Pen & Paper - Spielsysteme > Systemübergreifende Themen

Rauben uns aktuelle Rollenspiele die kreativität?

<< < (11/16) > >>

Maarzan:
Ich denke beide Extreme beinträchtigen die Kreativität - zumindest für die Nutzung in einer gemeinsamen Aktivität wie ein Rollenspiel.

Mach was du willst (und dann fehlende Selbstorganisation sich erst einmnal eigenen Leitlinien zu setzen) führt zu Wünsch-dir-was-Beliebigkeit ggf inkl. Kollisionen zu den formell auch nicht eingebremsten Mitspielern.
Vollausgeformte Settings lassen keinen Platz für eigene Kreativitätsversuche des Spielleiters.
Festgelegte Metaplots lassen keinen Platz für von den Spielern angestoßene Veränderungen.
Bei den Regeln sehe ich nicht die Zahl als die Güte bzw. in wie weit sie spezifische Settingsetzungen oder auch nur Settingmeinungen (wo die idealisierte Propagandabeschreibung dann als Basis zur generellen Regelausformung dient) als Kriterium.

Klingenbrecher:

--- Zitat von: Teylen am 16.12.2019 | 16:34 ---Die WoD/cWoD hat eigentlich nur eine Welt. Das heißt, man hat ein Setting für Maskerade, Apokalypse und dergleichen mehr. Man kann "Licht" dazufügen, es ist allerdings kein Aspekt des Settings.

--- Ende Zitat ---

Ok, wechseln wir von Welten zu Blickwinkeln.

Blickwinkel der Übernatürlichen ( Meta )
Blickwinkel der Sterblichen/Schlafenden etc. ( sehr schwache Meta hier kann der Meister ohne Ende improviesieren)
Geisterwelt ( schwache Meta s.o.)

Dadurch hatte ich drei verschiedene Werkzeuge um einerseits Dinge aus dem Setting zu spielen wie aber auch Kreativität von den Spielern sowie auch von mir selbst einfließen zu lassen.

Lord Verminaard:

--- Zitat von: Teylen am 16.12.2019 | 16:03 ---Gerade in Bezug auf letzteres, bekam ich die Rückmeldung, von einer Person die durchaus eher VtR enthusiastisch ist, dass der Umstand das man wirklich alles selber machen darf, ein Hemmnis für die Gestaltung des Setting und damit dem kreativen ausleben war. Nach meinem Eindruck, weil zuviel gemacht werden musste und es danach kaum Verknüpfungspunkte zu anderen Gruppen gibt.

--- Ende Zitat ---

Hm ich habe von VtM so gut wie keine offiziellen NSCs oder Metaplot verwendet und auch auf Kompatibilität zu anderen Gruppen nie Wert gelegt. Aber das war auch ne andere Zeit. VtM-spezifisch war natürlich auch das Thema, dass es sehr, sehr unterschiedliche Spielstile gab, auch das war mir egal, weil ich eh nur in meiner Hausrunde gespielt habe. Allerdings hatte das, was vom Setting in den Grundbüchern (und den Sabbat-Grundbüchern) präsentiert wurde, schon eine Substanz und Dichte, man hatte nicht das Gefühl, dass man "alles selber machen muss". Das, was beschrieben wurde, wurde schon präzise beschrieben und nicht so, dass jeder sich selbst dazu was ausdenken konnte. Das ist glaube ich der entscheidende Punkt und den würde ich auch mitgehen, ich habe wenig Interesse an Settings, wo alles vage bleibt und eigentlich nur ein bisschen Flair und ein paar Namen dem SL vor die Füße geworfen werden.


--- Zitat von: Klingenbrecher am 16.12.2019 | 15:54 ---Wie gesagt es dreht sich rein um das Gefühl wie sich Rollenspiel aktuell im Bereich der eigen Kreativität anfühlen.
Und da gebe ich zu das es mir von einigen System etwas zu heftig wird was den alles in der Welt zu beachten ist.
Von meinen Spielern ist das Feedback dahingehend auch recht gleich. Besonders Welten wie Aventurien, Faerun, Golarion oder Eberron mit reichhaltiger Geschichte. Werden verstärkt abgelehnt.

--- Ende Zitat ---

Das sind halt auch alles so richtige Kitchen Sink Settings, wo wirklich alles drin ist, was nicht bei drei auf den Bäumen war, und die auch irgendwie nur sehr mäßig originell sind, wenn man es mal mit etwas Abstand betrachtet. Meine These ist ja, dass man ab einem gewissen Alter und wenn man eine gewisse Anzahl solcher Settings gesehen hat, sich für die einfach nicht mehr so begeistern kann, wie als Teenager. Reichhaltige Details eigentlich gut, vor allem natürlich dann, wenn man sich dadurch nicht einschüchtern lässt und auch einfach mal einen Regionalband oder ein unstimmiges Detail ignoriert. Aber bei den von dir aufgezählten Settings wirkt es ermüdend, weil es auch einfach alles nicht so besonders spannend ist, außer halt vielleicht bei diesem einen Setting, in dem man sich zu Hause fühlt, der ersten Liebe, sozusagen.

Teylen:

--- Zitat von: Klingenbrecher am 16.12.2019 | 16:43 ---Ok, wechseln wir von Welten zu Blickwinkeln.

Blickwinkel der Übernatürlichen ( Meta )
Blickwinkel der Sterblichen/Schlafenden etc. ( sehr schwache Meta hier kann der Meister ohne Ende improviesieren)
Geisterwelt ( schwache Meta s.o.)

Dadurch hatte ich drei verschiedene Werkzeuge um einerseits Dinge aus dem Setting zu spielen wie aber auch Kreativität von den Spielern sowie auch von mir selbst einfließen zu lassen.
--- Ende Zitat ---
Wenn ich die Blickwinkel versuche zu übernehmen, in Bezug auf die WoD/cWoD:
Übernatürlichen ( Ausführlich definiert, Arten, Verhältnisse, Geschichte )
Geisterwelt (Ausführlich definiert, mehrere Bücher für verschiedene Aspekte der Umbra über die Linien verteilt. Von den Schattenlanden bis in die Höhste Umbra mit Chimären. )
Sterbliche+ (Ausführliche Beschreibung der quasi Sterblichen ob Ghoule, Kinfolk oder Sorcerer)
Sterbliche (Ein paar Bücher wie Hunters Hunted und Mafia, allerdings gehen die Spiellinien nicht davon aus das man länger einen Sterblichen spielt. Daneben haben die Effekte des Metaplot der Übernatürlichen direkte Auswirkungen auf die Sterblichen. Das heißt, wer ist alles berühmt und Kreatur XY oder sowas wie "Wir haben halt Indien genuked".)

Das sieht bei der CofD/nWoD anders aus, in der WoD/cWoD bekommt man jedoch Beschreibungen bis hin zu eigenen Bücher, wie eins nur über die Zufluchten von Vampiren.


--- Zitat von: Lord Verminaard am 16.12.2019 | 16:54 ---Hm ich habe von VtM so gut wie keine offiziellen NSCs oder Metaplot verwendet und auch auf Kompatibilität zu anderen Gruppen nie Wert gelegt. Aber das war auch ne andere Zeit. VtM-spezifisch war natürlich auch das Thema, dass es sehr, sehr unterschiedliche Spielstile gab, auch das war mir egal, weil ich eh nur in meiner Hausrunde gespielt habe. Allerdings hatte das, was vom Setting in den Grundbüchern (und den Sabbat-Grundbüchern) präsentiert wurde, schon eine Substanz und Dichte, man hatte nicht das Gefühl, dass man "alles selber machen muss". Das, was beschrieben wurde, wurde schon präzise beschrieben und nicht so, dass jeder sich selbst dazu was ausdenken konnte.
--- Ende Zitat ---
Ich bin der Ansicht das es durch den Umstand das fast jeder dazu neigt Maskerade in einer persönlichen Haus-version zu spielen, der reiche und präzise beschriebene Hintergrund genommen wird und den eigenen Vorstellungen angepasst / der eigenen Kreativität entsprechend durchinterpretiert.

Der Umstand das man die Definition hat, hilft dann auch dabei anderen zu beschreiben was man da macht. Es ist einfacher zu sagen: "Ich hab mir die Giovanni genommen, den Inzest-Faktor runtergedreht und betone den Spritismus sowie erforsche verschiedene Familienstrukturen. Oh, und sie haben ihren Ursprungsclan und dessen Plus Eins weiterhin gefressen." als jetzt "Hör mir mal zu was ich hier für nekromantische Vampire habe,.. und ihre Geschichte..".

(Ich lege auch nicht so wert auf den Metaplot XD)

Ninkasi:
wo wir gerade bei WoD sind:

Ich persönlich halte ja Requiem für das bessere Setting für ein Rollenspiel, weil ich mich dort kreativer Entfalten kann und mehr Gruppierungen habe und ich mir leichter "meine" Stadt bauen kann und keien Metaplotblabla etc.

Die Maskerade hat allerdings mehr Fans, welche das Altbekannte mögen.
Und das neue Regelwerk förden in manchen Dingen sogar meine Kreativität mehr als es die früheren Werke getan haben (inkl. die CofD/Requiem).


Bei Klerikern/ Geweihten in Fantasywelten gibt´s auch eine Wohlfühlanzahl an Details die ich brauche.
Bsp: Dungeon World, Kleriker Wassergottheit: Muss ich mir alles aus den Fingern saugen, kann auch ein flaches Charakterbild erzeugen.
Bsp: Aventurien, Efferdgeweihter: Da gibt´s so viel Info, dass ich mich vielleicht inspiriert fühle, aber vielleicht auch einige Ideen nicht befriedigend umsetzen kann.

Die richtige Mischung macht´s für mich.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln