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Zauber machen es schwer, konsistente Welten zu bespielen - ein DnD-Problem?
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Zed am 13.12.2020 | 13:57 ---Zu Supersöldner und Tudor und allen, die soziale Ächtung von Bezauberungen als Ausbalancierungsmethode zu Charm etc ins Feld führen:
In den ersten Spieljahren war der Handlungsradius meiner 3.5-Spielgruppe klein. Spätestens seit "Teleport" ist er immer größer geworden. Ob sich meine Gruppe in der abgeschlagenen Provinz oder in einem Land, das genügend weit weg ist, aufhielt: Sie taten dort, was und wie sie es meinten tun zu müssen, und verschwanden, bevor Gilden oder ähnlich überhaupt etwas bemerkt hatten und vor Ort eingreifen konnten. Entweder sie hielten sich außerhalb der Reichweite von regulierenden sozialen Kontrollen auf, oder sie benahmen sich zurückhaltender.
Zumeist sind es auch nur Abstecher, die sie machen, also hit-and-run, und nicht selten reisen sie auch in Kriegsgebiete oder Spezialgebiete, in denen staatliche Ordnung nicht existiert. (Ja, im Land Syradon kursieren wegen Fehlverhaltens seit Jahren Steckbriefe von meiner Gruppe. Sie haben Syradon dann lange nicht mehr besucht, und als doch, waren sie dank "Diguise Self" etc gut verkleidet. Ihre Vergehen in Syradon waren nicht so staatszersetzend, dass sie fürchten mussten, aktiv von syradonischen Agenten aufgesucht zu werden.)
Das als Beispiel dafür, dass soziale Gegenmaßnahmen im Zweifel zu "weich" sind. Sie können helfen, aber lieber sind mir strategische Maßnahmen, die als Standard angesehen werden könnten, wie die notarielle Beglaubigung vom Handel teurer Gegenstände. (<- super Idee!)
--- Ende Zitat ---
Verstehe ich. Aber dann ist deine Gruppe halt auch tendenziell kriminell oder zumindest "chaotisch" unterwegs. In der Wildnis, im Niemandsland oder in Kriesengebieten etc. fragt da natürlich keiner nach, insbesondere wenn es gegen "die Bösen" gerichtet ist. Aber da fragt auch keiner danach, ob ein selbsternannter Warlord einfach mittels seiner 40 Räuber alle Handelswaren einsackt, ganz ohne Magie. D.h. da gilt sowieso Faustrecht. Und ja, da haben Magier in bestimmten Situationen einen gewissen Vorteil.
Auf der anderen Seite machst du es ihnen halt auch leicht, damit davon zu kommen, u.a. weil ja Aufklärungszauber generft sind und weil du Angst hast, die Spieler würden Gegenmaßnahmen als unfair anprangern. Letzteres ist ein Totschlagargument, das ich als SL nicht akzeptieren würde. Sonst landet man da, dass Spielerpläne immer funktionieren; weil wenn nicht ist ja unfair seitens des SL (überspitzt gesagt). So ein bisschen hast du dir dein Problem in meinen Augen selbst gehäkelt... :think:
Zed:
--- Zitat von: Lichtschwerttänzer am 13.12.2020 | 15:38 ---und? die Templer hatten Niederlassungen in halb Europa, die Schwerter Tomanaks noch mehr und wenn ein Paladin Tomanaks dich will bist du gesucht mit Internatonalem Haftbefehl mit massiver lokaler Unterstützung
--- Ende Zitat ---
Auf irdische Verhältnisse übertragen treibt sich meine Gruppe 1499 nicht nur im Hansegebiet umher, sondern im neu entdeckten "Ost-Indien", in Ägypten, bei der Kaiserin von China, im Regenwald Sri-Lankas und auf der Dracheninsel Neuseeland. (Ja, es sammelt sich einiges an Strecke an, wenn die Kampagne über 20 Jahre läuft ;D ) So weit reichen die Arme der Hanse nicht. Was auf Sri Lanka passiert, bleibt auf Sri Lanka. :)
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Zed am 13.12.2020 | 15:47 ---Auf irdische Verhältnisse übertragen treibt sich meine Gruppe 1499 nicht nur im Hansegebiet umher, sondern im neu entdeckten "Ost-Indien", in Ägypten, bei der Kaiserin von China, im Regenwald Sri-Lankas und auf der Dracheninsel Neuseeland. (Ja, es sammelt sich einiges an Strecke an, wenn die Kampagne über 20 Jahre läuft ;D ) So weit reichen die Arme der Hanse nicht. Was auf Sri Lanka passiert, bleibt auf Sri Lanka. :)
--- Ende Zitat ---
Aber wieso darf nur deine Gruppe weltweit agieren? Wieso nicht auch andere Parteien? Eigentlich ist das doch nur noch schlimmer: dann setzt nicht nur eine Region ihre Häscher auf die Gruppe an, sondern gleich mehrere... Und ich würde nicht ausschließen, dass die Kaiserin von China mittels ihres weiten diplomatischen Netzwerks international nach den Leuten suchen lässt. Der Arm Chinas mag nicht bis nach "Ost Indien" reichen, aber die diplomatischen Beziehungen, ggf. über mehrere Ecken, durchaus.
Welchen Aufwand eine Partei betreibt, um die Gruppe aufzuspüren und festzusetzen, kann sehr unterschiedlich sein. Es reicht, wenn sie einer rachsüchtigen und wohlhabenden Person auf die Füße treten, die so etwas einfach nicht durchgehen lassen will (koste es, was es wolle). Genau das sind ja häufig genug die Antagonisten in Film und Buch.
Zed:
--- Zitat von: Tudor the Traveller am 13.12.2020 | 15:46 ---Auf der anderen Seite machst du es ihnen halt auch leicht, damit davon zu kommen, u.a. weil ja Aufklärungszauber generft sind und weil du Angst hast, die Spieler würden Gegenmaßnahmen als unfair anprangern. Letzteres ist ein Totschlagargument, das ich als SL nicht akzeptieren würde. Sonst landet man da, dass Spielerpläne immer funktionieren; weil wenn nicht ist ja unfair seitens des SL (überspitzt gesagt). So ein bisschen hast du dir dein Problem in meinen Augen selbst gehäkelt... :think:
--- Ende Zitat ---
Es geht mir bei diesem Thema in erster Linie nicht darum, es ihnen leicht oder schwer zu machen. Das vorletzte Abenteuer haben sie de facto ausgesessen (nicht angenommen), weil es ihnen zu schwer vorkam, nachdem sie die meisten Fakten zusammen hatten.
Es geht in meinen Augen nicht darum, dass s i e es unfair empfinden würden, wenn Ortungszauber auf sie angewendet würden. Es geht darum, dass es m i r unfair vorkommt (und antidramaturgisch), wenn die Gegenspieler, die ich einsetze, Zugriff auf "Allwissenheit" hätten.
Ich würde sagen: Abschwächungen von Ortungszaubern ist quasi der erste, für mich absolut notwendige Schritt zu mehr Konsistenz einer epischen, langjährigen Kampagne.
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Zed am 13.12.2020 | 15:56 ---Es geht in meinen Augen nicht darum, dass s i e es unfair empfinden würden, wenn Ortungszauber auf sie angewendet würden. Es geht darum, dass es m i r unfair vorkommt (und antidramaturgisch), wenn die Gegenspieler, die ich einsetze, Zugriff auf "Allwissenheit" hätten.
--- Ende Zitat ---
Ok, ich hatte das anders verstanden. Aber erstens machen Erkenntniszauber nicht gleich "allwissend" - das halte ich für ein pauschales Vorurteil. Und zweitens: Das ist das Problem der Spieler... lass sie es doch lösen. ;)
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