Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Ist D&D5 ein Ersatz für die OSR-Versionen?
Kaskantor:
Ich finde, dass das Spielgefühl von zb. DCC komplett anders ist als 5e (was ich seit 2014 spiele).
Abgesehen von dem was der Schneeland sagt, merkt man den Unterschied auch schön in den Kaufabenteuern.
DCC kurz, knackig und Episodenhaft, in der 5e eher lange Kampagnen.
MMn ersetzt man da nicht das ein oder andere, sondern man kann zb. DCC und DnD5 wunderbar nebenher spielen.
Rorschachhamster:
--- Zitat von: Teylen am 10.06.2021 | 07:24 ---Wenn ich mir anschaue wieviele Kickstarter die Kombin "OSR und/oder D&D 5E" für Setting, Abenteuer und Ergänzungszeug haben, scheinbar ja ^^;
--- Ende Zitat ---
Ich würde behaupten, mit etwas Konvertierung kann man eh jedes EDO-Abenteuer mit jedem EDO-System bespielen - und ist ja meist schon irgendwie in einem Vorstellungsraum, dem irgendwie D&Digen, auch bei wichtigen und starken Regel- und Spielgefühlunterschieden (Klassen, Stufen, allgemein bekannte magische Gegenstände etc.). :)
Wobei ich mal die Unterschiede in den Umsetzungen genau anschauen möchte, jetzt... :think:
Nodens Sohn:
--- Zitat von: Tarendor am 9.06.2021 | 22:18 ---Mal eine Frage an die Kenner: Ersetzt D&D5 in seiner aktuellen (2021) Gestalt die ganzen OSR-Spiele, die vor einigen Jahren sehr populär waren?
--- Ende Zitat ---
Das ist eine gute Frage. Ich befinde mich genau in dem Zwiespalt welches System (Beyond the Wall oder D&D5e) ich meiner Gruppe vorlegen/zumuten möchte.
Eigentlich bin ich mit der 5e wieder bei D&D eingestiegen, gerade weil es mir das "alte" Spielgefühl vermittelte. Doch leider kommen meine SpielerInnen nicht alle mit diesen Charakter-Klassen-Subsystemen klar. Und genau diese Subsysteme sind es auch, die mir das OSR-Gefühl zunichte machen.
Andererseits ist es ja nicht so, als wäre damals alles aus einem Guss gewesen.
Also hadere ich immer noch mit mir und verfolge diese Disskussion mit Interesse.
Talwyn:
--- Zitat von: Wisdom-of-Wombats am 10.06.2021 | 01:56 ---Zum Thema der angeblichen Tödlichkeit: Da OSR Monster auch meistens nicht besser treffen als SC, und gute Rüstungen nicht teuer sind, ist OSR im praktischen Spiel längst nicht so tödlich wie es sich liest.
--- Ende Zitat ---
Der entscheidende Punkt in Sachen Tödlichkeit sind die Todesrettungwürfe in 5E. Streicht man diese und dreht zusätzlich - wie du schon sagst - an den Heilungsregeln beim Rasten, dann ist man in Sachen Tödlichkeit bzw. allgemeiner harten Konsequenzen ziemlich nah an der OSR.
--- Zitat von: Koruun ---Nein, selbst mit viel Regeltweaks um das Spiel "grittier" zu machen, bleibt es ein Combat as Sports Taktikspiel für Leute die gerne und ausschließlich den Kampf als die primäre Problemlösung ansehen, weil die Fähigkeiten so cool sind.
--- Ende Zitat ---
Da würde ich vorsichtig widersprechen. Wenn das Risiko hoch ist, dass der Charakter mit den coolen Fähigkeiten im Kampf trotz dieser Fähigkeiten mal eben über die Klinge springt, dann hat man als Spieler schon eine Motivation einerseits nach alternativen Vorgehensweisen zu suchen, oder aber halt nach Strategien um die Chancen zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen. Viel wichtiger als das Regelsystem ist hier IMO das Abenteuer: Als Beispiel sei mal die Festung im Grenzland genannt, wo man auf der ersten Stufe direkt mal in einen Raum mit 25 Goblins rennen kann. Da kann man jetzt selbst in der unmodifizierten 5E nicht viel machen, wenn die Gruppe da frontal reinstürmt gibt es einen TPK.
---
Unterm Strich würde ich behaupten, dass man 5E relativ leicht so weit hacken kann, dass es ziemlich nah an OSR ist: Todesrettungswürfe streichen, Heilregeln bei der Rast modifizieren, Moral-Regeln für Monster, und XP für Gold. Zusätzlich spielt man ohne Feats und würfelt die Attribute in Reihe aus (hier würde ich allerdings 4d6 drop lowest empfehlen, weil das ganze System eher darauf geeicht ist als auf 3d6, was in der OSR anders war).
tartex:
Ich will noch ergänzen, dass es sicher - besonders in den USA - Leute gibt, die D&D5 mit OSR-Einstellung spielen. Die spielen halt an den Regeln vorbei.
Ich hatte selbst zu D&D3.5-Zeiten so einen Spielleiter. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass er die D&D3.X-Regeln überhaupt jemals gelesen hat. Er hatte seine Red Box halt noch im Kopf und wir haben die Charakter nach der aktuellen D&D-Edition erstellt, aber er hat fast alles gehandwedelt (und z.B. auch unseren Rogue auf im Kampf auf Old-School-Niveau generft). Die Monster-Werte hat er natürlich schon aus dem aktuellen Monster Manual geholt.
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