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Problem bei Argumentation Paladin RG

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Aldiman:
Hallo zusammen!

Ich schreibe euch als Spielleiter einer Gruppe, die sich vor kurzem auf die Suche nach dem Hort der Drachenkönigin begeben hat.
(Zuvor hatten wir zum Einstieg über einen langen Zeitraum das EInsteierset durchgespielt.)

Bei der Erstellung der aktuellen Charaktere hatte ich als SL 2 Bedingungen gestellt:
1. Basis ist das Spielerhandbuch 5e
2. Die Charaktere müssen so gestaltet werden, dass eine Gruppe vom reinen Willen her zumindest funktionieren kann.
Soviel zu den Basics. Bei 6 der 7 Mitspieler klappt es auch.

Jetzt mein Problem: Ich ecke als SL bei einem Charakter nun zum 3x an =>  RG in Kombi mit einem Paladin

Der Ersteller des Paladin ist etwas "Fantasy-affiner" als der Rest der Gruppe, hat früher gerne Baldurs Gate gespielt und dementsprechend mit einem Quäntchen mehr Ehrgeiz bei der Sache.

1. Problem:
RG bei Gefangennahmen/Verhören. Wir hatten die Situation, dass es zu einer Gefangennahme eines einfachen Klerikers kam. Das Verhör verlief ergebnislos und fand inmitten der von Plünderern überlaufenen Stadt statt.  (Für diejenigen, die mit der Story vertraut sind: Auf dem Weg zur Mühle in Grünnest).
Das Problem war "Was machen wir jetzt mit dem Gefangenen?".
Das Argument unserer RG-Klerikerin war: "RG bedeutet, dass meine Handlungen im postivien Sinne der Gesellschaft ausgelegt werden und folglich das Wohl der gemeinen Bevölkerung eine stärkere Gewichtung innehat, als die des plündernden Klerikers" <- ich hatte als SL dieser Auslegung zugestimmt und der Rest der Gruppe auch...
Allerdings hatte der Paladin kein Ohr dafür. Er war felsenfest davon überzeugt diesen entwaffneten Kleriker gemäß seines Kodex beschützen zu müssen und ließ sich nicht davon abbringen.
Als Alternative hatte ich ihm angeboten bei dem Gefangenen zu bleiben, während sich der Rest der Gruppeauf dem Weg zur Mühle macht. Damit war er in keinster Weise einverstanden. Sein Argument war, er würde sich dadurch ausgegrenz fühlen, weniger EP erhalten da er so an weniger Kampfgeschehen teilnimmt und demnach würde er irgendwnan nicht mehr zu den Treffen kommen wollen.
Sein Lösungsvorschlag war, dass ich als SL ( und das habe ihm ein "erfahrener" SL empfohlen) solle in Zukunft das Problem beseitigen indem der Gefangene eine Zyanidkapsel oder Ähnliches nimmt und das Problem damit beseitig sei.

Aber macht es wirklich Sinn, wenn ich als SL auf Dauer das ganze Spiel so umbiege, dass es für jeden Mitspieler angenehm und geschmeidig wird?
Ich hatte ihm 500EP als Bonus angeboten, dass er zukünftig die Wachen übernimmt ohne EP-Einbußen zu erleiden. Das wollte er aber nicht.
Schlußendlich bot er an ein Richturteil ala "Ned Stark" zu vollziehen, weil dass einer Lösung aus seiner Sicht am nächsten kam...


2. Fehlende Intelligenz beim Charakter:
Der Paladin wurde leider nur mit 8 Punkten bei der Intelligenz geskillt und hat deshalb einen Wert von -1.
Dennoch versucht er ständig seinen Charakter als taktisch geschickt, wohlüberlegt und gerissen zu spielen. Mein Argument war, dass es unfair ggü den Magiern ist, weil diese bewusst auf Stärke verzichtet haben, damit ihre Intelligenz hoch ist.
Der "erfahrene SL" hatte ihm gesagt, dass estrotzdem möglich sei und man es sich bequem umargumentieren kann, dass der Charakter noch unerfahren sei, aber nicht dumm.

3. Ständiger Bezug zu 3.5
Sein Wunschpaladin wird in der dritten Version erläutert, ist abernach meinen Vorgaben nicht zulässig, weil er so in der 5e nicht beschrieben wird.
Das wurmt ihn und es kommt immer wieder zu Situationen, in denen er mit meinen Auslegungen Bezug auf 3.5 nimmt.
BSP: Die Klerikerin wurde besiegt und hatte 3 Fehlwürfe. "Eine goldene Gestalt erschien und teilte ihr mit, dass ihre Zeit auf der Welt noch nicht zu Ende sei, da sie die von Bahamut übertragene Aufgabe nicht beendet hatte" <- im selben Augenblick hatte er das 3.5 zur Hand, schlug die passende Seite auf und verwies darauf, dass ich etwas akzeptiere, was in 3.5 aufgeführt ist.


Es kam jetzt nun zum dritten Mal zu derartigen Diskussionen, dass das Spiel so keinen Spaß mehr gemacht hat.

Ich schreibe hier, nicht weil ich den Spieler ausschliessen will, ganz im Gegenteil... vielleicht finden sich hier Ideen und Argumente die mir weiterhelfen.
Sein Dickkopf ist wirklich sehr sehr dick und ich bin bei allen 3 oben aufgeführten Punkten mit meinem Latein am Ende.


Danke schonmal vorab!  :)
 

Undwiederda:
Erstmal klar machen das D&D 5 nichts mehr mit D&D 3 zu tun hat und das es ein ganz anderes System ist.

Am besten redet ihr noch Mal wie du Paladine siehst und verstehst und ob ihr einen Kompromiss findet.

Und auch die Auslegung der Gesinnung wäre sicher gut. Er hätte ihn ja in der Zeit in eine Zelle oder an sein Pferd anbinden können und das Kit der Cyankalikapsel ist halt Quatsch.

Wenn es gefangene gibt, müssen sie diese auch regeln können und Zweifelsfall baust du in die Nähe eine Wachstation der Armee, eine vorbeikommende Patrouille oder so, wo sie ihren gefangenen abgeben können

Rhylthar:
Fangen wir mit dem radikalen Ansatz an:
Wenn er nochmal mit dem 3.5 Buch wedelt, nimm Feuerzeugbenzin und Streichhölzer und wedel damit.

Nun ein wenig differenzierter:
Wenn er "fantasy-affin" ist, dann empfehle ihm mal die "Ritter Sperber"-Saga von David Eddings. Er soll sich bitte den Ritter Bevier genau angucken und dann seine Spielweise von RG überdenken.
Als weiteres empfhle ich einen Blick in die "Dos and Don´ts", einem Web Enhancement zu dem 3.X Buch "Faiths & Pantheons" für die Forgotten Realms. Da stehen dann auch mal hilfreiche Dinge zu Paladinen drin, speziell auch auf die Gottheiten gemünzt (verschiedene Orden).

Das SPiel sollte auf keinen Fall nur auf seine Belange zugeschnitten werden. Und wenn er mit INT 8 intelligent rüberkommen will...lass ihn würfeln. Jedesmal. Mit Konsequenzen beim Scheitern.

takti der blonde?:
Der Paladin wie ihn Gary Gygax sich vorgestellt hatte, ist am Besten aus folgendem Buch zu entnehmen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Three_Hearts_and_Three_Lions

Paladine von Spielern, die sich verbohrter als Holger benehmen, sind vermutlich Fanatiker und es stellt sich die Frage, ob sie noch Paladine sind.

Persönlich behelfe ich mir folgendermaßen:

Ich frage mich entweder, was Holger tun würde oder was Jesus tun würde (historischer als auch katholischer Jesus eignen sich hier ganz gut; gnostische Interpretationen führen zu komischen Ergebnissen).

Maarzan:
1) Diese ungute egoistische Gier nach EP verbunden mit dem Erpressungsversuch ist ein Abfall von der Gesinnung:
In nostalgischer  Erinnerung an alte Editionen eine Stufe ziehen und die Sprüche stillegen bis zu einer Absolution durch einen höherstufigen Kleriker.  >;D
"Mein Charakter ist halt so", kann ich hier sogar ganz gut verstehen, aber dann muss das Tragen der völlig naheliegenden Ingamefolge nun mit dem Gefangenen belastet zu sein und dadurch auch persönliche Nachteile zu haben genauso selbstverständlich sein. So ist das Rosinenpicken zum Schaden der Anderen -> ideologischer TLFL.

2) Dafür sind Proben da. Wenn der Erfolg angesichts der auch durch diese Werte repräsentierten IG-Situation fraglich erscheint wird eben gewürfelt. Versuchen kann er es ja.

3) Verstehe ich gerade nicht was da konkret anliegt.

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