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Dread online spielen
Lord Verminaard:
Ja, der Titel sagt es eigentlich. Das Geniale an Dread ist ja der Jenga-Turm, aber Jenga online spielen ist schwierig. Es gibt das für Table Top Simulator, aber erstens müsste dann erst mal jeder TTS haben, und zweitens finde ich die Bedienung eher schwierig und man kann leicht durch einen Misclick alles umschmeißen. Ich habe mir zwei mögliche Varianten überlegt, ausgehend von der Annahme, dass bei Jenga mit ungeübten Spielern nach ungefähr 20-30 Zügen der Turm fällt.
1) Es gibt einen Pool von 15 Würfeln für die ganze Gruppe. Statt einen Block zu ziehen, nehme ich einen Würfel und werfe ihn. Bei einer geraden Zahl habe ich Erfolg. Bei einer ungeraden Zahl muss ich den Würfel aus dem Pool entfernen. Ich kann jetzt aufgeben und ein Scheitern meiner Aktion in Kauf nehmen, oder ich kann einen weiteren Würfel nehmen und es erneut probieren, auch mehrfach. Zeigt der letzte Würfel eine ungerade Zahl, ist der Turm gefallen. Vorteil: In roll20 & Co. umsetzbar. Nachteil: Nicht so aufregend wie Jenga. Statistische Ausreißer können deutlich unter oder deutlich über 30 Würfen liegen (im Verlauf kann man da aber als SL gegensteuern).
2) Angelehnt an die im Buch geschilderte alternative Methode: Jeder Spieler hat bei sich am Rechner einen Haufen W6. Anstatt einen Block zu ziehen, muss er die W6 aufeinander stapeln. Habe es gerade ein paarmal probiert, ganz am Anfang ist es noch nicht so aufregend, aber so ab einer Höhe von 6 dann schon. Habe zwischen 9 und 16 Würfel geschafft, ehe der Turm fiel. Bei größeren Runden könnte man überlegen, schon mit 2-4 gestapelten Würfeln anzufangen. Vorteil: Näher dran am Original-Erlebnis. Nachteil: Schwierig, eine Kamera-Einstellung zu finden, bei der die Mitspieler den eigenen Turm sehen können und man gleichzeitig nicht Gefahr läuft, ihn durch eine unbedachte Bewegung umzuschmeißen (wobei man notfalls dann wieder auf gleiche Höhe stapeln könnte, also nicht ganz so schlimm wie bei Jenga). Ohne Kamera bzw. bei Off-Screen Turm nicht der gleiche Effekt.
Was meint ihr dazu? Habt ihr vielleicht noch andere Ideen oder sogar schon Erfahrungen gesammelt? Lasst hören!
Haukrinn:
Methode 2 finde ich für's Onlinespiel nicht brauchbar. Das setzt Platz, eine gerade Oberfläche und faire Spieler voraus (Webcam immer auf dem Turm wird bei vielen Leuten schon nicht gehen). Wenn dann einmal die Katze kommt, es klingelt oder das Kind was will ist der Turm auch schon futsch. Ziemlich antiklimatisch.
Methode 1 finde ich besser. Nicht so aufregend muss auch nicht sein: Du musst nur dafür sorgen, dass alle Spieler immer die verbleibende Würfelmenge sehen können. Dann bleibt es auch spannend. Ich würd z.B. bei Roll20 den Pool durch zentral auf der Spielfläche platzierte Tokens darstellen. Damit die Wahrnehmung zwangsläufig darauf fallen muss.
Lord Verminaard:
--- Zitat von: Haukrinn am 20.09.2021 | 19:21 ---Ich würd z.B. bei Roll20 den Pool durch zentral auf der Spielfläche platzierte Tokens darstellen. Damit die Wahrnehmung zwangsläufig darauf fallen muss.
--- Ende Zitat ---
Ja, genau so hatte ich es auch gedacht. :d
Aber ich denke, man sollte einfach nicht unterschätzen, wie wichtig es ist, dass man beim Ziehen des Blocks eben nicht einfach nur mehr oder weniger passiv ein Würfelergebnis erwartet, sondern aktiv etwas macht und sich darauf auch konzentrieren muss und die Hand ruhig halten muss. Das ist einfach eine ganz andere Art von Anspannung, die kriegst du beim Würfel Klicken nicht, wohl aber beim Würfel Stapeln. Faire Spieler würde ich nicht so als Problem sehen, die brauche ich sowieso, um Spaß zu haben. Aber die anderen Sachen sind schon echte Hürden... :-\
Vash the stampede:
Bei der Würfeloption ist mir der Zufall zu dominant, daher eine weitere Überlegung.
Im Prinzip ist der Turm eine Mischung aus Verknappung der Optionen und Geschick, plus ein bisschen Zufall.
Geschick kann man Online, ohne zu weit abzudriften, nur unschön abbilden. Aber man könnte Geschick substituieren. Vielleicht durch eine geistige Aufgabe, die mit einer abnehmender Zeit verknappt wird. Jetzt müsste es noch eine repetitive Aufgabe sein, die durch die fehlende bzw. geringer werdende Zeit schwieriger wird. Oder die Zeit bleibt gleich, aber die Aufgabe an sich wird schwieriger.
Wie genau, weiß ich jetzt auch noch nicht, aber das wäre meine Überlegung dazu.
Blöde Variante dessen, aber so als Ansatz: schwierigerer werdendes Sudoku.
Lord Verminaard:
Hm ich weiß nicht, ich könnte mir vorstellen, dass das dann zu sehr von der Story ablenkt. Obwohl ich auf Reddit von einem SL gelesen habe, der Mine Sweeper verwendet hat... :o
Eine Modifikation der Würfel-Stapel-Idee: Wir verwenden die Alternativ-Regel so wie im Buch beschrieben, also fünf Türme, die wir auch im virtual Desktop durch Tokens repräsentieren. Es wird jeweils gewürfelt, auf welchen Turm gestapelt werden muss, bei 6 kann man es sich aussuchen. Keiner muss aber bei sich den Turm das ganze Spiel über stehen haben. Statt dessen muss er jedes Mal erneut den gesamten Turm bis zur erforderlichen Höhe aufstapeln. Also wenn ich eine 4 würfle, und bei 4 sind bereits 6 Tokens gestapelt, muss ich jetzt einen 7 Würfel hohen Turm bei mir bauen. Vorteile gegenüber der ursprünglichen Idee: Ich kann vorher die Kamera verstellen. Und ich kann keinen Turm zwischendurch aus Versehen umschmeißen.
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