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Was ist "gewöhnliche bzw. Standard-EDO-Fantasy"?
1of3:
Eine typische Fantasywelt, wie sie in Rollenspielen meist genutzt wird, ist:
A - Eine andere Welt. Keine Portalfantasy. Nicht unsere Welt.
T - Tolkien-Wesenheiten
E - Experten können Magie. Tolkien ist da tatsächlich eher atypisch. Da gibts im Grunde keine gelernten Magier.
K - Es gibt Ritter und Ritterrüstungen und Burgen und sowas.
/
K - Die Protagonisten gewinnen durch Kickassitude.
A - Die Figuren bekämpfen Ancient Spirits of Evil und andere Monster.
Mittelerde ist ATOK/GA - Magie nur für Gottheiten und Overlords. Und gewinnen tut man durch die Güte des Herzens oder so.
Den vollständigen hervorerragenden Standard findet ihr hier. https://docs.google.com/document/d/1SsjR6hQtNIFVqj4QNBy-Lb63WYUwCKf8bV_W_o3NQPk/edit?usp=sharing
nobody@home:
Ich denke, in Sachen "Moral" hat 08/15-Standardfantasy generell einfach recht klare Freund-oder-Feind-Linien -- wer mich umbringen oder mir anderweitig vergleichbar drastisch schaden will, ist der Feind, und meistens merkt man das auch recht schnell. ;) Ob daneben dann auch noch großes kosmisches Gut-und-Böse-Theater gespielt wird, ist dagegen eher nebensächlich, denn Feinde finden sich auf praktisch jeden Fall genug.
caranfang:
--- Zitat von: Tudor the Traveller am 31.01.2026 | 12:55 ---Heroic Fantasy ist nach meinem Verständnis nicht dasselbe wie Sword & Sorcery, sondern lediglich eine Spielart.
--- Ende Zitat ---
Und das ist ein Trugschluss. Low Fantasy, Sword & Sorcery, Heroic Fantasy u.ä. beschreiben alle das gleiche Genre.
Raven Nash:
--- Zitat von: caranfang am 31.01.2026 | 13:44 ---Und das ist ein Trugschluss. Low Fantasy, Sword & Sorcery, Heroic Fantasy u.ä. beschreiben alle das gleiche Genre.
--- Ende Zitat ---
Nö.
Heroic Fantasy setzt zuerst mal Helden voraus. Und die wiederum orientieren sich stark an mythologischen Archtypen. Helden sind demnach immer Larger-than-life: sei das durch besondere List (Odysseus), Kampfkraft (Achilleus), Wissen oder Führungsstärke. Ob sie dann noch Schwächen haben, ist "Geschmackssache".
Andererseits sind die Bedrohungen, denen sich Helden stellen müssen, auch immer von weit größerem Ausmaß als nur "Monster XY". Dinge, an denen sich davor schon eine Menge anderer die Zähne ausgebissen haben.
Low Fantasy bezeichnet einfach nur den Grad an phantastischen Elementen eines Settings. Das kann mit Heroic vermischt sein (David Gemmell z.B. macht das), muss aber nicht. High Fantasy ist das Gegenteil. Und dann kommt noch High/Low Magic in die Klassifizierung rein.
S&S ist da eher das, was nicht wirklich definiert ist. Es ist Pulp, mit allem, was Pulp eben ausmacht. Die "Helden" sind moralisch verkommen, die Frauen alle nymphomanisch und die Gegner einfach noch niederträchtiger, als die Helden.
Galatea:
--- Zitat von: nobody@home am 18.01.2023 | 13:46 ---Ich würde sagen, "es gibt Götter und Geweihte, die Wunder geschehen lassen können" ist nicht zwingend. Gerade der Klassiker Mittelerde glänzt ja fast schon durch eine regelrechte Abwesenheit von sichtbarer Reliosität, und das, obwohl wir da dank Silmarilion definitiv wissen, daß die Welt durch einen göttlichen Schöpfungsakt zustande gekommen ist und quasi-göttliche Wesen selbst im dritten Zeitalter noch hier und da aktiv durch die Gegend streifen.
--- Ende Zitat ---
Tolkien würde ich auch nicht als EDO-Fantasy ansehen. Es ist zu großen Teilen die Vorlage für alle EDO-Fantasy-Settings, aber hat diverse Sachen, die so überhaupt nicht ins EDO-Fantasy-Klischee passen.
Es ist kein traditionelles Fäntelalter, es gibt keine klassische Fantasy-RPG-Magie (die Istari nutzen kaum Magie und wenn sie es tun läuft die auf einer GANZ anderen Ebene ab als das was Zauberer bei D&D und DSA tun), und was fundamental gute Elfen angeht, äh ja... ich sag da mal nur Feanor, der was Fanatismus und Greultaten angeht nur GANZ knapp hinter den beiden dunklen Lords rangiert (und ja, auf den wird in HdR referriert, der gehört also zum Kontext dieses Buches, selbst ohne das Silmarillion).
Auch entsprechen Tolkiens Elben generell so überhaupt nicht dem gängigen EDO-Fantasy-Klischee (und die Orks ehrlich gesagt auch nicht, zumindest wenn man sich mal ein bisschen in ihre Fähigkeiten einliest, besonders was Technologie angeht - die haben auf erschreckende Weise mehr mit Warhammer40k Orks gemein als mit barbarischen Holzkeulenschwingern).
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