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Daggerheart
flaschengeist:
--- Zitat von: Boba Fett am 5.06.2026 | 12:17 ---Auch wenn man rules-by-the-book spielt - Daggerheart hat es sich ja gerade zum Inhalt gemacht, dass die Spielwelt gemeinsam erschaffen wird.
Und Darrington Press predigt ja förmlich, dass vieles - insbesondere alles in the-void - dazu gemacht wurde, dass die Gruppen Orientierungshilfen für eigene Schöpfungen haben.
Wozu bauen die denn Kampagnen-Rahmen und zeigen, dass die Leute kreativ werden sollen?
Insofern würde ich behaupten, dass es im Sinne von Daggerheart sehr legitim sein sollte, sich eigene Rulings zu schaffen und so das Ganze zu bereichern.
Warum sollte man keine neuen Abstammungen, Klassen oder Domänen schaffen? Warum soll man kein Space-Opera Rollenspiel schaffen, das auf Daggerheart Regeln aufbaut, oder ein Cyberpunk? Nur weil das nicht im Buch steht? Alles im Buch und in der Kommunikation der Autoren schreit doch förmlich danach.
Daggerheart ist doch was für "worldbuilder" im weitesten Sinne.
--- Ende Zitat ---
Da stimme ich dir zu aber Kernregeln verändern, die sich an x Stellen auf das Gesamtgefüge eines Regelsystems auswirken (und dazu zähle ich in Daggerheart sehr ähnliche HP und die Funktionsweise von Rüstungen) halte ich für etwas anderes als die von dir beschriebene Art "Homebrew".
Ich kann z.B. auch in D&D 5.5 ganz gut magische Gegenstände, Crafting Regeln oder Spezies homebrewen. An Grundmechaniken wie dem AC oder Saving Throws rumzuschrauben würde ich hingegen nicht empfehlen.
nobody@home:
--- Zitat von: flaschengeist am 5.06.2026 | 13:00 ---Logisch sind Erwartungen subjektiv - das brauchst du einem Psychotherapeuten nun wirklich nicht erklären ;). Allerdings sind Erwartungen auch keine willkürlichen Konstruktionen sondern bilden sich anhand deiner Erlebnisse. Und in puncto Erlebnisse gibt es auch sowas wie "geteilte Realität", die alle Menschen mit Augen z.B. lehrt, dass Katzen i.A. exzellent klettern können.
--- Ende Zitat ---
Und wieviele Menschen haben konkrete Erfahrungswerte mit den Kletterfähigkeiten speziell nackter Katzen -- denn über ihre felligen Kollegen reden wir hier ja gerade nicht? :think:
In dem bewußten Wikipedia-Artikel steht nebenbei zu dem Punkt ja nichts, und ich habe auch in den englischsprachigen nichts diesbezügliches gefunden. Allerdings gibt mir ein Detail zu denken: Haare bestehen ja eigentlich aus demselben Material (Keratin) wie Krallen oder beispielsweise auch Fingernägel. Wenn's also wie bei den bekannten Rassen dank einer Mutation an der einen Stelle zu einem Produktionsdefekt genau dieses Materials kommt, ist es zwar nicht automatisch selbstverständlich, aber doch auch nicht völlig unvorstellbar, daß sich das auch an den anderen auswirken könnte. More data is needed.
flaschengeist:
--- Zitat von: nobody@home am 5.06.2026 | 13:18 ---Und wieviele Menschen haben konkrete Erfahrungswerte mit den Kletterfähigkeiten speziell nackter Katzen -- denn über ihre felligen Kollegen reden wir hier ja gerade nicht? :think:
--- Ende Zitat ---
Wie kommst du darauf, dass ich mich speziell auf nackte Katzen bezog? Ich sprach allgemein über den Zusammenhang zwischen Erwartungen und Immersion(sbruch).
--- Zitat von: nobody@home am 5.06.2026 | 13:18 ---In dem bewußten Wikipedia-Artikel steht nebenbei zu dem Punkt ja nichts, und ich habe auch in den englischsprachigen nichts diesbezügliches gefunden. Allerdings gibt mir ein Detail zu denken: Haare bestehen ja eigentlich aus demselben Material (Keratin) wie Krallen oder beispielsweise auch Fingernägel. Wenn's also wie bei den bekannten Rassen dank einer Mutation an der einen Stelle zu einem Produktionsdefekt genau dieses Materials kommt, ist es zwar nicht automatisch selbstverständlich, aber doch auch nicht völlig unvorstellbar, daß sich das auch an den anderen auswirken könnte. More data is needed.
--- Ende Zitat ---
Laut Google und zwei KIs können die klettern aber mir wäre auch lieber, wir hätten hier jemanden, der/die ein solches Exemplar zu Hause hat.
Radulf St. Germain:
Für mich ist das "Jeder kann kämpfen"-Prinzip eher ein Gewinn. Ich habe mich immer gefragt (und sogar einen Rant dazu formuliert), warum man bei einem Spiel, in dem sich je nach Interpretation 30-80% des Regelwerks um Kämpfe dreht, Klassen anbietet, die nicht kämpfen können. (Nicht falsch verstehen - ich sage nicht, dass man das nicht mögen darf - ich mag es halt nicht.)
Ich mag den Ansatz, dass im Kampf jeder was beisteuern kann - und sei es ein Buff oder Debuff. Daggerhearts extreme Flexibilität wäre mir für alle meine Spiele zu viel aber hier passt es mir gut ins Gesamtpaket.
Zu den Rüstungen: Ich verstehe, dass es die Immersion ruiniert. Das geht mir teilweise trotz der expliziten Erlaubnis zum Reskinning so. Ich hätte es viel cooler gefunden, wenn man entweder:
a) Eher allgemeine Rüstungsnamen hat (light, medium, heavy) und dann hinterdran Namensbeispiele, oder
b) gleich mehr Rüstungen macht, so wie man auch mehr Waffen gemacht hat, die alle Attribute bedienen. Für die Full Plate braucht man halt dann Stärke +2, für den Elemental Shield eher Knowledge+2. Idealweise unterscheiden sie sich in Nuancen aber nicht in der Nische welche sie besetzen
Eine verschenkte Chance.
Boba Fett:
Genau genommen kann doch beides ein Gewinn für die Spielrunde sein, je nach Prämisse.
Eine Runde, die auf Konfliktfähigkeit ausgelegt ist, wo der Spielleiter wahrnimmt, das Abende ohne einen einzigen Kampf Unzufriedenheit auslöst, kann "jeder kann kämpfen" helfen, wenn ansonsten der/die Minmaxer die anderen so abhängen, dass es einer Seite in der Runde kaum noch Spaß macht.
Und andersherum, wenn die Spielrunde im Spielgeschehen etwas diverser aufgestellt ist und ggf. sogar Spezialisierungen in bestimmte Nischen braucht, kann das ein Hindernis darstellen - ebenso, wenn Kampf eher nebensächlich ist.
Daggerheart hat bei der Enstehung natürlich einen Fokus auf D&D gehabt und D&D kümmert sich in den Spielregeln eigentlich nur um Kampf. Alles andere wird mit "kann man handwedeln und am Tisch aushandeln" geregelt. Und auch wenn Daggerheart vieles anders und wohl auch "besser" machen möchte, wollen sie die D&D Spieler ja abholen.
Und das macht man vornehmlich, wenn man im Kampf so richtig rocken kann. "Selling books by telling tales" erreicht eben nur eine kleine Kundschaft "Selling books by telling awesome buttkicking tales with bad-ass heroes" verkauft sich eben besser.
Vor allem wenn der mitbewerbende Marktführer mit genau diesem Konzept fröhliche 95% Marktanteil (keine genaue Zahl) an sich gebracht hat und man einen Stück von eben jenem Kuchen abstauben möchte.
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