Pen & Paper - Spielsysteme > D&D5E
Schwachstellen der 5e?
Ainor:
Ich sehe Ausrüstungslisten eher so als Inspiration was man so mitnehmen könnte. Dabei sind die Preise egal.
Ist ein bisschen so wie die Flaws&Bonds.
Und ein funktionierendes Wirtschaftssystem ohne zu sagen wie die Welt aussieht ist sowieso nicht möglich.
Die Standardausrüstung pro Klasse ist ja angegeben, d.h. wer sich nicht darum kümmern will muss das auch nicht.
Finde ich irgendwie einfacher in der Handabung als sowas weiter zu abstrahieren. Zumindest hat es bei D&D und anderswo seit 40 Jahren so funktioniert.
Ainor:
--- Zitat von: Arldwulf am 22.03.2023 | 20:49 ---Ja, schon - da gibt es klarere Angaben welche magischen Boni Charaktere einer bestimmten Stufe ungefähr haben sollten und auch in offiziellen Publikationen wie Kaufabenteuern wird sich dann daran ungefähr gehalten.
Es gibt auch teilweise Regelungen für das Spiel ohne magische Gegenstände und Alternativen zu diesen.
D&D ist halt alt und viele Regeln wurden schonmal angebracht. Letztlich gab es nicht wirklich spielerische Gründe für den jetzigen Rückschritt dahingehend - es ließ sich halt als Marketingaussage gut sagen "Magische Gegenstände sind kein Muss mehr!" - und ist natürlich auch die einfachere Herangehensweise als konkrete Regeln zu bauen welche diese weniger notwendig machen.
--- Ende Zitat ---
Die konkrete Regel lautet bounded accuracy. Klar, wenn bei 3E die Gegner mit +30 Angreifen ist eine nichtmagische AC von 20 recht albern. Aber das passiert bei 5E so nicht. Insofern sind Items nicht notwendig um Gegner auf den Standard CRs zu schaffen.
Was die offiziellen Abenteuer angeht müsste man schauen wie viel da ausgeteilt wird und wogegen man auf hohen Stufen kämpfen soll.
Sind ja normalerweise alles Stufe 1- grob 15 Kampagnen.
Der Hasgar:
Moin Leute,
ich beschäftige ich mich erst seit einiger Zeit mit D&D 5e - bin also ein echter Spätstarter :) Verzeiht mir deshalb bitte die späte Antwort.
Habe mir dazu auch diesen Thread durchgelesen und bin ebenfalls der Meinung, dass viele Kritikpunkte wohl eher etwas von persönlichem Geschmack haben.
Bei einem Zitat bin ich allerdings nachdenklich geworden:
--- Zitat von: Ainor am 16.02.2023 | 02:23 ---Naja, das grundlegende Gamedesign geht davon aus dass Skills in erster Linie ein Hobby und damit nicht so wahnsinnig wichtig sind. Ich finde auch nicht dass das Skillsystem besonders gut ist, aber so dramatisch ist das auch nicht. Und viele Kritiken beruhen ggf auf falscher Verwendung des Systems. Wenn die Theologieprüfung aus 50 Fragen besteht die jeder ein Skill check sind dann ist der Unterschied nicht mehr nur 10%.
--- Ende Zitat ---
Hier sehe ich eine wirkliche Schwachstelle von 5e, soweit ich das beurteilen kann (bislang 4 Spielsitzungen und viele Let's Plays gesehen) - und zwar eine Große.
Es mag ja sein, dass das Gamedesign Skills mehr als Hobby betrachtet, aber die dortigen Skills bilden doch Dinge ab, die in einem RPG essenziell sind.
Beispiele:
- Survival (In Wildnisabenteuern ist sowas eigentlich unerlässlich)
- Täuschen / Motiv erkennen (für soziale Interaktion wichtig)
- Athletik / Akrobatik (für körperliche Aktivitäten)
Das sind doch die Handlungen, die in einem RPG neben Kampf/Magie interessant und wichtig erscheinen. Wenn ein solches Basic allerdings eher larifari geregelt wird, fehlt meiner Ansicht nach tatsächlich etwas.
Da passt dann auch das Spielgefühl nicht ganz:
In Stufe 10 fühlen sich Charaktere normalerweise schon richtig heroisch an und können es mit "was-weiß-ich-nicht-alles" aufnehmen.
Aber ein Jäger hat außerhalb seines bevorzugten Geländes immer noch Probleme, Nahrung zu finden:
Weisheit 17= Bonus 3, Übungsbonus = 4, Gesamtbonus = 7 Erfolgswahrscheinlichkeit mittlere Probe (SG 15): 65% -Kompetenz fängt im Normalfall bei 80-85% an.
Hier stimmen also entweder die SGs nicht oder der Bonus auf so einen Skill.
Klar, man kann immer sagen: Du benutzt das System falsch, weil man nur zu bestimmten Zeitpunkten überhaupt Proben würfeln sollte usw... Aber das macht das System an dieser Stelle nicht besser.
Dann könnte man Skills auch gleich weglassen und sagen: Der Jäger findet immer Nahrung, kann immer gute Rastplätze finden und verrirrt sich nie und nirgends. Der Magier und Gelehrte weiß immer alles usw...
Das D&D 5e System hat sicherlich einiges richtig gut gemacht, aber das ist zweifelsohne eine echte Schwachstelle.
Arldwulf:
Klar. Aber auch nur wenn man den Fokus darauf legt längere oder abwechslungsreiche Kampagnen mit wechselndem Spielstil zu machen. Doch das ist nicht was die 5e ausmacht.
Die Stärke der 5e liegt in der weiten Verbreitung und der Verwendungsmöglichkeit als Gelegenheitssystem bei der man einfach nur mal fix ein kleines Abenteuer machen möchte.
Und in diesem Kontext sind Fertigkeiten oder gar darauf basierende Herausforderungen weniger wichtig.
Heißt natürlich nicht, das man mit der 5e kein Fertigkeitsfokussiertes Spiel betreiben kann. Aber wenn man dies will findet man im D&D Bereich einfach bessere Alternativen bei denen sich mehr Gedanken gemacht wurde wie man diesen Spielstil mit Regeln unterstützen kann.
Ein Dämon auf Abwegen:
Das Problem mit den Skills ist halt zu einem gewissen Grad, das die Attribute genau so wichtig sind wie der Übungsbonus, und man in der Regel 2 bis 3 Attribute dumpen muss, und nur 1 steigern kann.
Wobei du allerdings mit Guidance und der Held Action gerade out of Combat die Chance noch mal deutlich verbessern kannst.
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