Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Wie wichtig ist das Hauptattribut ?
Gunthar:
Ich habe ein Shadow Sorcerer/Hexblade. Der maxxt sein Hauptattribut erst auf Level 14 aus. Und das obwohl er auf L1 mit CHA 17 startet. Der Grund ist, dass er beim ASI auf Half-Feats zurückgreift. (Shadow touched, Fey touched, Elven Accuracy). Und Hauptattribut ist bei dem Charakter auf Grund seines Utility-Aufbaus nicht so wichtig.
Fillus:
D&D5 ist eines der letzten Spiele bei dem ich optimiere. Bei den meisten anderen lasse ich sogar Punkte ungenutzt, um den Charakter zu steigern. Bei D&D5 fühle ich mich genötigt zu optimieren. Ich habe schon öfter überlegt warum das so ist.
Es tut schon fast körperlich weh, weil ich mir immer erst eine Rollenspielidee zurecht lege, dann schaue zu welchem Volk und welcher Klasse es passen würde. Es bringt mir dann wenig wenn daraus Goblin und Druide wird, weil die Attributskombi für mich nicht passt. Daher begrüße ich die neue Regeln und bezweifle trotzdem stark das sie in meinen Gruppen Verwendung finden wird.
Okay, zum Grund warum ich optimiere. Ich liebe das Rollenspiel. Das findet im Kampf eigentlich nicht mehr viel statt, es wird zum Brettspiel. Ist aber klar, niemand möchte dauernd beschreiben wie er seinen Schlag mit der Axt ausführt. Faktisch werden in fast jedem Kampf die selben Charakterfähigkeiten ausgeführt, die selben Zauber gesprochen.
Baue ich also einen Charakter der nichts (oder weniger kann) gefährde ich einerseits die Gruppe. Aber was bei mir noch schwerer wiegt, ich verlängere den Kampf und diesen will ich möglichst schnell beendet haben. Zu selten sind diese (für mich) wirklich spannend, sondern mehr ein HP runter kloppen.
Ein Trugschluß, weil immer wenn die Charaktere besser werden, rüstet auch die Spielleitung auf. Dennoch hat es sich bei mir so festgesetzt. Ich suche nicht immer die besten Optionen raus, das Optimieren hat klare Grenzen und alles muss zur Rollenspielidee passen. Aber bei den Attributen, welche für die Charakteridee keine Rolle spielen, kann ich nicht gut die schlechtere Option nehmen. Während ich die Unterklassen oder Zauber nur nach Rollenspiel auswähle. Magier haben bei mir so gut wie nie den Feuerball oder andere typische Zauber.
Also ich würde gerne die Attribute frei verteilen, hatte aber noch keine Spielrunde wo dieses erlaubt gewesen wäre.
ps. Mulitklassen nutze ich gar nicht. Ich rechne auch keine DPS aus. Die Rollenspielidee ist das entscheidene, egal wie gut die Klasse/Unterklasse bewertet wird.
Samael:
--- Zitat von: Gunthar am 19.05.2022 | 06:53 ---Ich habe ein Shadow Sorcerer/Hexblade. Der maxxt sein Hauptattribut erst auf Level 14 aus. Und das obwohl er auf L1 mit CHA 17 startet. Der Grund ist, dass er beim ASI auf Half-Feats zurückgreift. (Shadow touched, Fey touched, Elven Accuracy). Und Hauptattribut ist bei dem Charakter auf Grund seines Utility-Aufbaus nicht so wichtig.
--- Ende Zitat ---
Das ist auch so ein Phämonem: Charakter durchplanen bis lvl20 (o. Ä.) von Beginn an. Hab ich noch nie gemacht und bringe ich auch nicht zusammen mit „offenem“ Rollenspiel. Sollte Charakterentwicklung nicht auch berücksichtigen, was dem Charakter während des Spiels widerfährt??
Tudor the Traveller:
--- Zitat von: Ein Dämon auf Abwegen am 18.05.2022 | 23:26 ---Oder um es mal etwas prägnater zu formulieren, wenn du als Kämpfer mit deinen Waffen nur soviel Schaden machst wie die Caster in deiner Gruppe wenn sie Waffen benutzen statt zu Zaubern, hast du ein Problem.
Und das wird über den Daumen gepeilt passieren wenn du nur Str 15 hast und die Str oder Dex 16.
--- Ende Zitat ---
Selbst bei gleichem Schaden haben Martials ja Features, die den Waffeneinsatz unterstützen, die Caster nicht oder nur stark vermindert haben. Auf Mid Level kommen dann noch Magic Items dazu. Zudem haben Caster idR weniger AC und HP, würden also schneller Down sein.
Raven Nash:
Es ist halt wieder die alte "ich spiele D&D wie ein MMO" vs. "ich spiele D&D wie jedes andere PnP".
Für viele ist D&D halt immer noch das, was es seit Anbeginn war: Monster plätten, Schätze raffen. Damit verhält es sich auch exakt wie ein beliebiges MMO oder PC-Game. Und unterliegt damit auch dem selben Optimierungszwang.
Spielt man Abenteuer die diesem Standard nicht entsprechen, ist Optimierung oft nur wenig hilfreich. Das muss jetzt gar nicht eine Häufung sozialer Konflikte sein, es reicht schon, wenn man den Exploration-Pillar stärker betont, "Überleben" nicht als Kämpfe-bestreiten definiert und von den Spielern auch andere Lösungen erwartet als nur den Griff zu Schwert oder Feuerball.
Allerdings: Ich gebe zu, dass die Klassen im PHB genau auf den MMO-Spielstil zugeschnitten sind. Will man was anderes, muss man sie ersetzen (siehe Ruins of Symbaroum & Co.). Das System selbst kann deutlich mehr.
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