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The Acolyte
ThinkingOrc:
Hmm ich weiß nicht.
Warum hat man auf einmal einen besonderen Qualitätsanspruch wenn der Cast überwiegend aus PoC besteht?
Wieviel Schrott mit rein weißen Casts produziert wurde, geht auf keine Kuhhaut, da merkt(e) man aber keinen Aufschrei der konservativen Massen.
In Anbetracht über ein Jahrhunderts chauvinistischer Filmgeschichte, finde ich es gut, wenn mehr PoC Schauspieler eine Chance bekommen. Und ja auch die Chance schlechte Filme zu machen. Und dann nicht implizit hören zu müssen, das Endprodukt sei schlecht, weil sich angeblich auf eine "Woke" Agenda konzentriert wurde anstatt darauf eine/n guten Film/Serie zu machen.
Wie gesagt, da gabe es genügend exkludierende Produktionen die schlecht waren ohne eine White Supremacy Agenda zu haben.
Andererseits breitet sich auch bei mir als PoC ein Störgefühl aus wenn, es ein oder zwei oder mehr "Quoten-PoC" gibt, wo man merkt, dass die nur hinzugefügt wurden um einer vermeintlichen Zielgruppe keine Angriffsfläche zu bieten.
Das sind dann aber eher Rollen, die insgesamt unnötig für den Plot sind.
Oder in explizit historischen Settings wo auf einmal PoC auftauchen und nicht mal erklärt wird warum, denn das wäre ja innerweltlich was besonderes. Das sage ich als PoC.
In SciFi, Fantasy oder modernen Settings, ist es aus meiner Sicht egal. Ist ja nie unpassend.
Grubentroll:
--- Zitat von: ThinkingOrc am 5.07.2024 | 10:52 ---Andererseits breitet sich auch bei mir als PoC ein Störgefühl aus wenn, es ein oder zwei oder mehr "Quoten-PoC" gibt, wo man merkt, dass die nur hinzugefügt wurden um einer vermeintlichen Zielgruppe keine Angriffsfläche zu bieten.
Das sind dann aber eher Rollen, die insgesamt unnötig für den Plot sind.
Oder in explizit historischen Settings wo auf einmal PoC auftauchen und nicht mal erklärt wird warum, denn das wäre ja innerweltlich was besonderes. Das sage ich als PoC.
In SciFi, Fantasy oder modernen Settings, ist es aus meiner Sicht egal. Ist ja nie unpassend.
--- Ende Zitat ---
Gut, da sind wir doch eigentlich 100% beinander.
Eigentlich schreibst du da nur besser was ich oben versucht habe zu erklären.
Was ich sage ist nur, ich muss was nicht gut finden, nur weil es "bunt" ist.
Mir wird aber gefühlt heutzutage erklärt, ich wäre ein Arsch weil ich es nicht automatisch gut finde.
Hoffe das klärt es ein wenig auf.
Und ich denke, wie gesagt, dass wir da eigentlich komplett d'accord sind.
Jiba:
--- Zitat ---Wenn mir jemand sagt ich hab das zu mögen weil es "bunt" ist, dann stellen sich mir einfach die Haare auf.
--- Ende Zitat ---
--- Zitat ---Mir wird aber gefühlt heutzutage erklärt, ich wäre ein Arsch weil ich es nicht automatisch gut finde.
--- Ende Zitat ---
Aber... wer sagt dir das denn? Wer tut das denn?
Ich wette mit dir, bei all den Werken, die du genannt hast würden sich viele im Netz darüber aufregen, weil da PoCs oder Frauen oder queere Menschen vorkommen oder was auch immer. Diejenigen würden das ansehen und es schlecht finden... oder es gar nicht erst ansehen.
"The Acolyte" mag von mir aus eine schlechte Serie sein... aber sie ist doch nicht wegen des gender- und hautfarben-sensiblen Castings eine schlechte Serie. Das hat gar nichts damit zu tun, weil es eben (von dir genannte) Beispiele gibt, wo die Qualität unter gleichen Voraussetzungen hoch ist.
Ich halte die Idee, dass Serienmacher oder ein Fandom vom Durchschnittszuschauer verlangen würden, dass sie eine Serie mögen müssen, weil sie LGBTQI+ oder PoC ist, für ausgemachten Unsinn, der vor allem von Kulturkämpfern rechts der Mitte befeuert wird (wobei ich nicht ausschließe, dass es Kulturkämpfer links der Mitte auch gibt... die dürften nur in hohen kreativen Positionen eines Megakonzerns wie Disney ziemlich eingehegt sein... im Zweifel macht eine Serie, was sie macht, um die Streubreite unter verschiedenen Zielgruppen zu erhöhen).
Niemand stellt sich wirklich hin und sagt "du musst das aber jetzt gut finden!"
Bestimmte Kritiker, die in bad faith Position gegen ein imaginiertes "woke"-tum in bestimmten Medienprodukten vorgehen, tun nur so als würde diese Message stets immer und überall von "den Linken" vermittelt.
Insofern liegen wir gar nicht so weit auseinander.
Und selbst wenn eine YouTube-Person wie z.B. der "critical drinker" (der oben in der Liste definitiv noch fehlt!) in seinem Hot-Take über das "woke" StarWars tatsächlich mal valide Kritikpunkte an Kamera, Story, etc. anführt, stehen doch solche Videos stets unter der Überschrift: "Diese Disney-Snowflakes haben sich mehr darauf konzentriert ein 'wokes' Casting zu finden als eine gute Serie zu machen!"
Das ist aber halt Bullshit, weil das eine in den allermeisten Fällen überhaupt nichts mit dem anderen zu tun hat. Wenn ich eine schlechte Kamera habe, dann bauen Regisseur und Kameraleute und Lichtleute etc. Mist. Wenn ich schlechte Effekte habe, dann baut die Postproduction Mist. Wenn die Figuren dumme Dinge sagen, dann bauen die Drehbuchautoren Mist. Das alles ist (Ausnahmen mag es bei bestimmten Konstellationen geben) relativ unabhängig davon, wer wen für welche Rolle gecastet hat oder auf welches Casting-Richtlinien Showrunner, Autoren und Producers sich im Vorfeld geeinigt haben. Unterschiedliche Abteilungen, unterschiedliche Aufgaben.
Und genau diese Verengung von verschiedenen Aspekten in einem schlechten Kunstprodukt zu einem "Seht her, wie schlecht dieses 'woke' Produkt ist, weil es unbedingt 'woke' sein musste!"... das ist das, wo mir der Arsch platzt. Das ist nämlich unterkomplex und ideologiegetrieben.
Es stellt sich ja auch niemand* hin und sagt "Hey, 'The Expandables 3' ist so mies, weil die alle ja nur alte, weiße Männer gecastet haben! Seht ihr wie mies Filme mit non-feministischem Casting immer sind! Das ist der Beweis!"
*"Niemand" stimmt natürlich nicht, denn irgendjemand wird das sicher tun. Vielleicht sogar die ein oder andere aktivistische Gruppe. Aber in der Mainstreamfilmkritik wäre das eine völlige Außenseiterposition. Sogar bei sonst eher als "woke" verschrieenen Kritikern und Kritikerinnen.
Isegrim:
--- Zitat von: Grubentroll am 5.07.2024 | 11:03 ---Mir wird aber gefühlt heutzutage erklärt, ich wäre ein Arsch weil ich es nicht automatisch gut finde.
--- Ende Zitat ---
Ist halt ein einfacher Weg, sich gegen Kritik zu immunisieren.
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---Aber... wer sagt dir das denn? Wer tut das denn?
--- Ende Zitat ---
ZB Leute, die dann sofort die ungefickten Pickel-Incels anführen...
Grubentroll:
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---Aber... wer sagt dir das denn? Wer tut das denn?
Ich wette mit dir, bei all den Werken, die du genannt hast würden sich viele im Netz darüber aufregen, weil da PoCs oder Frauen oder queere Menschen vorkommen oder was auch immer. Diejenigen würden das ansehen und es schlecht finden... oder es gar nicht erst ansehen.
--- Ende Zitat ---
Ja gut, aber das sind für mich auch Idioten mit denen ich nichts zu tun haben will.
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---"The Acolyte" mag von mir aus eine schlechte Serie sein... aber sie ist doch nicht wegen des gender- und hautfarben-sensiblen Castings eine schlechte Serie. Das hat gar nichts damit zu tun, weil es eben (von dir genannte) Beispiele gibt, wo die Qualität unter gleichen Voraussetzungen hoch ist.
--- Ende Zitat ---
Auch hier wieder: ganz deine Meinung.
Keine Ahnung warum in Sci-Fi-Serien es nicht schön "bunt" sein soll.
(ich benutz hier mal "bunt" um nicht "woke" schreiben zu müssen. Was nun ja schon auch ein wenig negativ besetzt ist.)
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---Ich halte die Idee, dass Serienmacher oder ein Fandom vom Durchschnittszuschauer verlangen würden, dass sie eine Serie mögen müssen, weil sie LGBTQI+ oder PoC ist, für ausgemachten Unsinn, der vor allem von Kulturkämpfern rechts der Mitte befeuert wird (wobei ich nicht ausschließe, dass es Kulturkämpfer links der Mitte auch gibt... die dürften nur in hohen kreativen Positionen eines Megakonzerns wie Disney ziemlich eingehegt sein... im Zweifel macht eine Serie, was sie macht, um die Streubreite unter verschiedenen Zielgruppen zu erhöhen).
--- Ende Zitat ---
Da bin ich jetzt etwas anderer Meinung, von dem was ich so mitkriege.
Da gibt es doch eine ziemlich starke Unterwanderung dieser Positionen in Kulturbetrieben.
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---Niemand stellt sich wirklich hin und sagt "du musst das aber jetzt gut finden!"
--- Ende Zitat ---
Nun, aber wenn eine Masse an Leuten ne Serie scheiße findet, wie zB nun Acolyte (wozu ich keine Aussage treffen kann, ich hab sie ja nicht gesehen), findet ja auch schon fast reflexmäßig ein medialer Aufschrei statt, dass das ja irgendwie damit zusammenhängen muss, dass die Serie "bunt" ist.
Da haben sich dann anscheinend alle "Nazis" versammelt, um die Serie kaputtzureden.
Was aber Quatsch ist.
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---
Bestimmte Kritiker, die in bad faith Position gegen ein imaginiertes "woke"-tum in bestimmten Medienprodukten vorgehen, tun nur so als würde diese Message stets immer und überall von "den Linken" vermittelt.
Insofern liegen wir gar nicht so weit auseinander.
Und selbst wenn eine YouTube-Person wie z.B. der "critical drinker" (der oben in der Liste definitiv noch fehlt!) in seinem Hot-Take über das "woke" StarWars tatsächlich mal valide Kritikpunkte an Kamera, Story, etc. anführt, stehen doch solche Videos stets unter der Überschrift: "Diese Disney-Snowflakes haben sich mehr darauf konzentriert ein 'wokes' Casting zu finden als eine gute Serie zu machen!"
--- Ende Zitat ---
Ja, das finde ich auch bescheuert. Siehe oben. Ich finde diese Leute da viel zu extrem verfangen in dieser Sichtweise.
Ich finde eine Serie nicht doof nur weil da "zu bunt" gecastet wurde.
Außer es passt für mich einfach nicht.
ich tu mir mal so als Beispiel schwer mit Schwarzen in einem mittelalterlichen oder gar nur fäntelalterlichen Kontext. Da will ich das zumindest irgendwie story-technisch erklärt kriegen.
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---Das ist aber halt Bullshit, weil das eine in den allermeisten Fällen überhaupt nichts mit dem anderen zu tun hat. Wenn ich eine schlechte Kamera habe, dann bauen Regisseur und Kameraleute und Lichtleute etc. Mist. Wenn ich schlechte Effekte habe, dann baut die Postproduction Mist. Wenn die Figuren dumme Dinge sagen, dann bauen die Drehbuchautoren Mist. Das alles ist (Ausnahmen mag es bei bestimmten Konstellationen geben) relativ unabhängig davon, wer wen für welche Rolle gecastet hat oder auf welches Casting-Richtlinien Showrunner, Autoren und Producers sich im Vorfeld geeinigt haben. Unterschiedliche Abteilungen, unterschiedliche Aufgaben.
--- Ende Zitat ---
D'accord.
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---Und genau diese Verengung von verschiedenen Aspekten in einem schlechten Kunstprodukt zu einem "Seht her, wie schlecht dieses 'woke' Produkt ist, weil es unbedingt 'woke' sein musste!"... das ist das, wo mir der Arsch platzt. Das ist nämlich unterkomplex und ideologiegetrieben.
--- Ende Zitat ---
Ich gebe dir einerseits recht, aber von meinem Sichtpunkt her gibt es eben durchaus wie oben beschrieben dieses "Ihr findet das doch nur doof weil der Hauptdarsteller schwarz/schwul/trans ist".
Was ich aber eben nicht so sehe.
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---Es stellt sich ja auch niemand* hin und sagt "Hey, 'The Expandables 3' ist so mies, weil die alle ja nur alte, weiße Männer gecastet haben! Seht ihr wie mies Filme mit non-feministischem Casting immer sind! Das ist der Beweis!"
--- Ende Zitat ---
Von meiner Sicht wäre der passende Vergleich hier, dass der Produzent des Films die Aussage tätigt "Ihr findet Expendables 3 doch nur scheiße, weil da alte weiße Männer mitspielen".
--- Zitat von: Jiba am 5.07.2024 | 11:18 ---*"Niemand" stimmt natürlich nicht, denn irgendjemand wird das sicher tun. Vielleicht sogar die ein oder andere aktivistische Gruppe. Aber in der Mainstreamfilmkritik wäre das eine völlige Außenseiterposition. Sogar bei sonst eher als "woke" verschrieenen Kritikern und Kritikerinnen.
--- Ende Zitat ---
Da gehen unsere Meinungen dann doch etwas auseinander. Ich denke durchaus dass es da eine gewisse "woke" Tendenz gibt in diesen Kreisen.
Anders kann ich mir Critics vs Audience Rating bei vielen Filmen nicht erklären.
Aber wie immer YMMV, und ich finde es schön dass wir diese Diskussion so produktiv hier führen können...
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