Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Wie wichtig ist das Hauptattribut ?
Runenstahl:
--- Zitat von: Zed am 22.05.2022 | 12:38 ---Jede Person kann ja sein, wie sie will. Für mich können zwar körperliche Attribute von Volk zu Volk unterschiedlich sein, aber die geistigen sollten nah beieinander liegen, um charakterliche Stereotypisierung zu vermeiden.
"Orks sind dumm, Frauen haben einen höheren EQ, und Zwerge sind immer geldgierig." - das Niveau von Erzählungen hat sich in den letzten Jahrzehnten glücklicherweise insgesamt weiterentwickelt und derartige Klischees hinter sich gelassen. Gut, dass Rollenspiele diesen Fortschritt mitgehen.
--- Ende Zitat ---
Anders als in der realen Welt wo wir alle eine Spezies sind, ist das bei Fantasy ja nicht der Fall. Da sind Orks, Oger etc. nunmal im Schnitt dümmer, Goblins, Halblinge und Gnome sind im Schnitt kleiner und Hochelfen sind eher hochgewachsen und schlauer. Selbst mit den alten Attributsboni kann man ja trotzdem einen schlauen Orks (Pointbuy 15) oder einen relativ dummen Hochelfen (Pointbuy 9) spielen und dadurch mit den Klischees brechen. Aber das für mich halt genau der Punkt: Wenn jeder seine Attribute völlig verteilen darf, dann werden die Klischees Regelseitig gar nicht mehr untersützt und es ist dann wirklich nichts besonderes mehr daran einen hochgebildeten Ork-Magier zu spielen.
Aber wir drehen uns im Kreis. Letztlich gibt es da zwei Meinungen:
1. Freie Attributsverteilung unterstützt das Rollenspiel da es mehr Freiheit beim Charakterbau gibt weil es erlaubt ohne regelseitige Nachteile mit jeder Rasse jede Klasse bespielen zu können.
2. Feste Attributsverteilung unterstützt das Rollenspiel weil es dazu animiert bestimmten Rassen auf bestimmte Arten zu spielen und es sich stimmiger Anfühlt wenn z.B. Halblinge im Schnitt geschickter sind als Goliaths. Gleichzeitig sorgt es dafür das außergewöhnliche Kombos nun wirklich hervorstechen.
Ich selbst vertrete die Meinung von Punkt 2, kann Punkt 1 aber auch gut verstehen. Wie so oft ist es letztlich Geschmackssache und wie immer gilt ja, das es egal ist was in den Regeln steht. Relevant ist am Ende nur worauf sich die jeweilige Gruppe einigt.
Rhylthar:
--- Zitat von: nobody@home am 22.05.2022 | 13:02 ---Von mir aus. Wer kann von sich schon wirklich behaupten, er/sie/wasauchimmersonst könnte "übermenschliche" Intelligenz, Weisheit, und/oder entsprechendes Charisma tatsächlich angemessen ausspielen? Das schaffen doch nicht mal die meisten Spielleitungen... ;)
--- Ende Zitat ---
Darum geht es nicht. Es geht darum, dass gewisse Völker zu Beginn ihrer Abenteurerkarriere in den geistigen Attributen etwas besser aufgestellt sind als andere. Mit "übermenschlich" hat dies erstmal nichts zu tun, da auch jeder Mensch (als Volk) diesen Wert erreichen kann, da der Deckel bei allen beim Wert 20 ist.
Die Frage, die sich jede(r) selbst stellen muss, ist, ob sie/er die Differenzen in den Attributen, egal ob körperlich, für sich befriedigend erklären kann. In 3.X war es für mich vollkommen okay und ich sehe bis heute keine Probleme damit, wenn ein Wild Elf einen Malus von -2 auf INT bekam, ein Sun Elf jedoch einen Bonus von +2. Kultureller Hintergrund, Aufwachsen in der Gesellschaft, Vermittlung von (schulischem) Wissen...konnte ich mitgehen.
Die Fokussierung der 5E auf die Attribute verschärfen in meinen Augen natürlich das Problem noch. Das Legen der Boni auf das Hauptattribut ist für mich ein rein mechanisches.
nobody@home:
--- Zitat von: Runenstahl am 22.05.2022 | 13:05 ---Anders als in der realen Welt wo wir alle eine Spezies sind, ist das bei Fantasy ja nicht der Fall. Da sind Orks, Oger etc. nunmal im Schnitt dümmer, Goblins, Halblinge und Gnome sind im Schnitt kleiner und Hochelfen sind eher hochgewachsen und schlauer. Selbst mit den alten Attributsboni kann man ja trotzdem einen schlauen Orks (Pointbuy 15) oder einen relativ dummen Hochelfen (Pointbuy 9) spielen und dadurch mit den Klischees brechen. Aber das für mich halt genau der Punkt: Wenn jeder seine Attribute völlig verteilen darf, dann werden die Klischees Regelseitig gar nicht mehr untersützt und es ist dann wirklich nichts besonderes mehr daran einen hochgebildeten Ork-Magier zu spielen.
Aber wir drehen uns im Kreis. Letztlich gibt es da zwei Meinungen:
1. Freie Attributsverteilung unterstützt das Rollenspiel da es mehr Freiheit beim Charakterbau gibt weil es erlaubt ohne regelseitige Nachteile mit jeder Rasse jede Klasse bespielen zu können.
2. Feste Attributsverteilung unterstützt das Rollenspiel weil es dazu animiert bestimmten Rassen auf bestimmte Arten zu spielen und es sich stimmiger Anfühlt wenn z.B. Halblinge im Schnitt geschickter sind als Goliaths. Gleichzeitig sorgt es dafür das außergewöhnliche Kombos nun wirklich hervorstechen.
Ich selbst vertrete die Meinung von Punkt 2, kann Punkt 1 aber auch gut verstehen. Wie so oft ist es letztlich Geschmackssache und wie immer gilt ja, das es egal ist was in den Regeln steht. Relevant ist am Ende nur worauf sich die jeweilige Gruppe einigt.
--- Ende Zitat ---
Und ich bin da noch einer dritten Meinung: in einem System (wie D&D), das an jedes Attribut noch einen ganzen Rattenschwanz von mechanischen Nebenwirkungen dranklebt, taugen gerade die Attribute weniger zur "Rollenspielunterstützung", weil da dann logischerweise auch noch das Optimierungsinteresse mitten hineinhaut. "Ich spiele Rasse X nicht, weil sie mich als Rasse interessiert, sondern nur, weil ich an ihre Boni ran will!" ist aus meiner Sicht zwar immer noch durchaus verständlich...aber eher gerade nicht das, was ich als einen vielversprechenden Rollenspielstart im engeren Sinne bezeichnen würde.
caranfang:
Die freie Verteilung fördert Min-Maxing. Wir werden hier bestimmten Rassen-Klassen-Kombinationen noch häufiger sehen, weil die Min-Maxer erst recht die perfekte Kombination zusammenstellen können.
Bei den festen Boni fehlen in meinen Augen die mali, dies bis 3e gab. Hier ist jetzt nämlich ein Mensch und ein Halbling gleich stark.
Gebe es Alternativen?
* Zum einen könnte man die alten Boni von AD&D wiederbeleben, inklusive der Höchstwerte. Dies würde aber in gewissen Kreisen zu gewaltigen Unmut führen.
* Zum anderen könnte man den weg von rolemaster gehen, und die von der Rasse kommenden Eigenschaftsanpassungen aus Zuschlag/Abzug für die Eigenschaftsboni verwenden. Dann wären aber die Eigenschaftswerte nicht mehr vergleichbar.
* usw.
Rhylthar:
--- Zitat von: nobody@home am 22.05.2022 | 13:20 ---Und ich bin da noch einer dritten Meinung: in einem System (wie D&D), das an jedes Attribut noch einen ganzen Rattenschwanz von mechanischen Nebenwirkungen dranklebt, taugen gerade die Attribute weniger zur "Rollenspielunterstützung", weil da dann logischerweise auch noch das Optimierungsinteresse mitten hineinhaut. "Ich spiele Rasse X nicht, weil sie mich als Rasse interessiert, sondern nur, weil ich an ihre Boni ran will!" ist aus meiner Sicht zwar immer noch durchaus verständlich...aber eher gerade nicht das, was ich als einen vielversprechenden Rollenspielstart im engeren Sinne bezeichnen würde.
--- Ende Zitat ---
Ist aber wahrscheinlich auch eine USP von D&D.
D&D 3.X hatte diesen "Rattenschwanz" imho z. B. deutlich entschärft. Die weitgehende Unabhängigkeit bzw. die Möglichkeit(en) Skills trotz schlechtem Attributswert in Höhen treiben zu können (und das relativ zügig), die den rein attributsbegabten SC eines anderen Spielers in dem Bereich ausstachen, halfen weiter. Ebenso unabhängig steigende BAB und in gewissen Teilen auch Saving Throws.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln