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Gemischte vs reine Kinder-Runden

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Ludovico:
Auswirkungen auf die Gruppendynamik... Ja, macht Sinn

Sindaja:
Ich habe gestern eine ziemlich gemischte Runde geleitet (Spieleabend in der Bücherei: Überraschungsbesetzung). Außer mir 2 Erwachsene, 1 Teen (war fast am aufgedrehtesten, aber sehr begeistert), 1 Kind 5. KLasse, 2 Kinder 4. Klasse und eines 2. Klasse (spielte einen Charakter zusammen mit einem der Erwachsnen, der aber nicht verwandt warie. Die 2, die mit Elternteil kamen spielten einen eigenen Charakter). War sehr dynamisch, aber gut. Die wollten gar nicht aufhören zu spielen, aber der Wecker ruft in der Woche...
Ich würde sagen, daß die Erwachsenen-Präsenz hier sehr gut war, einfach weil das jüngste Kind dann beim Lesen/Rechnen (Splittermond) unterstützt wurde und die Erwachsenen auch halfen, die schüchterneren Kindern zu ermutigten ohne die aktiveren zu sehr zu bremsen.
Unsere Tochter spielt manchmal mit uns und meinem Schwager als einziges Kind mit. Das funktioniert auch immer sehr gut und sie findet es total spaßig. Ich habe zwar bisher nicht so viele reine "Kinder unter 10" Runden geleitet, aber mit 2 recht reifen Mädels lief es sehr harmonisch ab, während bei den Jungs mit denen meine Tochter befreundet war eine gewisse Überforderung mit freien Entscheidungen zu merken war und es etwas zäh lief. Da spielte der individuelle Charakter wohl eine Rolle. Die gestern waren anders und kamen mit vielen Ideen in die Runde. Ich vermute, daß sie auch in reinen Kinderrunden nicht zurückhaltend gewesen wären.

Ludovico:
Meine Der Eine Ring-Runde kommt morgen zum 3. Mal zusammen.
Sie besteht aus 4 Erwachsenen (2m 25-46, 3w 25-52) und meiner Tochter (7). Sie ist begeistert und die anderen Spieler sind auch sehr aktiv. Hierbei ist mir aufgefallen, dass mein Kind sich nun anders als bei einer reinen Kinderrunde stärker unterordnet.

Die Unterschiede zu reinen Kinderrunden, die ich nun feststellen konnte sind:
-viel stärkere Interaktion zwischen den Charakteren. Bei den Kinderrunden war es sehr viel Interaktion zwischen Spieler und SL.
-viel mehr Witze und Sprüche IT und untereinander

Es ist mittlerweile eine meiner besten Runden und ich habe die Hoffnung, dass mein Kind daran wächst.
Tatsächlich hab ich sogar die Befürchtung, dass sie reinen Kinderrunden wie früher Schwierigkeiten haben wird, wenn es so weiter geht.

Khazinda:
Wie würdet ihr das für Kinder unter 10 Jahren halten, die noch nie gespielt haben und nicht mit Euch als SL.
Nimmt man da die Eltern mit in den Raum?
Wir planen das gerade für eine Stadtbibliothek und ... haben eine Menge Fragen *sorry'*
 :w10:

D. M_Athair:
Kinder in dem Alter können im Kontakt mit fremden Erwachsenen - ohne Eltern - Angst bekommen oder gehemmt reagieren. Nur löst "Eltern dazuholen" das (potentielle) Problem nicht, weil die ja für die anderen Kinder auch wieder fremde Erwachsene sind. Oder auch: Besonders "spooky" Erwachsene. Die können sich vorteilhaft (oder unvorteilhaft) für das eigene Kind einsetzen. Umso mehr, wenn sie nicht selber mitspielen. Gehemmt-Sein kann auch durch die Anwesenheit eines eigenen Elternteils bedingt sein.
Die Einschätzung der SL, ob ne Person, die mitspielen will - ob Kind oder Erwachsene*r - potentiell geeignet zum Mitspielen ist oder nicht, ist auch wichtig. Die SL sollte vorher ne Vorstellung haben, was für Leute sie von vornherein abweisen muss (in der Hoffnung das nicht zu brauchen.)

Es braucht es eine gute Planung dafür, wie ihr, wenn sich Kinder oder Erwachsene als für die Runde hochproblematisch herausstellen, gut umgehen könnt. Möglichst ohne, dass die betreffende Person sich dadruch beschämt fühlt. Und es braucht ne gute Pausenplanung. In unserer Heimrunde (4 Erwachsene - 42-36 und 2 Kinder - 9 und 13) habe ich gute Erfahrungen damit (GRT-Sicherheitskarte; Direktdownload) um nötige Pausen anzuzeigen. Da haben alle eine Pokerchip - inkl. Spielleitung - den sie dann auf das betreffende Feld legen können, wenn ne Pause gebraucht wird oder wenn was editiert werden soll.


Jetzt mal ein bißchen klarer formuliert:


Mein Rat wäre:
1) Gestaltet es prinzipiell so offen wie möglich. Es ist jederzeit möglich ne Pause einzulegen. Es ist jederzeit möglich den Spieltisch zu verlassen, wenn man keine Lust mehr hat oder sich unwohl fühlt (=> Sicherheitstechnik: "the door is always open"). Gibt es Umstände unter denen ihr als SL bereit seid die Runde abzubrechen? Wie kann ein vorzeitiges Ende trotzdem ein gutes Ende sein? Ist das Abenteuer so, dass ihr es kürzen oder ggf. ausbauen könnt?

2) Es sollte möglich sein, dass Elternteile von Kindern mit am Spieltisch sind. Das sollte aber das jeweilige Kind entscheiden, ob es das möchte und wie. Die anderen am Tisch (v.a. die Kinder) sollten entscheiden können, ob sie damit einverstanden sind und ob der Elternteil dann auch mitspielen muss. Wenn da keine Signale kommen, muss die Spielleitung entscheden. Das läuft alles recht unspektakulär (und recht unsichtbar) ab, aber die Spielleitung sollte die Prozesse auf dem Schirm haben. Im Zweifel muss die Spielleitung nämlich auch Eltern wegschicken, mäßigen oder einbinden können (z.B. für Hilfsaufgaben für die SL) ...

Das Thema "das Soziale richtig jonglieren" taucht letztlich bei jeder Art von "Kinderbetreuung" auf
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Manche Eltern sind total störend und wollen dem Kind vorschreiben, welche Farben und Motive es wählen soll. Manche Eltern sind total fit und können teilweise beim Schmiken für ne Weile aushelfen auch andere Kinder zu schön herzurichten. Manche Eltern kommen und nehmen einfach Farben oder stellen unverschämte Forderungen. Manche müssen als Support die Hand ihres Kindes halten. Andere setzen sich im Hintergrund aber in Sichtweite hin, um ihrem Kind zu signalisieren, dass sie da sind. Wieder andere geben ihr Kind ab und das ist auch cool so ... Da muss man halt gucken, dass es für alle, die am Schminken teilnehmen, möglichst passt. Und wenn was nicht passt, muss man intervenieren. Das betrifft aber auch nicht nur Eltern, sondern auch Kinder.
3) Entscheidet, wie euere "Default-Runde" aussieht.
Richtet sich die Runde v.a. an Kinder oder auch genauso an Erwachsene? Sind Zuschauer*innen erlaubt oder nicht?

Wenn ihr ne Vorstellung habt, was Ihr euch wünschen würdet, dann hab ihr einen Startpunkt, von dem aus ihr in "Verhandlungen" gehen könnt. Wichtig ist auch gut zu wissen, womit sich die Spielleitung (voraussichtlich) wohlfühlt und von da aus könnt ihr agieren. Was sind harte "Teilnahme-Bedingungen", was ist denkbar, ...?
Manches ist auch von den Räumlichkeiten abhängig. Gibt es eine physische Tür, kann sie offen sein (als Signal, dafür, dass die Leute immer ne Pause veranlassen können und von ihren Angehörigen in der Bib nicht abgeschnitten sind) oder muss sie geschlossen sein (z.B. Lärm, vorbeigehenden Bib-Besuchende, "Gruseligkeit" ["horror vacui"] ).

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