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[Eclipse Phase] Wie eine Kampagne starten?

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Skarabäus:
Wir alle kennen es: Treffen sich ein Magier, ein Kleriker, ein Krieger und ein Dieb in einer Taverne, trinken ein paar Bierchen zusammen, wobei ihr Blick zufällig auf das Plakat "Helden gesucht" fällt und schwupps, das Abenteuer kann starten.  ;)

Da sich hier offenbar einige Leute tummeln, die bereits die ein oder andere Runde Eclipse Phase gespielt habe, wollte ich die versammelte Erfahrung anzapfen, wie man analog zu D&D eine Kampagne in Eclipse Phase ans Laufen bringt. Denn hier sind die Möglichkeiten deiutlich umfangreicher hinsichtlich der Richtung, in der man sich entfalten kann, z.B. in Richtung Firewall, Gatecrasher oder Criminal, um die gängisten Pfade zu nennen. Ja, im Regelwerk sind diese Konzepte angesprochen und auch mit Beispielcharakteren illustriert. Mir würde es aber eher helfen, wenn ihr eure persönlichen Erfahrungen teilen würdet. Mit welchem Schwerpunkt habt ihr gespielt und wie setzte sich eure Gruppe zusammen? Was war eure Taverne, wie sah euer Plakat aus?

Skarabäus:
Ok, offensichtlich haben wir uns mit Eclipse Phase ein echtes Nischensystem ausgesucht.

Und wir tasten uns immer noch und ganz langsam zur ersten Spielsitzung vor. Immerhin sind wir uns einig, dass wir als Gatecrasher ferne Welten erkunden wollen. Die Charaktererschaffung funktioniert recht einfach, zumindest wird man sehr schön durch die grundlegenden Schritte geführt. Sobald es jedoch zur Ausrüstung kommt, wird alles wieder sehr unübersichtlich und leseintensiv.

Ich finde das Setting immer noch sehr cool, gerade wegen der vielfältigen Möglichkeiten, aber genau aus diesem Grund möchte ich es nicht leiten müssen. Trotzdem oder gerade deswegen bin ich sehr gespannt, wie sich mein mühsam erarbeiteter Charakter im Spiel anfühlt. Einen Moment wird das noch dauern.

Sgirra:
Ich habe mit einem Oneshot mit vorgefertigten Charakteren gestartet. Danach hat sich die Hälfte der Gruppe entschieden, die Charaktere zu behalten, andere haben sich andere gebaut. Anschließend haben wir eine Session Zero eingelegt, in der wir unsere Firewall-Zelle gebastelt haben, wofür ich ein paar einfache Fragen vorbereitet habe (Zu welcher Strömung gehört euer Server? Wer ist euer Proxy? Was sind eure Memes?). Danach habe ich angefangen, was anhand der Hintergründe der Figuren zusammenzuweben. Mit klassischen D&D-Ansätzen hat es wenig zu tun. Andererseits gibt es den Proxy als Bezugsperson, der die Egos brieft und dorthin transferiert, wo sie gebraucht werden. So gesehen geht es massiv einfacher von der Hand als "in der Taverne": An ihre Stelle tritt ein geschützter Virtual Space.

Leider ruht es aktuell aufgrund von Zeitproblemen. Oh, und ein kleiner Disclaimer: Wir spielen nicht mit den originalen Regeln, schon alleine deswegen, weil ich W100-Systeme schlicht nicht mag. Stattdessen benutzen wir die Year Zero-Enginge in einem selbstgeschriebenen Hack. Ein mehr narratives System passt für mich einfach besser zu diesem großartigen Setting.

Quaint:
Ich mag EP auch, aber vor allem weil ich Transhumanismus an sich mag.
Es erfordert auf jeden Fall einiges an Umdenken.
Geld als Belohnung beispielsweise ist irgendwie so nen Ding, denn großteils ist man halt in der "Post-Scarcity-Economy" angekommen.
Sterben als großes Risiko mit dem Spannung aufgebaut wird ist auch meh - ist ja so gut wie jeder unsterblich, und selbst die finanzielle Belastung wegen neuem Körper spielt nicht immer ne Rolle. Und wegen möglichem Trauma kann man halt auf ein älteres Backup zurückgehen oder ne realitätsbeschleunigte Therapie machen.

Das typische Abenteuer ist halt wohl: große Bedrohung X ist (dem Privatgeheimdienst dem die SC normal angehören) bekannt, ihr seid die einzigen die da sind/hin kommen, wendet die Bedrohung ab.

Man kann aber natürlich auch total viel untypischen Kram damit machen.

Skarabäus:

--- Zitat von: Quaint am 28.09.2021 | 17:23 ---Ich mag EP auch, aber vor allem weil ich Transhumanismus an sich mag.
Es erfordert auf jeden Fall einiges an Umdenken.

Man kann aber natürlich auch total viel untypischen Kram damit machen.

--- Ende Zitat ---

Du hast perfekt die Dinge auf den Punkt gebracht, die EP reizvoll, aber - zumindest für mich - sehr anspruchsvoll machen. Ich kann nicht den Finger drauf legen, warum mich das EP-Universum mehr erschlägt als eine komplette neue Fantasywelt. Vermutlich weil sich auch in unterschiedlichen Fantasysystemen bestimmte grundlegende Gedankengebäude ähneln, EP dagegen vieles was für uns Alltag und Selbstverständlichkeit ist über den Haufen wirft.

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