Medien & Phantastik > Lesen

Reading Challenge 2025

<< < (35/47) > >>

Niniane:
59. Darcy Coates - From below. Eine Dokumentarfilm-Crew untersucht ein Schiff, das unter mysteriösen Umständen im Bottnischen Meerbusen gesunken ist. Spannend, aber auch langatmig (lautlose Unterwasserszenen funktionieren in einem visuellen Medium vermutlich besser), dafür war die Auflösung gelungen. 3 von 5
60. Kerstin Gier - Vergissmeinnicht: Was die Welt zusammenhält. Der Abschluss der Geschichte von Quinn und Mathilde, mit ein paar Längen, aber auch einigen sehr netten Ideen (ich sage nur Häkel-Gargoyles). 3 von 5.
61. Christina Henry - Die Chroniken von Alice: Die schwarze Königin. Alice und Hatcher sind der Stadt entkommen, aber nicht den Gefahren oder ihrer Vergangenheit. Löst sich deutlich vom Vorbild "Alice hinter den Spiegeln". 4 von 5
62. Paula Hawkins - Die blaue Stunde. In einem Kunstwerk der verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman werden menschliche Überreste gefunden. Um herauszufinden, ob die Künstlerin wusste, was sie da verarbeitet hat (oder wen), reist der Kurator James Becker auf die Insel Eris Island, Vanessas letzte Heimat, und trifft dort deren Freundin Grace, deren Vertrauen er nach und nach gewinnt. Bekommt zum Schluss ein wenig "Misery"-Vibes, meiner Meinung nach das schwächste Buch von Paula Hawkins. 3 von 5.
63. Christina Henry - Die Chroniken von Alice: Dunkelheit im Spiegelland. Vier Kurzgeschichten führen die Geschichte von Alice, Hatcher, Grinser und dem Jabberwocky zu Ende. Das Vorbild ist (bis auf die erste Geschichte) komplett verschwunden, dafür gibt es eigenes Worldbuilding und ein Happy End. 4 von 5.
64. Ivar Leon Menger - Als das Böse kam. So lange Juno denken kann, leben sie, ihr Bruder und ihre Eltern in einem verborgenen Exil auf einer skandinavischen Insel. Sie müssen sich hier vor den "Fremdlingen" verstecken, so der Vater, doch Juno findet Hinweise, dass nicht alles so ist, wie ihre Eltern sie glauben lassen wollen. Die Auflösung kommt recht früh, die Spannung hält aber an und ich hab das Buch in einem durchgelesen. Hätte an manchen Stellen etwas mehr Tiefgang verdient, aber ansonsten liefert Ivar Leon Menger wie gewohnt ab. 4 von 5.
65. Nica Stevens & Andreas Suchanek - Todeskeller. Die Kommissare Sofie Steinbach und David Martin sind Teil einer neuen Europol-Einsatztruppe, die sich mit Cold Cases beschäftigen soll. Ihr erster Fall - ein toter Franzose und ein zugemauerter Keller voller Skelette - entpuppt sich bald jedoch als gar nicht mehr so kalt, und besonders Sofie wird persönlich in den Fall hineingezogen.
Der Titel ist furchtbar, die Geschichte ist es zum Glück nicht. Sofie und David sind zwei angenehme Ermittler*innen, die sich ohne Geplänkel zusammenraufen und Freunde werden, beide haben ein stabiles Umfeld und sind keine kaputten Gestalten, die zuviel gesehen haben. Die Findungsphase der Einheit ist auch sehr spannend, ich hoffe auf Fortsetzungen und mehr Spotlight für all diese Figuren. Der Fall an sich scheint zuerst Standard zu sein, entpuppt sich dann aber (zum Glück) auch als etwas anderes und wirkt gut recherchiert. An manchen Stellen wirkt die Geschichte etwas konstruiert, etwa, wenn Sofie David wie aus dem Nichts nach dem fragt, was ihn umtreibt, und nochmal Korrekturlesen hätte auch nicht geschadet. Ich hoffe trotzdem auf einen zweiten Band. 4 von 5.

angband:
34 Agatha Christie: Der Mord an Roger Ackroyd
Whodunnit mit Hercule Poirot. Das ländliche England mit dem Dörfchen als Setting fand ich Klasse. Um wirklich intensiv folgen zu können (als Hörbuch) sind es zu viele Charaktere und Details, finde ich.
08/15

35 Dieter Wunderlich: Göring und Goebbels
Doppelbiografie. Ganz nett geschrieben und gut zum anhören geeignet. Der Autor zeichnet die Lebenswege der beiden Personen nach. Allerdings weitet sich der Fokus schnell auf die zeitgeschichtliche Entwicklung Deutschlands in der Nazizeit. Für mich war es deswegen etwas zu wenig Neues G&G.
08/15

36 Dan Brown: Illuminati (Robert Langdon 1)
Ich kannte bisher nur den Film. Tolle Kulissen (Vatikan und Co). Schwacher, unglaubwürdiger Plot. Sachlicher Fehler in den Darstellungen, obwohl der Anschein von "Wissenschaftlichkeit" bemüht wird. Der Schwerpunkt liegt erkennbar auf dem ach so tollen Mysterium der Illuminaten, den Rätseln und der ach so klugen Entschlüsselung dieser durch die Protagonisten (die ansonsten recht farblos wirken). Trotzdem insgesamt ganz gut hörbar mit tollem Sprecher Wolfgang Pampel. Allerdings weiß ich nicht, ob ich die Reihe weiterhören werde.
06/15

37 Joe Abercrombie: The Devils
Eine Gruppe von merkwürdigen Personen, von denen jeder mindestens eine "Macke" hat, begleitet eine Person von Ort A nach Ort B. Der Autor pflegt einen interessanten und amüsanten Stil und schafft es die Hauptfiguren sehr lesenswert zu gestalten und zu charakterisieren. Die Handlung des Buches ist in einem fiktiven mittelalterlichen Fantasy-Europa angesiedelt, welches einerseits Wiedererkennungswert hat (z.B. Rom ist offensichtlich die Heilige Stadt) und andererseits krass mit Klischees bricht (z.B. gibt es eine zehnjährige Päpstin und alle Kardinäle sind Frauen). Dazu kommt Magie, Elfen u.v.m. Die (zu) vielen Kampfszenen werden sehr blutig, detailreich und spannend erzählt. Alles in allem empfehlenswert, aber zu lang und zu kampflastig.
10/15

38 Christopher Clarke: Die Schlafwandler
Eine sehr dickes Buch, in welchem die These einer extrem multikausalen, vielschichtigen und komplexen Entstehung des Ersten Weltkrieges vertreten wird. Das Buch widerspricht der These, dass Deutschland die maßgebliche Verantwortung am Kriegsausbruch trug. Der Autor geht sehr genau auf Kontexte und (empfundene) Zwänge ein, in welchem die Hauptakteure, also die europäischen Großmächte + Serbien im Zeitalter des Imperialismus und Nationalismus standen. Ebenso werden Akteure innerhalb der Großmächte analysiert und wie diese die Politik beeinflusst haben. Trotz der Komplexität auch als Hörbuch gut zu konsumieren, wenn man sich mit dem Thema ein wenig auskennt.
12/15

39 David Grann: The Wager: A Tale of Shipwreck, Mutiny and Murder
Auf jeden Fall ein besonderes Buch! Ich fand es sehr interessant, aber es hat mich nicht absolut begeistert irgendwie.
10/15

40 Pierce Brown : Red Rising 1
Science Fiction. Das Szenario erinnert ein wenig an die Tribute von Panem, ist aber noch etwas grausamer, vielleicht erwachsener. Der Schreibstil aus der ich Perspektive ist fesselnd, wie das ganze Szenario auch. Ich fand es schade dass viele Charaktere etwas flach bleiben in der Charakterisierung. In der Hörbuch Version kann man der Erzählung sehr gut folgen und ich habe es sehr stringed durchgehört und war immer gut unterhalten.
13/15

41 Pierce Brown : Im Haus der Feinde (Red Rising 2)
Durchaus weiterhin sehr unterhaltsam. Der Fokus liegt jetzt etwas zu sehr auf Intrigen für meinen Geschmack. Und dazu waren diese teilweise schwer verständlich bzw nachvollziehbar. Deswegen etwas Abzug. Aber ich werde die Serie fortsetzen.
11/15

42 Henryk Broder : Good Morning Germanistan
Amüsant geschriebene konservative Kritik an gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen mit Schwerpunkt 2022 bis 2025.
09/15

43 Robert Galbraith : Das Strömende Grab (Strike 7)
Brilliant, insbesondere die Darstellung von Gehirnwäsche, Guru-Charisma und co. Für mich der zweite Durchgang, ich wollte das Buch noch einmal hören, bevor der Nachfolger erscheint.
15/15

44 Ulf Poschardt: Shitbürgertum
sehr polemisch drischt der Autor auf seine Lieblingsthemen ein. Kurz aber unnötig.
06/15

45 Franz-Stefan Gady: Die Rückkehr des Krieges
Herr Gady äußert sich ähnlich "realistisch-pessimistisch" wie Carlo Masala. Es geht ihm hauptsächlich darum, herauszuarbeiten, dass Kriege nicht einfach so wie Naturkatastrophen über die Menschen hereinbrechen, sondern aus handfesten Gründen ausgelöst werden bzw. welche Faktoren entscheidend sind. Der Autor analysiert aktuelle Szenarien auf mehreren Ebenen.
Psychologisch - also Krieg bzw. dessen Absenz in den Köpfen der Menschen in Europa. Historisch - Einfach nur auf Diplomatie setzen hat in der Vergangenheit nicht wirklich oft dazu geführt, dass Kriege beendet wurden. Strategisch - auf der geostrategischen Ebene verbindet der Autor die militärischen Möglichkeiten und Interessenslagen der Akteure und gibt eine Einschätzung zur weiteren Entwicklung ab. Besonders im Kopf: die USA planen schon seit ein paar Jahren mit einem Zweifrontenkrieg, bei welchem Russland und China gleichzeitig Kriege herbeiführen werden. Operationell-Taktisch - sehr genaue Betrachung der Armeen von Russland, Ukraine, USA und Deutschland und deren jeweiligen Fähigkeiten, Traditionen und Co.
Nur wenig was der Autor schreibt ist bahnbrechend neu. Allerdings gefällt die gebündelte Betrachtung mit Fokus auf dem Russland-Ukraine-Krieg.
11/15

46 Christoph Hein : Unterm Staub der Zeit
Es geht um die Jahre 1945-1961 in Berlin. Der Erzähler lebt in Ostberlin und geht in Westberlin auf ein Internat-Gymnasium. Semi-autobiografisch und ganz interessant, wenn auch nicht tief gehend.
10/15

47 Pierce Brown : Tag der Entscheidung (Red Rising 3)
Es geht im selben Stil weiter. Leider sind viele Charaktere auch weiterhin recht flach gezeichnet. Zum Ende hin sehr spannend!
11/15

48-50 Bernard Cornwell : Die Artus-Chroniken 1-3
Eine eher "realistisch-historische" Herangehensweise an den Artus-Mythos. Wir begleiten den Protagonisten Derfel durch sein Leben und seinen Aufstieg vom sächsischen Waisenkind zum Heerführer. Figuren und Themen aus der Artussage werden hier oft erfrischend neu interpretiert. Es geht eher weniger um ehrenhafte Ritter und die Tafelrunde als um fluchende abgekämpfte Krieger, die ständig ausspucken um "böse Geister" abzuwehren.  Artur wird hier als Champion des alten Britanniens gegenüber den angelsächsischen Invasoren gezeichnet.
12/15

51 Pierce Brown : Asche zu Asche (Red Rising 4)

52 Robert Galbraith / JK Rowling : The Hallmarked Man (Strike 8)
Der neuste Roman der Strike-Reihe und einer der schwächsten. Spoilerfrei: der Fall und die Auflösung scheinen mir hanebüchen. Auch thematischer Fokus war für mich nicht wirklich zu erkennen. Es bleibt der insgesamt packende Stil.
08/15

53 Robert Galbraith / JK Rowling : Career of Evil (Strike 3)
Der neue Strike-Roman hat mich dazu bewogen, mir ab dem dritten Band noch einmal alle durchzuhören. Dieser hier ist bockstark. Thematisch geht es viel darum, was Männer alles Frauen und anderen Unschuldigen antun können. Abzug gibt es geringfügig, weil es einige kurze Kapitel gibt mit P.O.V. aus der Sicht des Täters/Serienkillers, was ich persönlich nicht mag.
14/15

54 Robert Galbraith / JK Rowling : Lethal White (Strike 4)
Stark in Bezug auf die persönliche Entwicklung von Strike und Robin, aber nicht so stark beim Kriminalfall. Thematischer Schwerpunkt liegt darin, wie man mit seinen Kindern bzw. seiner Familie umgeht und der Einfluss auf das eigene Leben.
12/15

55 Robert Galbraith / JK Rowling : Troubled Blood (Strike 5)
Für mich ist Band 5 zusammen mit Band 7 der stärkste Strike-Roman. Viele interessante Figuren/Verdächtige und ein kreativ gezeichneter Täter stechen besonders hervor. Thematischer Fokus liegt auf Lebensentscheidungen, Starke Frauen und wie diese von anderen gesehen werden, Änderungsfähigkeit von Menschen, Aussehen und Erwartungen.
15/15

Weltengeist:
September war ein echt guter Lesemonat - auch wenn jetzt hier nicht allzu viele Bücher zu Buche stehen (Bücher, zu Buche, voll witzig, haha...), waren es doch ziemlich dicke Exemplare:

* Hernan Diaz - Treue.
Von der Kritik hoch gelobt und mit Preisen überschüttet. Und ich selbst kann mich für Geschichten, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, ja immer wieder begeistern. Dieses Buch hat mich aber nur so mittelmäßig abgeholt - die Auflösung am Ende ist schon gut, aber dazwischen hatte es für mich solche Längen, dass ich auf halber Strecke in Versuchung war, aufzuhören.
* Nicholas Eames - Könige der Finsternis.
Ein leicht runterzulesender 600-Seiten-Schinken aus dem Bereich "leichte Fantasykost, die sich nicht übermäßig ernst nimmt". Die Werbung auf dem Klappentext ("Eine Mischung aus G.R.R. Martin und Terry Pratchett") ist aber erwartungsgemäß kompletter Blödsinn - es geht eher in Richtung von J. Zachary Pike. Ich mochte das Buch jedenfalls.
* Justin Alexander - So You Want to Be a Game Master.
Gemischt. Das erste Drittel (Dungeons) und das letzte (vermischte Themen) fand ich ziemlich gut, im Mittelteil (Krimis, Heists, Überlandreisen) habe ich mich aber streckenweise zu Tode gelangweilt und auch Teile überblättert.
* Daniel Willingham - Outsmart Your Brain.
Etwas unglücklicher Titel, denn das Buch handelt eigentlich davon, wie man an einer Hochschule gut performt. Diese eigentliche Zielsetzung erfüllt es ziemlich gut, auch wenn es für meinen Geschmack etwas zu oft Aussagen der Form "das ist wissenschaftlich ungeklärt, aber der Autor findet..." enthält. Trotzdem empfehlenswert, falls man selbst gerade an einer Hochschule studiert.
Und dann noch ein Abbrecher:

* Wolfram Eilenberger - Zeit der Zauberer.
Anfangs war ich schwer begeistert, aber dann wurde es immer zäher. Das Buch vermischt die Biografien von Ludwig Wittgenstein, Martin Heidegger, Walter Benjamin und Ernst Cassirer (Wer? Ja.) - das macht es zunächst einmal gut. Aber es versucht auch, deren Philosophien kurz und prägnant rüberzubringen, und das gelingt ihm zumindest bei mir nicht wirklich. Auch in Rezensionen im Web liest man immer mal wieder den Satz: "Das versteht man nur, wenn man es vorher schon verstanden hatte", und so ging es mir hier. Nach etwas über 100 Seiten hatte ich dann völlig den Faden verloren und habe das Buch ins Regal gestellt.
Zwischenstand zum Leseziel: 9.845 Seiten (von 12.000)

Alter Weißer Pottwal:
#06. Tanith Lee - Das schwarze Einhorn (Tanaquil-Trilogie Band 1)
#07. Tanith Lee - Das goldene Einhorn (Tanaquil-Trilogie Band 2)
#08. Tanith Lee - Das rote Einhorn (Tanaquil-Trilogie Band 3)

Die Trilogie hat eine tolle Sprache und gute Ideen, aber leider bleibt zu viel Stückwerk. Auch sie als "Einhorn"-Buch zu verkaufen, hat was von Etikettenschwindel. Das Einhorn-Motiv taucht zwar immer wieder auf, ein echtes Einhorn gibt es aber leider nur in Band 1. Die ersten zwei Bände fand ich durchaus unterhaltsam und lesenswert, Band 3 hingegen sehr schwach. Schade, dass Tanith Lee aus den tollen Ideen (Grummel, Tanaquils Begabung) nicht mehr gemacht hat. Auch das Worldbuilding ist schwach.

3 von 5 Einhörnern

Menthir:
#24 Timothy Snyder - Bloodlands - Europa zwischen Hitler und Stalin 1933-1945

Es gibt immer wieder Zeiten, da stößt man an und auf Bücher, für die man keine Worte findet. Wo der eigene Erfahrungs-, Wissens- und Denkhorizont nicht ausreicht, es in allen Facetten zu greifen. Man arbeitet sich an einem Buch ab, das man nicht durch einmaliges Durchlesen zur Gänze ergreifen kann, weil das Thema so gewaltig, die Dimension so groß ist, sodass die eigentliche Erzählung erst Stück für Stück sacken und dann begriffen werden muss.

Eines dieser Bücher ist Snyders Werk zu den Bloodlands, welches die Schraube der Gewalt in Osteuropa rund um den zweiten Weltkrieg beschreibt. Es haben deutlich gelehrtere Personen über das Werk und seinen Einfluss geschrieben, weshalb ich mich in diesem Punkt nicht veräußern möchte. Es ist jedoch insgesamt ein sehr eindringliches Werk, wobei ich zur Lektüre in Originalsprache raten würde. Es ist ein Werk, welches nicht ohne Kritik auskommt, aber seine methodische Leitlinie den Terror Stalins und die Verbrechen der Nationalsozialisten nebeneinander zu legen und teils vergleichend zu bearbeiten, verdient Beachtung. Die Bearbeitung gelingt in einer Art und Weise, dass keine der beiden Seiten die andere relativiert.

Es ist gleichzeitig jedoch harter Tobak, und es gibt wenige Bücher, die so deprimierend zu lesen sind, bei gleichzeitigem Gewinn. Selten legt ein Werk so eindrücklich den Finger in die Wunde menschlicher Unzulänglichkeiten und menschlicher Niedertracht. Snyder hat sich für eine eher, gerade was den Schrecken der Vernichtung angeht, literarische Herangehensweise entschieden. Das Buch soll also auch Wirkung entfalten. Und das tut es.

Über die ganzen inhaltlichen Themen, Probleme und Kritiken schweige ich mich an dieser Stelle aus benannten Gründen aus. Wer sich damit beschäfigen will, findet eine Myriade gelehrter Rezensionen in diversen Sprachen. Um diese Kritiken jedoch mit Leben zu füllen, sollte man am Anfang die Lektüre dieses schweren Werkes stehen. Und diese ist erschreckend und empfehlenswert. Selbst für jemanden, wie mich, der viele Jahre mit Zeitzeugengespräche sowie dem Studium der Archäologie und Geschichte verbracht hat. Es ist ein Werk, welches Spuren hinterlässt.

9 von 10 Punkten.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln