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Wahrnehmung... und wie diese wahrgenommen wird

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Der Läuterer:
Es gab i.B.a. Wahrnehmung schon sehr spezielle Momente in meine RPG Historie.
Ich erinnere mich an ein orange-farbenes Schwert, das heftig Schaden verursachte, als es angefasst wurde, weil es noch glühte.
So etwas vergisst man wirklich nie und es hat seine humoristische Note.

Ich bin ein aktiver Spieler.
Als solcher möchte ich nicht, nur weil ich vielleicht den höchsten Wert in einem bestimmten Bereich habe, schlicht über irgendwelche Fakten informiert werden. Ich möchte mir das erarbeiten können.

Kommt mein Char in einen halb durchwühlten Raum, dann möchte ich die Schlüsse ziehen können.
Entweder hat der Täter gefunden, was er suchte oder er wurde gestört und musste seine Suche abbrechen. Die reine Präsentation des Ergebnisses wäre mir persönlich viel zu wenig.

Boba Fett:
Wenn man Wert auf Plausibilität legt:

Wahrnehmung ist grundsätzlich trainierbar und extrem spezialisierbar.
Aber Wahrnehmung ist auch etwas, das jeder mehr oder minder besitzt.
Außerdem lassen sich Wahrnehmungen durch äußere Umstände massiv beeinflussen.

Dementsprechend sollte es einen soliden Grundwert haben, aber durch spezialisierte Fertigkeiten zu verbessern sein.
Die Wahrscheinlichkeitskurve bei der Verbesserung sollte steil beginnen, aber schnell abflachen (e-Funktion).

Wenn man es nicht plausibel haben muß, dann sollte man auf 1of3 hören - und dann macht das Gumshoe System sehr vieles richtig.

Rhylthar:

--- Zitat ---Wahrnehmung ist grundsätzlich trainierbar und extrem spezialisierbar.
Aber Wahrnehmung ist auch etwas, das jeder mehr oder minder besitzt.
Außerdem lassen sich Wahrnehmungen durch äußere Umstände massiv beeinflussen.
--- Ende Zitat ---
Passt auf D&D 5E ganz gut. Dort hat man aktive Wahrnehmung (die also vom SC gesteuert wird), passive Warnehmung (i. S. v. "Im Vorbeigehen") und eben (indirekte) Modifikatoren für die Umstände.

Hilft durchaus auch am Tisch, weil das Phänomen "SL lässt Spieler auf Wahrnehmung würfeln und dieser verpatzt den Wurf..."da muss doch was sein, kann ich nochmal?" durchaus mit der passiven Fähigkeit verhindert werden kann. Nur ist das die Fähigkeit "Wahrnehmung" dort auch sehr grob gekörnt.

Quaint:
Naja, das kommt ja auch drauf an, wie detailliert und komplex man es haben möchte. Eine einzelne Fertigkeit, mit der man Dinge wahrnimmt, ist halt schön einfach. Dass das dann an anderer Stelle Nachteile hat, dürfte klar sein.

Wenn man es denn komplexer haben möchte, kann Wahrnehmung als Attribut sinnvoll sein, den dann kann man sie ja ganz klassisch mit verschiedenen Fertigkeiten kombinieren für etwas nuanciertere Proben.

Also etwa
Wahrnehmung + Empathie : Auf wen steht Lucy?
Wahrnehmung + Wachsamkeit : Sind da Orks im Gebüsch?
Wahrnehmung + Diebestalente : Wie ist dieser Ort gesichert? Wo sind Kameras oder Fallen? Gibt es Lücken im Patrouillenschema der Wachen?
Wahrnehmung + Okkultismus: Was für einen Zauber hat der Kultist da gerade aufgesagt?
Wahrnehmung + Wildnisleben: Gibt es hier Fußspuren? Was möchte mir das Tier mit dieser Körperhaltung sagen?

etc.

Holothuroid:

--- Zitat von: Weltengeist am  5.10.2019 | 09:30 ---Außerdem gilt natürlich immer noch: Wenn dein Char an der richtigen Stelle nachschaut, dann findet er natürlich auch was und muss nicht würfeln.
--- Ende Zitat ---

Das scheint mir eben schon eine Form fortgeschrittenen Geheimwissens zu sein. Über lange Jahre meiner Rollenspielerschaft wusste ich darum nicht. Das ist halt das, was ich mit Design meine. Das Spiel muss dir förmlich ins Gesicht springen, damit wie es richtig gespielt werden möchte. Und wenn eben Wahrnehmung auf dem Charakterblatt steht und als generelle Regel gilt: "Gewürfelt wird, wenn die Charaktere etwas Schwieriges tun.", dann ist doch ganz klar, dass der Char auch würfeln muss, wenn er an der "richtigen Stelle" nachschaut, weil das ja sicherlich schwierig ist, immerhin gibt es einen Spielwert dafür. Wir müssen uns also insbesondere von diesem "Würfeln, wenn was schwierig ist" verabschieden, weil das eine zirkuläre Definition ist.

Zu dieser Problematik trägt die Wahrnehmung bei, wenn man Attribute und Fertigkeiten primär als Ausdruck der Charakterkompetenz versteht. Dabei sind sie aus Sicht des Spiels lediglich Input-Werte für irgendwelche Prozesse. Sie könnten auch ganz anders heißen oder anders angeordnet sein. Und ich ordne und benenne sie eben so, bis diejenigen Assoziationen über die Spielwelt und das angestrebte Genre entstehen, die ich haben will. Also wenn z.B. so Wuxia gespielt wird, dann müssen wir natürlich kommunizieren, dass man in diesen Werten noch viel, viel besser werden kann. Zugegeben trainiert man dann auch Langlebigkeit und Fliegen auf Schwertern.

@Quaint: Spielwerte addieren, um einen effektiven Wert zu bekommen, ist in den allermeisten Fällen, insbesondere in der guten alten WoD-Konfiguration, keine wirklich gute Idee. Aber das ist ein anderes Thema.

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