Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Sind Helden überflüssig ?
Ainor:
(Importiert aus dem Feuerwaffenthread weil es hierher gehört)
--- Zitat von: Feuersänger am 17.09.2020 | 14:29 ---Erinnert mich gerade an das unschöne Paradox D&D 5E, dass das System die HeldenTM überflüssig macht, wenn man es (wie von der 3E gewohnt) als Spielweltphysik interpretiert. Denn dann hat jede beliebige Kompanie Erststufer-Bogenschützen ausreichend Feuerkraft, um mit egal welchen Gegnern kurzen Prozess zu machen, Bounded Accuracy sei dank. Das ist im Prinzip der Effekt von massenproduzierten Feuerwaffen vorweggenommen -- man muss nicht mehr auf die rechtzeitige Ankunft des kleinen Fähnleins mutiger Helden (Krieger, Kleriker, Magier, Späher) hoffen, wenn hundert müffelnde Knechte nach kurzer Ausbildung an leicht verfügbaren Waffen das gleiche viel billiger leisten.
Der 5E-Spieler nimmt das entweder nicht wahr, oder ignoriert den Elefant im Wohnzimmer, oder man legt fest dass das System nur für die Interaktion zwischen SC und Welt gilt, aber nicht zwischen Nichtspieler-Kreaturen untereinander (und darum zB der Milizionär den Drachen eben nicht verwunden kann, obwohl das System sagt dass er es kann).
--- Ende Zitat ---
Es ist richtig dass selbst schwache Schützen grob einen Punkt Schaden pro Runde gegen fast alles machen (Und Resistance halbiert das nur) so dass
100 Leute mit Bögen zumindest auf kuze Distanz eine echte Macht sind (bei Disadvantage sinkt ihre Effizienz rapide). Trotzdem glaube ich nicht dass
es in 5E einen "Elefanten" gibt, und zwar vor allem aus ökonomischen Gründen:
1.) Es ist nicht notwendig dass Monster unbesiegbar sind damit es Helden (Also Kampfspezialisten) geben kann. Es reicht wenn sie billiger sind.
2.) In einem Points of Light Setting gibt es viele Monster und (relativ) wenige Menschen. Nicht jedes Dorf hat unbedingt genug Leute.
3.) Dungeons: Der Volksaufstand kann zwar verteidigen, aber nicht angreifen. Die Stadt mag zwar sicher sein, aber um die Strassen zu sichern muss jemand ins Dungeon und die Monster dort plätten/vertreiben.
4.) Kapitalkosten. Hunderte Waffen und Rüstungen vorrätig zu haben ist teuer, besonders wenn die selten gebraucht werden. Dasselbe Geld in die Ausrüstung von Profis zu stecken ist effizienter weil deren Ausrüsung dauernd genutzt wird.
5.) Verluste. Bei 1 SM pro Tag kostest es etwa 200 GM jemand bis 18 durchzufüttern. Wenn es grössere Verluste gibt wird das schnell seht teuer.
Da sind Helden oft billiger.
Zusätzlich gibt es noch Fragen wie z.B. wieviel es kostet wenn 100 Leute dauernd trainieren, wie viele effektiv auf ein Ziel feuern können und ob man überhaupt genug findet die sich wirklich fiesen Monstern (z.B. Untote) entgegenstellen.
ErikErikson:
Das ist Unsinn. Es gibt ja das Konzept der Schocktruppen, als der Konzentration von viel Kampfkraft auf kleinem Raum. Das ist unglaublich wertvoll, und diese spezielle Lücke kann eben nicht von einer großen Anzahl normaler truppen ersetzt werden. Deshalb haben wir ja in der realität Elitetruppen. Und helden treiben das konzept ja noch viel weiter.
Bei D&D kommt dazu, dass du an die spezielle nFähigkeiten ranwillst, die Helden auf höhere nStufen bekommen.
Koruun:
Nur ein kurzer Gedanke zu dem Zitat von FS:
100 Bogenschützen machen viel Lärm, für ein Raubtier/Monster ist es ein Leichtes ihnen auszuweichen. Auch Tiere passen sich solchen Schützenpatrouillen an. Ja, für etwas Schutz kann so eine Truppe sicherlich sorgen, aber auch die können nicht überall sein und gerade in einem Fäntelalter-Setting fehlen damit 100 Arbeiter auf dem Feld.
Ganz zu schweigen davon, wie diese 100 Schützen auf kleinem Raum (Dungeon, Höhlen) abschneiden würden.
fivebucks:
Also ich halte es so das die Helden die Gemeinen anwerben, ausbilden und dann in die Schlacht führen. :w4:
nobody@home:
Aus meiner Sicht ergibt die typische D&D-Welt gar keinen Sinn, wenn sich nicht auch andere Leute als designierte "Helden" gegen Monster aller Art zumindest brauchbar (also schlimmstenfalls mit im Lauf der Zeit wieder ausgleichbaren Verlusten) verteidigen können. Irgendwo müssen die ganzen mehr oder weniger großen menschlichen (elfischen, zwergischen usw.) Reiche ja überhaupt erst einmal hergekommen sein, und das in einer Welt, die im Gegensatz zur Realität mit reichlich Monstern bestückt ist, die unsereinem auch intellektuell das Wasser reichen und uns also genauso schlau und gerissen bekämpfen können wie umgekehrt -- um auf den Stand der Handlungsgegenwart überhaupt erst einmal zu kommen, muß es also, weil ja die Helden auch nicht alle überall gleichzeitig gewesen sein können, auch reichlich monsterkampftaugliche Armeen und beherzte "bloße" Zivilisten gegeben haben. Und die sind bestimmt auch nicht einfach so plötzlich wieder in der Versenkung verschwunden.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln