Pen & Paper - Spielsysteme > D&D - Dungeons & Dragons

Zauber machen es schwer, konsistente Welten zu bespielen - ein DnD-Problem?

<< < (15/74) > >>

flaschengeist:

--- Zitat von: Runenstahl am  8.12.2020 | 20:02 ---Der entscheidende Punkt dieses Satzes ist wohl die Edition. Ich war eher von 5e ausgegangen. Bei 3.5 ist das Problem tatsächlich schlimmer. Da halten die Zauber auch oftmals noch weitaus länger und man kann öfter Zaubern. Wir spielen 5e und da ist es weniger schlimm weil die Fertigkeiten deutlich weniger aufgebröselt sind. Es gibt nicht mehr Klettern / Schwimmen / Laufen / Springen / Kraftakt sondern das alles ist eine Fertigkeit (Athletik). Es gibt auch nicht mehr Schleichen / Leise Bewegen sonder nur noch Stealth. Das macht die Fertigkeiten wieder interessanter. Für 3.5 hast du absolut recht. Bei 5e sind Fertigkeiten mMn noch absolut brauchbar.

--- Ende Zitat ---

Ich stimme zu. @Zed: Hast du D&D 5 schon einmal ausprobiert? Ich habe seinerzeit intensiv D&D 3.5 gespielt und finde, D&D 5 ist in nahezu allen Hinsichten ein besseres D&D 3.5. Hier die wichtigsten Punkte, die mir auf die Schnelle einfallen:
Keine Klassen-Tiers sondern relativ solide Balance zwischen den Klassen, darunter auch potente Nicht-Caster (und damit erspart man sich dann zusätzlich Gefriemel ala "Sorcerer 9/Fatespinner 4/Ruathar 3")
Advantage/Disadvantage statt Gerechne mit kleinteiligen Boni (dafür allerdings manchmal bissel sehr grob)
Concentration Mechanik statt Zauber auf Zauber zu häufen (wir hatten den Spaß in 3.5 auch gemacht: Jeder bufft sich mit x Zauberen, Scying, Teleporation und ab gehts  >;D)
Sauber vereinfachtes Fertigkeitsystem (wenngleich ich deiner grundsätzlichen Kritik zustimme, dass in D&D Magie generell zu viele Nischen besetzen kann)

Tudor the Traveller:
Wie häufig kommt diese spezielle Magie im Krieg zum Einsatz? Aufwendige Verteidigungsmaßnahmen wirst du nur ergreifen, wenn das Risiko hoch ist, entweder durch hohe Wahrscheinlichkeit oder durch kritische Schäden. Die D&D Settings sagen leider nicht viel dazu.

Zed:
Nein, DnD5 hatte ich noch nicht gespielt. Ich habe mich in die Beta von BGIII eingekauft, um so mal etwas 5er-Luft zu schnuppern, aber nicht viel Zeit gefunden, es zu spielen. Ich hatte vor Erscheinen der 4e begonnen ein eigenes D20 zu erarbeiten, auf Sparflamme. Darin versuche ich, den 3.5-Problemen, die wir hier angesprochen haben, Rechnung zu tragen. Im Coronajahr habe ich es stärker vorangetrieben, und ich denke, ich möchte es auch zu einem spielbaren Ende bringen.

Wenn meine aktuelle Kampagne zuende geht, dann will die nächste Kampagne mit meinem System starten.

Spannend in dieser Diskussion war für mich zu erkennen, dass sowohl PF2 als auch (was ich nicht gedacht hätte) die 4e und die 5e diegleichen Probleme zu lösen versuchen.

Zed:
Danke, für die wahnsinnig anregenden Gespräche heute! Was ich heute alles prokrastiniert habe, wage ich gar nicht aufzuzählen. Ich würde gerne weiter am Ball bleiben, komme aber frühestens Donnerstag wieder zum intensiven Mitdiskutieren.

Erstmal!

Antariuk:
Ich finde, die genannten Problematiken mit der D&D-Magie ergeben sich nur, wenn man damit versucht Bauerngaming mit "Low-Level-Magie" zu machen und im Grunde ein Fäntelalter mit Mittelerde-Seltenheit, was Magie angeht, spielen will. Sprich, zu weiten Teilen ignoriert, was da eigentlich im PHB steht. Und anstatt dann mit Nerfs und Hausregeln und mit "diese siebzehn Spell nehmen wir nicht" zu spielen, sollte man die eigene Welt mit diesen Optionen im Blick von Grund auf überdenken und mal ein gescheites Top-Down-Design in Angriff nehmen.

Das wurde für 3E, was in Sachen magischer (All-)Mächtigkeit ja wohl immer noch die Krone auf hat, auch schon getan. Spontan fällt mir das Tippyverse ein.

So ein Setting hat dann nur wenig mit den Elends-Simulatoren gemeinsam, die viele "typische" Fantasy-Settings auszeichnet. Das heißt aber nicht, um mal auf den Titel dieses Threads und den OP zurück zu kommen, dass damit keine konsistenten Welten oder Spiele möglich sind, ganz im Gegenteil. Man muss nur willens sein, einmal durchzuspielen, was es wirklich bedeutet, wenn ein kleiner Teil der Bevölkerung huchstufe D&D-Magie wirken kann. Und klar, die Konsequenzen im Implikationen sind sehr stark abhängig von der Edition oder auch, ob jeweils Zusatzbände erlaubt sind oder nicht. Das ist mEn aber reines Window Dressing, der Kern ist für die meisten mir bekannten Versionen von D&D gleich.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln