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Shadowrun: Capital Files "Volume/02 - Drugstore Blues"

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Sir Mythos:
Taxi folgte dem Schmidt in den Raum, schloss hinter sich die Tür. Die Wache von Messiahs stamm blieb draussen. Dann lehnte sich Taxi neben die Tür an die Wand.

"Setzen sie sich."

Preacher:
"Eins an Zwei: Schmidt ist hier, unterwegs in die Küche, will verhandeln. Die Drohungen, die Aufzeichnungen zu veröffentlichen und die Live-Übertragung mit Weechucks Statement haben ihn, im Gegensatz zu Kenori, wohl davon überzeugt, daß es billiger ist, zu verhandeln. Du kannst mit verhandeln kommen - Weechuck und ich sind auch auf dem Weg. Drei und Fünf sichern Vorder- und Hintertür. Wie es draußen aussieht weiß ich nicht."

Dann erreichten elfischer Otaku und Trollischer Rockstar die Küche.

"Guten Tag, Herr Schmidt" sagte Messiah, als er und Weechuck eintraten. "Mr. Weechuck kennen Sie ja bereits - wenn diese Bekanntschaft auch nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Sonstige Vorstellungen sind überflüssig. Lassen Sie Ihr Angebot mal hören."

Doc Letterwood:
Schmidt blickte sich kurz in der Küche um und fixierte Weechuck. Der Troll lehnte mit der Schulter an der Wand, hatte die mächtigen Arme vor dem Brustkorb verschränkt und blickte finster in Schmidts Gesicht.

"Zunächst, glaube ich, müssen wir uns entschuldigen, Mr. Weechuck.", begann Schmidt. "Dass Sie das Opfer einer...sagen wir, unglücklichen Wahl waren, ist allerdings nicht unsere Schuld. Wir wollten Ihnen keinerlei Leid zufügen oder Ihrem Image schaden. Im Normalfall wäre das alles völlig unbeobachtet von der Außenwelt...und von der Presse abgelaufen. Zu unserem Leidwesen ist das nicht geschehen. Wer letztendlich Schuld daran ist, dass wir jetzt in dieser Situation stecken, kann und will ich auch jetzt nicht beurteilen. Aber ich hoffe, Sie nehmen meine...unsere Entschuldigung an."

Weechuck behielt ein paar Sekunden seinen Gesichtsausdruck bei, dann entspannte er sich etwas.
"Mh.", machte er unbestimmt und schwieg.

"Nun zu Ihnen." Schmidt wandte sich an Messiah. "Unser Angebot lautet: Sie ziehen Ihre Mitschnitte für die Presse zurück. Dann wird nichts passieren, außer, dass wir von hier abziehen werden."

Preacher:
"Nun, etwas mehr sollte schon drin sein." erwiderte Messiah.
"Zunächst einmal Information: Wieso haben sie Mr. Weechuck entführt und was haben Sie mit ihm gemacht? Wer war der Doppelgänger, der die Angriffe ausgeführt hat? Was ist mit Herrn Bellmarck und Herrn Schlesser? Warum händigen Sie uns Weechuck zuerst aus und rücken dann mit einer ganzen Armada an? Um uns den schwarzen Peter zuzuschieben? Das ist wohl schiefgegangen. Und Sie glauben doch nicht ernsthaft, daß wir einfach so die Dateien ins Datennirvana schieben  - in dem Augenblick, in dem das passiert stehen Sie wieder auf der Matte und nehmen uns hoch. Das können Sie vergessen."

Messiah drückte seine Zigarette im Aschenbescher aus und nahm sich eine Flasche Wasser.
Sein Blick wurde stahlhart als er Schmidt wieder anblickte. Er sah seinem Gegenüber geradewegs in die Augen, nutzte die beunruhigende Wirkung seines Blicks voll aus und legte jedes Quentchen seiner beeindruckenden Persönlichkeit in die Wagschale.

"Abgesehen von Ihrem Abzug und den verlangten Informationen wäre ein wenig Entschädigung angebracht, finden Sie nicht? Zunächst einmal steht Mr. Weechuck ja wohl eine Satisfaktion für die erlittenen Unannehmlichkeiten zu - die Einzelheiten können sie mit ihm selbst aushandeln. Und für unsere Auslagen, Mühen und Verletzungen welche durch Ihre dubiosen Geschäfte induziert wurden, wäre eine großzügige finanzielle Stütze wohl das mindeste. Im Gegenzug würden wir Ihnen garantieren, daß die Aufzeichnungen und unsere sonstigen Informationen niemals an die Öffentlichkeit oder auch nur an Ihre Konkurrenz gehen."

Der Elf zündete sich eine weitere Zigarette an und nahm einen tiefen Zug.

"Was sagen Sie dazu?"

Doc Letterwood:
Schmidt steckte die Linke in die Tasche und starrte nachdenklich auf die Spitzen seiner polierten, champagnerfarbenen Lederstiefel. Mit der Rechten, die immer noch seinen Stock umklammerte, strich er kurz über sein sorgsam gestutztes, dunkles Bärtchen.

"Über die...Entschädigung mit Mr. Weechuck werden wir natürlich gerne verhandeln.", sagte er und wandte sich dabei an den Troll.
"Und ich erwarte natürlich nicht, dass Sie die Aufzeichnungen so einfach verschwinden lassen." Er schmunzelte kurz. Dafür war er schon viel zu lange ein Schmidt. Der Schmidt von CeleraGen.
"Eine großzügige, finanzielle Stütze. Hm." Wieder schien er kurz zu überlegen. Dann trat er unvermittelt zur Seite, packte einen Stuhl, drehte ihn zu sich und setzte sich. Den Stock stellte er zwischen seine Füße und stützte die Hände darauf.

"Setzen Sie sich, meine Herren. Ich möchte Ihnen ein kleines Geheimnis mitteilen. Tennar Records, Ihr Arbeitgeber, Mr. Weechuck, liegt offenbar nicht viel daran, die Arbeit mit Ihnen als lebendem Rockstar fortzusetzen. Wir hatten mit Herrn von Boesdorf heute morgen vereinbart, dass wir Sie und Ihre...Entführer...notfalls töten werden. Von Boesdorf hatte nichts dagegen. Mit toten Rockstars lässt sich möglicherweise noch mehr Geld verdienen als mit lebenden, so genau bin ich da nicht involviert.
Wie dem auch sei: Uns ist es gleich, ob Sie leben oder sterben. Das sage ich Ihnen ganz offen. Ich kann Ihnen allerdings einen Vergleich anbieten, wenn Sie so wollen: Ich besitze über verschiedene Wege relativ gute Kontakte zu ITC-Viacom. Tennar Records sind Sie lebend relativ gleichgültig, aber ITC-Viacom wäre an Ihnen lebendig interessiert. Lebendig interessiert, klingt zweideutig, nicht wahr?" Er zwinkerte jovial und lächelte.
"Wir könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie wechseln zu ITC-Viacom, Mr. Weechuck. Ist dies geschehen, haben wir natürlich eine Entschuldigung für dieses Tohuwabohu in Düsseldorf. Es war einfach ein Kampf zweier Plattenfirmen um Ihre Person. Durch den Wechsel hat Tennar Records das Nachsehen, Sie haben eine gewisse Rache an Ihrem ehemaligen Brötchengeber, und müssen nicht mehr um ihr Leben fürchten, denn damit sind Sie uninteressant für ihn geworden.
Sie, meine Herren...", er deutete auf Messiah, "sind damit auch aus dem Schneider. Wir werden die Pressemeldungen so hinbiegen, dass Sie nicht näher definierte Entführer sind, die von Viacom angeheuert wurden. Irgendwie müssen wir die heutige Situation ja erklären, nicht wahr?
Die Ablösesumme, die ITC-Viacom bietet, könnte um einen Bonus aufgestockt werden, über den wir allerdings noch verhandeln müssten. Ich schätze aber, er wird sich im Bereich von etwa 25.000 Nuyen pro Person bewegen, zahlbar in Capital Empire Crowns. Ihren Auftrag, den Sie von Herrn Bellmarck bekommen haben, können Sie getrost weiterführen bis zum Konzert. Jetzt unmittelbar übergeben Sie Weechuck wieder in die Obhut von United Interceptor, alles läuft weiter bis zum Konzert und bis Ihr Auftrag beendet ist.
Ich gebe zu, es ist ein Kompromiss, aber ich schätze, ein Kompromiss, mit dem wir alle leben können. Sehen Sie das genauso?"

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