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Rauben uns aktuelle Rollenspiele die kreativität?

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Derjayger:

--- Zitat von: Lord Verminaard am 16.12.2019 | 11:06 ---Wenn ich erzählerisch spielen will und schon ein klares Bild von meinem Charakter im Kopf habe bzw. diesen frei entwickeln will, spiele ich nicht D&D. Dafür nehme ich ein erzählerisches System wie FATE oder The Pool oder Danger Zone. Oder wenn es etwas weniger erzählerisch sein soll, Savage Worlds. Diese Systeme geben mir sämtliche Freiheiten und schränken mich bei der Charaktererschaffung nicht kreativ ein.

Wenn ich D&D spiele, dann lenke ich meine Kreativität in die Bahnen, die das System vorgibt. Bei der Charaktererschaffung ist das die Backstory und sind das die Personal Characteristics. In meiner aktuellen Runde hatte ich z.B. eine Spielerin, die von der Lore her mit einem Tiefling Warlock mit Archfey Patron geliebäugelt hätte, aber dann doch die Klassenfähigkeiten nicht so gut fand und auf Cleric umgeschwenkt ist. Auf Wisdom 16 wollte sie nicht verzichten aber doch irgendwie was spielen, was sich vom Style her Kewl Evil Badass anfühlt. Rausgekommen ist eine Waldelfin, die sich als Kind durch ein Portal in einer Küstengrotte ins Feywild verirrte, dort einige Jahre verbrachte, und als sie wieder herauskam, waren in der materiellen Welt 200 Jahre vergangen und ihr Stamm war fort, stattdessen war in der Bucht ein Piratenversteck. Sie verbrachte dann ihre Jugend unter Piraten (Pirate Background), ehe sie den Ruf des elfischen Meeresgottes empfing, die Piraten verließ und ein Tempest Cleric wurde. Also unter meine Definition von Kreativität fällt das schon. ;)

--- Ende Zitat ---

Dein zweiter Absatz ist kein Beispiel, das die o.g. fettgedruckte These unterstützt, sondern einen neuen Aspekt reinbringt, oder?

Ansonsten kurz zum Thema:
- In klar definierten Grenzen kann sich Kreativität toll entfalten. Ohne diese Grenzen auch, aber auf eine andere Art und weit weniger zuverlässig.
- Vorgegebenes wird entweder nicht reflektiert, sondern akzeptiert (dann könnte man meinetwegen von Kreativitätsraub sprechen, obwohl es lange nicht so negativ ist, wie das Wort klingt, weil man natürlich weiter kreativ ist, nur an anderen Baustellen) oder es erzeugt durch Provokation bzw. Unzufriedenheit Kreativität und Motivation.

Finde nicht, dass man unterm Strich sagen kann, was überwiegt.

Freue mich über mehr Beispiele!

Infernal Teddy:

--- Zitat ---Rauben uns aktuelle Rollenspiele die kreativität?
--- Ende Zitat ---

Nein.

Nächste einfache Frage bitte :D

Teylen:
Man könnte behaupten, das Rollenspiele welche die Charaktere ausführlich beschreiben und eine umfangreich beschriebene Welt mitbringen, mehr Kreativität bei der Erstellung eines eigenen Charakter und eigener Szenarien erfordern, als Rollenspiele bei dem man salopp gesagt machen kann was man will und den ersten kreativen Wind zu einem Charakter oder Szenario erklären.

Holothuroid:

--- Zitat von: Teylen am 16.12.2019 | 13:38 ---Man könnte behaupten, das Rollenspiele welche die Charaktere ausführlich beschreiben und eine umfangreich beschriebene Welt mitbringen, mehr Kreativität bei der Erstellung eines eigenen Charakter und eigener Szenarien erfordern, als Rollenspiele bei dem man salopp gesagt machen kann was man will und den ersten kreativen Wind zu einem Charakter oder Szenario erklären.

--- Ende Zitat ---

Ich bin nicht sicher, ob es wirklich ein mehr ist. Es ist sicherlich so, dass ich alle bereits definierten Teile eben mitkaufen muss. Ich nehme an, da haben unterschiedliche Leute unterschiedliche Wohlfühlbereiche. Wenn ich dann also in einem Bereich - seien es vorgegebene Charakterkonzepte, Örtlichkeiten der Spielwelt oder was auch immer - meinen Wohlfühlbereich verlasse, wird mir die Arbeit schwerer vorkommen. Dabei scheint dann aber ggf. nicht nur ein Zuviel, sondern auch ein Zuwenig schwierig.

pan narrans:
Richtig, das kann man machen, muss man aber nicht.

Einfach nur das Kapitel über die Charaktererschaffung durchzuarbeiten hat mit Kreativität nichts zu tun. Auch dann nicht, wenn das Spiel dazu auffordert Herkunft, Beruf und ähnliche Hintergründe aus einer Liste von Vorschlägen auszuwählen oder gar durch Würfe auf Zufallstabellen zu bestimmen.

Da fand ich das Beispiel von 1of3 mit den Fürstentümern eher geeignet, Kreativität zu fördern.

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