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Sind Helden überflüssig ?
ChaosZ:
--- Zitat von: Runenstahl am 18.09.2020 | 17:23 ---Es wird auch immer wieder unterschätzt wieviel Übung man benötig um einigermaßen passabel Kämpfen zu können. Das hat zur Folge das ebenfalls massiv unterschätzt wird viele Wehrfähige Leutchen man so hat. Ich habe oft erlebt das SL davon ausgehen, das ein Dorf mit 100 Einwohnern 25 - 50 Kampffähige Leute hat, die wirklich auch Waffen und Rüstungen besitzen und damit umgehen können. Realistisch sind dabei eher Zahlen zwischen 1 und 5. Das heißt dann das die ober erwähnten 100 Bogenschützen die gesammelte Stärke eines Landstriches mit 2000 bis 10.000 Einwohnern darstellen.
Und selbst wenn die sich sammeln und Ausrücken um den Drachen zu jagen... die meisten Drachen (gerade bei D&D) sind ja weder doof noch blind. Das heißt die Chance steht gut das der Drache mitbekommt das da eine kleine Armee anrückt. Anstatt diese zu bekämpfen kann er dann auch z.B. ein Exempel an einem (nun garantiert wehrlosen) Dorf in der Nähe statuieren.
--- Ende Zitat ---
Der Trainingsfaktor kommt ja auch bei modernen Waffen noch sehr zum Tragen, wobei Gewehre effektiv einfacher zu Handhaben sind als Bögen (englische Langbogenschützen). Im zweiten Weltkrieg dienten ungefähr 14 Millionen Soldaten in der Wehrmacht bei einer Bevölkerung von ungefähr 70 Millionen. (1/5 der Bevölkerung mit einem Alter der Soldaten von 13/14-70).
Die Bewaffnung von Freien im Mittelalter dürfte in der Regel Axt, Kampfmesser und Speer und Schild gewesen sein, einige wenige hatten Helme oder Schutzkleidung. Rüstungen und Waffen wie Schwerter, Bögen Lanzen etc. gab es dann beim regionalen Fürsten, Ritter oder Häuptling. Kampftraining hatten die wenigsten. Auf Feldzügen wurden dann meistens einfache Kampftrainings geübt, in der Regel Schildwalltaktiken.
In der Antike mit stehenden Heeren, wie Rom sie unterhielt, sah das ganz anders aus. Deshalb war die römische Armee auch sehr erfolgreich.
Runenstahl:
Du sagst es. Ein Gewehr nachzuladen und abzufeuern kann man sehr schnell erlernen. Einen halbwegs vernünftigen Kriegsbogen spannen zu können braucht jahrelanges Training. Und die 14 Millionen Soldaten umfassen (wie du schon sagst) im Prinzip auch Rentner und Kinder. Auch hier sind moderne Waffen von Vorteil weil es wenig Unterschied macht wer den Abzug eines Gewehrs betätigt. Schwache Kinder oder alte Menschen können jedoch im Mittelalter eben nicht mehr effektiv mitkämpfen. Deswegen sind die Zahlen der Leute die effektiv Kämpfen können im Mittelalter eben niedriger.
Hinzu kommt noch das eine kämpfende Truppe auch irgendwie mit Nahrung versorgt werden muß und gleichzeitig auch bei der Bewirtung der Felder fehlt. Da die Erträge damals ohnehin nicht so hoch waren (man hat halt noch keine Maschinen oder Super-Saatgut wie heutzutage) ist das auch schwierig. Vor allem im eigenen Land wo man ungerne Plündert um sich zu versorgen. Das alles schränkt die Größe von Armeen ein und macht hochbezahlte* Helden als Alternative durchaus attraktiv.
* Und ganz klassisch werden die Helden ja auch meist erst nach vollbrachter Tat bezahlt. Falls die es vergeigen hat es den Herrscher auch nichts gekostet ;)
Im Vergleich dazu: 100 Kurzbögen, Lederpanzer und je 20 Pfeile kosten den Herrscher zusammen 3600 Gold. Damit kann man auch locker ein paar Helden anlocken.
ErikErikson:
D&D 5 bauern brauchen kein training. Die haben bestimmte Waffenskills automatisch. Nahrung und Wasser kann man leicht mit niedrigstufigen zaubern erzeugen.
Runenstahl:
Das Monsterkompendium legt tatsächlich nicht fest mit welchen Waffen ein "Commoner" umgehen kann. Der hat halt ne Keule. Ob er andere Simple Waffen benutzen kann steht da nicht (im Ausrüstungskapitel wird allerdings erwähnt das die meisten Leute mit den Simplen Waffen umgehen können). Selbst wenn man den Realismus außer acht läßt und sagt die können das: Diese Waffen kosten trotzdem viel Geld und sterben die Bauern, dann fehlen Steuerzahler. Das macht es schon Sinnvoller stattdessen Helden auszusenden.
Nahrung und Wasser erschaffen (bzw Goodberry) sind zwar relativ niedrig stufig, aber um 100 Leute zu versorgen braucht man dann trotzdem einige Spruchwirker oder aber einen Spruchwirker mit Stufe 6 (Druide) oder 7 (Priester). Stellt sich dann die Frage was derartige Helden für ihre Dienste nehmen und ob es nicht effektiver wäre eben gleich ne Heldentruppe zu schicken.
Rhylthar:
In dem Moment, in dem man z. B. mit Moralregeln spielt oder viel Magie ins Spiel kommt, weiss man, warum "Helden" gegenüber "Commoner" vozuziehen sind.
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