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Wer kann D&D 5e besser als D&D 5e?

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Tudor the Traveller:

--- Zitat von: nobody@home am  1.07.2022 | 00:21 ---Je nun, Spruchlistenmagie a la längst nicht nur D&D ist auch nicht mehr als nur eine andere Form von schön nach Schema F fabrikmäßig durchdeklinierter Technik. Solange man seinen Spruch XY überhaupt dabei hat und die Herausforderungen für seinen Einsatz erfüllt sind (Batterie geladen, Muni im Magazin...äääh, ich meine natürlich genügend Spruchslots/Astralenergie/Ausdauer/sonstwas übrig und eventuelle Material- und sonstige Komponenten einsatzbereit 8]), muß man quasi nur noch aufs Knöpfchen drücken und darf dann brav seinen vorgefertigten Zaubereffekt schön nach ISO-Magienorm in die Welt setzen.

Ist D&D5-Magie jetzt also ebenfalls öde und "keine Magie mehr"? :think: Nun, meine persönliche Antwort geht tatsächlich zumindest ein gutes Stück weit in die Richtung -- die regeltechnische Umsetzung vermittelt mir weniger einen intuitiven Eindruck vom persönlichen Können eines Zauberers welcher Art auch immer, als sie sich vielmehr nach dem schlichten Jonglieren mit einer zweiten Ausrüstungsliste anfühlt, und Platz zum freieren Improvisieren und Experimentieren mit der jeweils charaktereigenen Magie (was ja eine offensichtliche Methode wäre, hinzuzulernen) findet man auch bestenfalls in den hinteren Ritzen des Systems, wenn überhaupt. Also suche ich halt mehr oder weniger fröhlich weiter nach einem zumindest für mich "besseren" Magiesystem als dem vorliegenden. :)

--- Ende Zitat ---

Nope. Ich verstehe was du meinst, aber das ist imo eine Frage der Perspektive. Das Knöpfchendrücken resultiert daraus, dass Spieler es darauf reduzieren, weil es der einzige regeltechnisch entscheidende Punkt ist. Aber mir ging es um das Konzept dahinter, und das hat eben fast unendliche Freiheitsgrade. D&D zaubert nach Rezeptbuch. Halt dich ans Rezept und das Ergebnis ist so wie es das Rezept vorsieht. Aber die Bandbreite an Rezepten ist prinzipiell nicht limitiert. Spruchlisten sind erweiterbar.

Jetzt der Bogen zum Thema zurück: ich kann zu Fate nichts sagen. Aber SaWo kann diese Form Magie nicht abbilden. In SaWo hast du deine Norm Magie, da muss alles in die Förmchen gepresst werden. Am Ende hast du rote, grüne, blaue etc. Förmchen, ggf. mit Glitzer oder Zuckerguss oben drauf, aber es bleiben die Förmchen. Ein Punkt, wo ich mit 13th Age und 4e auch nicht mehr glücklich bin. Da sind zwar keine Förmchen  aber der Listenaspekt wurde da stark in den Vordergrund gestellt und es gehen imo zu viele Freiheitsgrade verloren.

Da ist D&D 2/3/5 viel freier. Wie ein Rezept halt. Wenn man das ganze Drumherum mit Rezeptbuch, Suche nach dem passenden Rezept und den Zutaten etc. weglässt, dann ist es am Ende halt nur noch ein immer gleiches "essen ist fertig!" Das ist natürlich eher langweilig, ja.

Zanji123:
ok ich hab mir den Thread jetzt ne weile durchgelesen und ich versteh nicht was euer Problem ist?

"Magier/Hexe/whatever unterscheiden sich nur durch die Spruchlisten"  und "andere Regelsysteme wie DSA 4.1 oder Shadowrun machen das besser"

ähm... tbh... nicht wirklich.

Eine Hexe funktioniert spielintern EXAKT gleich wie ein Magier. Du hast mechanisch trotzdem die 3W6 Zauberprobe und könntest sogar als Hexe Gildenmagische Sprüche lernen und Zaubern, du unterscheidest dich Regelmässig NUR von der "Spruchliste". Nur LORE intern wird gesagt "ja also du bist eher naturverbunden und gefühlsbetont und nicht so analytisch wie ein Gildenmagier"
Ein Bannbaladin eines Magiers wird dieser wohl eher anders sprechen als ein Elf (der das wohl erstmals normale "Begrüßung" versteht) aber dennoch machen beide Zauberer exakt das gleiche wenn auch auf Lore ebene und erzählerische Ebene dies anders dargestellt wird.

Das gleiche wie bei Shadowrun. Ob du Schamane oder Magier bist ist vom Spiel her erstmal ziemlich egal. Es gibt keine "nur Schamanen" oder "Nur Magiersprüche" der einzige unterschied besteht darin das du den Magischen Entzug auf ein anderes Attribut verschiebst. Auch hier wird wieder nur in der Lore beschrieben was dein Magier / Schamane jetzt anders macht als der andere.


Daher verstehe ich auch das "ja D&D macht das nur über Spruchlisten und daher doof" ne ziemlich sinnfreie Argumentation.

Schatten des Dämonenfürsten kennt ebenfalls mehrere Schulen der Magie und da wird jetzt auch nicht zwischen "Priester" bzw. "Pfade des Glaubens" und "Magier" oder "Naturverbundene Magier" unterschieden. Nur war uns schnell klar das ein Magier der Technomantie nutzt wohl eher wie ein Mechatroniker an die Magie rangeht.... ein Priester der einen Lebenszauber spricht wird eher den neuen Gott anbeten während ein Priester der alten Götter wohl eher die Natur anbetet, der Magier geht da an den Zauber wieder anders ran und je nach Art der Zauberei sieht der Effekt dann ingame anders aus..... nur ist er halt Spieltechnisch auch nur "Heile Schaden in höhe der Heilungsrate" da brauch ich jetzt nicht x Namen für den gleichen Zauber.


Das Problem das hier grad aufgebaut wird ist daher imho nicht die Regeln, sondern das man die Regeln sieht und dann gleich "bohaaa langweilig ich kann hier nicht meine eigene Note in die Magie reinbringen weils in den Regeln nicht steht".... sorry aber wer das so sieht ist nunmal selber schuld. Einerseits die Freiheit von FATE bejubeln aber es dann nicht hinbekommen diese Freiheit evtl. auch auf eine "langweilige" Spruchliste rüber zu bringen??

tartex:

--- Zitat von: Tudor the Traveller am  1.07.2022 | 07:53 ---. Das Knöpfchendrücken resultiert daraus, dass Spieler es darauf reduzieren, weil es der einzige regeltechnisch entscheidende Punkt ist. Aber mir ging es um das Konzept dahinter, und das hat eben fast unendliche Freiheitsgrade. D&D zaubert nach Rezeptbuch. Halt dich ans Rezept und das Ergebnis ist so wie es das Rezept vorsieht. Aber die Bandbreite an Rezepten ist prinzipiell nicht limitiert. Spruchlisten sind erweiterbar.

Jetzt der Bogen zum Thema zurück: ich kann zu Fate nichts sagen. Aber SaWo kann diese Form Magie nicht abbilden. In SaWo hast du deine Norm Magie, da muss alles in die Förmchen gepresst werden. Am Ende hast du rote, grüne, blaue etc. Förmchen, ggf. mit Glitzer oder Zuckerguss oben drauf, aber es bleiben die Förmchen. Ein

--- Ende Zitat ---

Kann dir nicht ganz folgen: du sagst D&D böte prinzipiell die Möglichkeit freestyle zu zaubern - außer dass es die halt nicht gibt?

Ich kann mir mehr D&D-Zusatzbände mit mehr Zaubern kaufen. Das war es doch, was du meinst?

Bei Savage Worlds ist das Zaubersystem stattdessen bei Default effektbasiert. Aber ich kann doch trotzdem unzählige neue Zauber erfinden, wenn ich unbedingt mag, oder? Gibt ja auch genügend PDFs dazu.

Ich habe halt weniger Slots als in D&D. Ist das das Problem für dich?

Crimson King:

--- Zitat von: tartex am  1.07.2022 | 09:12 ---Kann dir nicht ganz folgen: du sagst D&D böte prinzipiell die Möglichkeit freestyle zu zaubern - außer dass es die halt nicht gibt?

Ich kann mir mehr D&D-Zusatzbände mit mehr Zaubern kaufen. Das war es doch, was du meinst?

--- Ende Zitat ---

Genau. Du kannst dir die Zauber aber auch selbst ausdenken. Wenn es einen Zauber geben soll, definiert man ihn und bewertet ihn und gut ist.

Ich selbst kann mit freieren Magiesystemen mehr anfangen. Ich vermute andererseits, viele Spieler ratonalisieren sich die Vorteile des Systems, das den eigenen Vorlieben entspricht, halt so hin, wie sie die so brauchen. Wenn jemand mit Vancian Magic jahrelang seinen Spaß hatte, wird die Person das Magiesystem auch verteidigen und Gründe dafür finden, dass das das Beste seit geschnitten Brot ist, und genauso anders herum.

Raven Nash:
D&D hat halt generell das "Problem", in seiner Spielerbasis einen guten Teil Bürokraten zu haben, wohl besonders in den Alt-Spielern. Die sehen die Regeln dann als heilig an und wenn diese irgendwas nicht verankern, braucht's zumindest eine Hausregel. Und natürlich muss man sich dann auch über die "Effektivität" eines Charakters Gedanken machen - weil sie das Spiel doch irgendwie nicht viel anders als ein Tabletop sehen.

Wenn ich all das nicht tue, mir also nicht bei jedem Vogelschiß Gedanken mache, ob es dazu vielleicht eine Regel geben könnte, die ich grade verletze, kann ich mit 5e genauso frei spielen wie mit jedem anderen System. Vielleicht sogar in manchen Belangen freier, eben weil es nicht für alles Regeln gibt. Ich hab z.B. noch nie welche für soziale Interaktion gebraucht, in keinem System. Ich finde die Würfelorgie bei TOR in dem Bereich auch relativ bescheiden...

Um die Frage des TE zu beantworten: Eine Gruppe, die nicht aus Regelbürokraten besteht, kann 5e besser als 5e.
Und dem Mathematiker/ITler/etc. wird der Mund zugeklebt.  >;D ~;D

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