Pen & Paper - Spielsysteme > Weitere Pen & Paper Systeme
Waffen und Ausrüstung in Spielen wie Cortex Prime, Fate usw.
Thaddeus:
--- Zitat von: nobody@home am 8.01.2021 | 12:44 ---Die erste Frage, die ich mir stellen würde, wäre "Ist das überhaupt ein Problem, das 'gelöst' werden muß?". [...]
--- Ende Zitat ---
Das ist genau die Frage und diese habe ich vor geraumer Zeit für mich abschließend mit nein beantwortet. Eine Schusswaffe ist eine Schusswaffe ist eine Schusswaffe und alles, was Waffen voneinander unterscheidet, kann ich perfekt und ohne Nachteile in der Narrative verankern und brauche dafür kein nervtötendes Zahlenwerk, das mich an allen Ecken und Enden nur behindert. Das ist aber absolut subjektiv und eine reine Geschmacksache -> sprich meine ganz persönliche nichtverallgemeinerbare Meinung ;-)
Wir spielen gerade eine sehr schöne Dark Heresy Kampagne, basierend auf einem angepassten Blades in the Dark. Schusswaffen bilden wir einfach hierarchisch ab, so wie es bei Blades auch vorgesehen ist:
Blunderbuss < Lasergewehr < Bolter < Plasmawerfer < Melter
(Wohl angemerkt: Die liste ist nicht starr und wir passen sie durchaus situationsbedingt an)
Das funktioniert sehr gut, weil allen ungefähr klar ist, was die unterschiedlichen Waffen machen und den Rest füllen wir in der Narrative auf. Das funktioniert erstaunlich gut. Hinter dieser regelseitigen Abbildung von Waffen steht die Vorstellung, dass der Würfelwurf stets nur die Handlung des Charakters in narrativer Weise lenkt. Schadenswürfe sind daher weder vorgesehen, noch würden sie in dem System überhaupt funktionieren. Für jemanden der von SR o.ä. kommt, mag das wie Gotteslästerei wirken. Der Punkt ist aber: Wir haben echt viel Spaß!
Ich beobachte 2 interessante Effekte:
1. Gunporn funktioniert auch ohne Zahlen!
2. Der einzige Spieler in der Runde, der tatsächlich mit Schusswaffen unterwegs ist, hat keinen blassen Schimmer vom WH40K Universum. Trotzdem füllt er seinen Charakter perfekt aus! Ich habe ihm eigentlich nur gesagt: Eine Boltpistole macht große Löcher und ist selten. Das hat er verstanden und gegrinst.
edit: typos
Lord Verminaard:
--- Zitat von: RackNar am 8.01.2021 | 11:39 ---Dann ist es jedoch auch egal, welche Waffe jemand hat ...
--- Ende Zitat ---
Jedenfalls regeltechnisch ist es egal. In D&D ist es in 95% der Fälle auch nur die Frage, ob du 1W6 oder 1W8 Schaden machst, das übrigens am Rande. ;)
Ist aus meiner Sicht weniger die Frage erzählerisch oder nicht, sondern die Frage, wie fein granuliert man sein Regelwerk möchte.
Thaddeus:
--- Zitat von: nobody@home am 8.01.2021 | 12:44 ---Denn gerade in Erzählungen sind ja Waffen und Ausrüstung oft genug nur Staffage -
--- Ende Zitat ---
Das! Und ich würde gerne noch eins draufsetzen: Eine Sache, die mich bei klassischen Rollenspielen immer gestört hat, war, dass coole und vor allen Dingen originelle Beschreibungen zumeist keinerlei Widerhall in der Geschichte gefunden haben.
Warum gebe ich mir große Mühe, die gräuselige Axt meines Barbaren zu beschreiben, wenn sie doch am Ende nur als stinknormale 08/15-Barbarenaxt von der Stange weg verregelt wird? Ohne in die Sonderregel/Hausregel-Trickkiste zu greifen, bleibt es eben doch nur eine Axt. Und nur wenn gelegentlich mal wieder der Spieler seinen Charakter beschreibt, erinnert sich die Runde: "Ach, ja... Du hattest ja diese Axt, genau, stimmt...". Wenn aber wie z.B. bei FATE die Axt mit ihrer Beschreibung eine Bedeutung hat und über ihre Beschreibung (z.B. Aspekt) immer wieder in der Narrative der Geschichte verankert oder platziert werden kann, finde ich das persönlich viel spannender, als wenn es eben doch nur jedesmal 2W6+2 Schaden sind, die diese Axt charakterisieren.
Holothuroid:
Im Old School Hack (dem historischen Cousin der PbtA-Systeme) gibt es grobe Waffenkateorien, die immer einen gewissen Vorzug haben und auf bestimmten Terrains besonders gut funktionieren.
http://www.oldschoolhack.net/
Ein Zauberstab ist da z.B. einfach eine Fernkampfwaffe.
RackNar:
Natürlich muss es kein Problem sein. Aber im Sinne des Gedankenexperiments gehe ich einfach mal davon aus, dass es ein Problem ist ;-)
Wenn ich die Waffen und Rüstungen z. B. in grobe Kategorien einteile, könnte ich z. B. mittels vergleich einfach Vorteile und Nachteile anwenden. Dann habe ich jedoch immer noch das Problem, das Ausrüstung in der Regel über Geld erworben wird. Das ist jedoch meines Erachtens bei Spielen wie Fate aber unangebracht. Ausrüstung mittels Charakterpunkten kaufen kann auf der andern Seite unbefriedigend sein ...
Einen Tod muss man da wohl sterben.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln