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[Rant] Schlechte Regelwerke

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Alexandro:

--- Zitat von: YY am 16.12.2019 | 06:19 ---Kriegsspiel - davon war doch die Rede.
--- Ende Zitat ---

Selbe Antwort: es gibt nicht DAS Kriegsspiel, sondern ein paar Dutzend unterschiedliche Kriegsspiele. Welches soll ich mir jetzt anschauen?

Ein Großteil der Würfel der frühen Kriegsspiele waren Sechsseiter (allerdings unterschiedlich viele und mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten für dieselben Ereignisse, von Spiel zu Spiel).


--- Zitat ---Natürlich sind alle Modelle und Simulationen nur Näherungen und rücken verschiedene Aspekte in den Fokus.
Die gibt es nicht nur in unterschiedlich komplex, sondern auch schlicht in gut und weniger gut gelungen (und man sollte Modelle mMn durchaus daran messen, dass sie mit möglichst wenig Aufwand gute bis sehr gute Näherungen/Abbildungen erreichen).
--- Ende Zitat ---

Ähmm, das was diese Spiele machen ist keine Näherung mehr.

Da sagt im wesentlichen ein Kriegsspiel "Der Himmel ist grün", während ein anderes behauptet, dass der Himmel lila sei. Da sie komplett unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie die Realität jetzt aussieht, kommt eben auch eine inkompatible Simulation bei raus.

nobody@home:

--- Zitat von: Alexandro am 16.12.2019 | 12:19 ---Selbe Antwort: es gibt nicht DAS Kriegsspiel, sondern ein paar Dutzend unterschiedliche Kriegsspiele. Welches soll ich mir jetzt anschauen?
--- Ende Zitat ---

Vielleicht meint er ja das preußische Original... :think:

Gunthar:

--- Zitat von: nobody@home am 16.12.2019 | 12:23 ---Vielleicht meint er ja das preußische Original... :think:

--- Ende Zitat ---
Wow. Tabletopgaming schon im 18.-JH.  :o :D :d

Alexandro:
Schon früher (das von Reißwitz war nicht das Original). Technisch gesehen gab es Kriegsspiele schon im 7. Jhd. in Indien (und evtll. gab es sogar davor noch was, was noch nicht entdeckt wurde) - diese wurden dann über die arabische Welt importiert und die Regeln vereinfacht, so dass am Ende das rauskam, was wir als Schach kennen.

YY:

--- Zitat von: Thaddeus am 16.12.2019 | 08:42 ---@YY: Korrigiere mich gerne, aber in einer KoSim werden doch nicht einzelne Menschen, sondern Gruppen von Menschen abgebildet. Was auf Battalionsebene funktionieren mag, scheitert meiner Meinung nach beim Individuum. Über eine Armee kann ich statistische Aussagen treffen, über ein Individuum nicht.

--- Ende Zitat ---

Es gibt schon ein paar Kosims, die bis auf die individuelle Ebene runtergehen - und sehr viel mehr, die zumindest bis auf Gruppen- oder Halbgruppen- bzw. Fireteam-Ebene ranzoomen, wo natürlich auch viel eher "fast" individuelle Betrachtungen relevant sind als Faktoren, die im Battailonsrahmen o.Ä. zum Tragen kommen.

Und klar kann man statistische Aussagen über Individuen treffen bzw. etwas allgemeiner deren Leistungsfähigkeit in Zahlen darstellen. Das wird z.B. im Baseball recht exzessiv gemacht und hat dort direkten Einfluss auf spieltaktische Entscheidungen.
Auch anderswo findet sich das bei verschiedensten Tests u.Ä.

Was man nicht kann: Daraus das eine "wahre" Ergebnis ableiten nach dem Motto "Wenn man nur genug Daten zusammenträgt, kann man eindeutig berechnen, ob Jackie Chan gegen Bruce Lee gewinnen würde".
Aber man will ja auch nicht das Ergebnis, sondern ein Ergebnis, das halbwegs stimmig ist. Und das leisten gute Modelle allemal.


--- Zitat von: Thaddeus am 16.12.2019 | 08:42 ---Ich könnte jetzt natürlich hingehen und sagen: jaaa, gut, okay... im Krankenhaus-OP in Hamburg ist der Fertigkeitswert 99,7 %, aber da würde ich ja aber auch nicht würfeln lassen! Aber was ist, wenn die OP im Feldlazarett durchgeführt werden soll, bei gleichzeitigem Artilleriebeschuss und senfgasverhangener Luft??? Naja... da könnte ich jetzt natürlich die Kiste mit Modifikatoren aufmachen, aber der Fertigkeitswert bliebe weiterhin bei 99,7 % stehen.

--- Ende Zitat ---

Kommt eben drauf an, ob man nur flott ein Ergebnis will oder eine haarkleine OP-Simulation - in erstem Fall bestimme ich nur eine Gesamtwahrscheinlichkeit, ansonsten muss ich noch Folgeschritte einführen, die mir dann z.B. auch genauer auswerfen, warum die OP ggf. gescheitert ist.


--- Zitat von: Alexandro am 16.12.2019 | 12:19 ---Selbe Antwort: es gibt nicht DAS Kriegsspiel, sondern ein paar Dutzend unterschiedliche Kriegsspiele. Welches soll ich mir jetzt anschauen?

--- Ende Zitat ---

Rein begrifflich sind KoSims Kriegsspiele.
Da du eine historische Herkunft angesprochen und dann erst mal in Einzahl vom Kriegsspiel gesprochen hast, bin ich in der Tat vom Reiswitzschen Kriegsspiel mit diesen Würfeln ausgegangen und die später eindeutige allgemeinere Formulierung ist mir durchgerutscht.

Ändert nichts an meiner Aussage: Nicht alle Kriegsspiele simulieren, einige aber ganz entschieden, u.A. das Reiswitzsche, das zwar nicht das allererste Kriegsspiel ist, aber als Vorläufer und Mitbegründer der modernen KoSim-Tradition gilt.
Und das war damals gerade im Militär deswegen so erfolgreich, weil es als gute Näherung betrachtet wurde.



--- Zitat von: Alexandro am 16.12.2019 | 12:19 ---Da sagt im wesentlichen ein Kriegsspiel "Der Himmel ist grün", während ein anderes behauptet, dass der Himmel lila sei. Da sie komplett unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie die Realität jetzt aussieht, kommt eben auch eine inkompatible Simulation bei raus.

--- Ende Zitat ---

Kein modernes Kriegsspiel stellt sich hin und behauptet, es wäre die alleinig richtige Darstellung der Realität.
Die wissen ganz genau, dass sie nur eine bestimmte Perspektive abbilden können (abhängig u.A. von Abstraktionsgrad, "Zoomstufe" und Spielfokus).
Von daher sehe ich diese Widersprüchlichkeit nicht. Aber da kommen wir wohl nicht zusammen.

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