zumindest ging das bei DSA4 -- den Verkauf Deiner Waren genauso detailliert abhandeln wie einen Kampf, es gibt für DSA sogar einen Regelband zu sexuellen Betätigungen!

Und Du hängst dich da leider an Spitzfindigkeiten auf. Nur weil ich, aikar und ein paar andere hier feststellen, dass D&D5 eher für Kampf designt ist, heißt das doch nicht, dass man bei D&D IMMER und NUR KÄMPFT und dass bei DSA NIE und absolut GAR NICHT gekämpft wird.

Im Dungeon Master Guide finden sich Tipps, wie man sein eigenes Setting bauen kann, Multiverse hin oder her. Im GRW von DSA findet sich Derartiges nicht, weil DSA eben ausschließlich für Aventurien vorgesehen ist, das wird von der ersten Seite an so kommuniziert. Und deshalb gibt es auch keine tausend Drittanbieter, die SF-, Cthulhu-, Dark Fantasy-, Plüschtier- oder sonst irgendwelche Settings für die Regelengine DSA5 anbieten, für D&D gibt es die aber sehr wohl und massenweise. (Das liegt auch an der Lizenz von Ulisses, aber DSA hat eben auch gar kein Interesse daran, "generisch" zu sein im Gegensatz zu D&D). Dieser Unterschied lässt sich doch nicht wegreden, wobei ich Dir die Freude nicht nehmen möchte, Dich an einzelnen Begriffen, fehlenden Kommas und postmodernen Verwirrungen aufzuhängen.  ;)

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