Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen
[Rant] Schlechte Regelwerke
YY:
--- Zitat von: Alexandro am 16.12.2019 | 00:24 ---Von welchem KoSim jetzt?
--- Ende Zitat ---
Kriegsspiel - davon war doch die Rede.
--- Zitat von: Alexandro am 16.12.2019 | 00:24 ---Welches von denen simuliert jetzt "richtig" und welche simulieren "falsch" (denn alle können gar nicht richtig liegen - dafür sind sie zu unterschiedlich).
--- Ende Zitat ---
(auch @Thaddeus:)
Natürlich sind alle Modelle und Simulationen nur Näherungen und rücken verschiedene Aspekte in den Fokus.
Die gibt es nicht nur in unterschiedlich komplex, sondern auch schlicht in gut und weniger gut gelungen (und man sollte Modelle mMn durchaus daran messen, dass sie mit möglichst wenig Aufwand gute bis sehr gute Näherungen/Abbildungen erreichen).
Aber der Umstand, dass kein Modell jemals perfekt sein kann, berechtigt nicht zur Schlussfolgerung, dass alle Modelle und alle Simulationsversuche zwingend immer Unsinn sind.
Der Grundfehler - und damit sind wir wieder beim Eingangsbeitrag - ist vielmehr der, dass sich die Autoren vieler Systeme nicht ausreichend klar gemacht haben, was überhaupt wie modelliert werden soll. Wenn man dann einfach mehr oder weniger ziellos vor sich hin werkelt, kommt auch nichts Brauchbares rum.
--- Zitat von: Chiarina am 16.12.2019 | 01:00 ---In der Zeit, in der ich diese Diskussion mitverfolge, dann auch noch eigene nutzlose Beiträge verfasse und hinterher den Eindruck gewinnen kann, dass Rollenspiele so richtige Spaßverderber sein können, kann ich auch... beispielsweise ein Abenteuer vorbereiten, mit dem ich eine Menge Spaß haben kann.
--- Ende Zitat ---
Dann will ich dich nicht weiter hier halten - wenn dir das hier nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern am Ende sogar schadet, mach was anderes.
Chiarina:
--- Zitat von: YY ---Dann will ich dich nicht weiter hier halten - wenn dir das hier nicht nur keinen Nutzen bringt, sondern am Ende sogar schadet, mach was anderes.
--- Ende Zitat ---
Ich wünsche weiterhin noch angenehmes Selbstmitleid.
Achamanian:
--- Zitat von: Ainor am 16.12.2019 | 01:26 ---
Das Gegenstück bei Fertigkeitsproben ist die Anzahl der Versuche die ich brauche bis ich die Probe schaffe. Und die ist eben bei linearer Erfolgswahrscheinlichkeit nicht linear, weshalb eben der von Guntar beschriebene Eindruck entsteht.
--- Ende Zitat ---
Schwarz ist weiß ...?
Nochmal: Du "brauchst" nicht fünfzig Versuche, um mit einem Wert von 2 auf einer 100er-Skala einen Erfolg zu erzielen; du musst nicht 50x würfeln, und der 50. (oder auch der 49. oder 51.) Wurf ist die 01 oder 02; Und die Wahrscheinlichkeit, eine 01 oder 02 zu würfeln, ist auch nicht gestiegen, wenn du sie vorher 49% nicht gewürfelt hast. Du kannst nicht vorhersagen, wie viele Würfe du brauchst, Die "Wahrscheinlichkeit" eines Erfolgs sagt dir lediglich, wie viele der möglichen Ergebnisse einen Erfolg bedeuten. Auf 2W6 ist die 7 deshalb wahrscheinlicher, weil sie durch eine vielzahl von Ergebnissen realisiert werden kann (1/6, 2/5, 3/4, 4/3 ...), die 12 dagegen nur durch eines (6/6). Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, wenn jede Zahl nur durch genau ein Ergebnis realisiert werden kann, eben linear.
Wenn du 50x würfelst, ist es wahrscheinlich, dass hinterher irgendwann mal eine 1 oder 2 dabei war. Das heißt aber nicht, dass du mit einem Wert von 02 50x Würfeln musst, um einen Erfolg zu haben.
Luxferre:
Könnten wir zurück zu schlecht designten Regelwerken? :d
Nein ...
Doch ...
Orrrr ...
Hatten wir zu Genüge.
Weltengeist: ich weiß genau, wovon Du redest. Schlechte Mathematik, oder auch schlechter werdende Mathematik mit mehr Splatbooks, ist mir ein Graus. Dabei wird doch täglich versucht die Realität über Algorithmen und andere Tools abzubilden. Nur ist fraglich, ob ein Rollenspielsystem das abzubilden vermag. Mal rein betrachtet eine gerechte Chance abzubilden, ist FATE mit seinen Würfeln (bis zu +/- 4 vom Fertigkeitswert) erstmal recht plausibel. Der Erwartungswert entspricht dem Fertigkeitenwert mit einer Streuung, die einen Meister nicht grandios scheitern lässt und einen blutigen Anfänger keine Meisterarbeiten hinlegen lässt. Ist mir persönlich aber viel zu grob skaliert.
Daher dann irgendwann mein Bestreben ein 3w6 System zu basteln, welches definitiv von Dragon Age und GURPS inspiriert ist, aber eben auch andere Dinge abbildet, wie: Wunden mit Trefferzonen, zwei Dutzend Talente die das System nicht sprengen, spielbare Völker mit messbar unterschiedlichen Stärken und Schwächen, plausible Abbildung von Wahrscheinlichkeiten bei verschiedenen Fertigkeitsgraden, mundaner Kampf und Magie sollen grob ebenbürtig sein und beide langfristig Spaß bringen ...
Es gibt da so viele Punkte, die ich gern abgebildet sähe. Und das ganze vor einem bodenständig-heldigen Hintergrund.
Ich schreibe dazu gern nochmal mehr, wenn ich ab Donnerstag endlich im Urlaub bin.
Weltengeist:
--- Zitat von: Luxferre am 16.12.2019 | 07:48 ---Könnten wir zurück zu schlecht designten Regelwerken? :d
--- Ende Zitat ---
Ich ertappe mich auch schon langsam dabei, meinen eigenen Thread nur noch oberflächlich zu lesen, auch weil es mir scheinbar nicht gelingt, meinen eigentlichen Punkt klar rüberzubringen. Immer wieder geht es hier um Geschmacksfragen, worum es mir gar nicht ging. Ich glaube keine Sekunde daran, dass solche Bugs wie gerade in WOIN ("Die Sprunghöhe ohne Probe beträgt 2,40 m, bei gleichzeitiger Sprungweite von 3,30 m. Falls Ihre Sprunghöhe aufgrund dieser Regel größer ist als die Sprungweite, dann begrenzen Sie die Sprunghöhe durch die Sprungweite.") irgendeiner Zielgruppe geschuldet sind - sie sind einfach objektiver Mist. Und ich finde so etwas in beinahe jedem Regelbuch.
Mir geht es auch nicht darum, die Realität realistisch abzubilden. Ich bin bekennender Pulp-Spieler und Gamemaster-Empowerment-Fanatiker, mir geht es nicht um Simulationismus. Mir geht es darum, dass ich von einem Regelwerk erwarte, dass es weiß, wofür es stehen will, und das dann auch umsetzt. Und ja, Rumpel hat Recht - an den extremen Rändern (reines Taktiker-Spiel, reines Erzähl-Spiel,...) gelingt das scheinbar besser als im "Mittelfeld" dessen, was die Mehrzahl der Szene unter Rollenspiel verseht.
--- Zitat ---Daher dann irgendwann mein Bestreben ein 3w6 System zu basteln, welches definitiv von Dragon Age und GURPS inspiriert ist, aber eben auch andere Dinge abbildet, wie: Wunden mit Trefferzonen, zwei Dutzend Talente die das System nicht sprengen, spielbare Völker mit messbar unterschiedlichen Stärken und Schwächen, plausible Abbildung von Wahrscheinlichkeiten bei verschiedenen Fertigkeitsgraden, mundaner Kampf und Magie sollen grob ebenbürtig sein und beide langfristig Spaß bringen ...
Es gibt da so viele Punkte, die ich gern abgebildet sähe. Und das ganze vor einem bodenständig-heldigen Hintergrund.
--- Ende Zitat ---
Auch wenn ich da jetzt nichts zu geschrieben habe, verfolge ich dein Projekt hier im Tanelorn durchaus mit Interesse. Und wenn ich in der Nähe von Hamburg sitzen würde, hätte ich schon längst bei dir angerufen mit dem Vorschlag, dass wir uns mal zusammensetzen ;). Aber ich weiß nicht, ob ich gerade Lust und Zeit habe, so etwas über Skype zu machen...
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