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Daggerheart
Starocotes:
--- Zitat von: ComStar am 16.04.2026 | 16:03 ---Aber genau das ist doch eben der Kritikpunkt aus dem Video, wenn ich es richtig verstanden habe.
Für Fiction first bräuchtest du keine Regeln dafür jemanden zu würgen oder um dich als menschliches Schutzschild vor einen Angriff zu werfen, um deinen Freund zu schützen. Und während das Spiel für sich in Anspruch nimmt Fiction first zu sein, was es in weiten Teilen womöglich auch ist, liefert es dennoch für eben solche Banalitäten verhältnismäßig umfangreich und meiner Meinung nach absolut unnötig kompliziert verregelte Talente.
Der Typ in dem Video hat das ganz gut zusammengefasst: das Spiel füllt sich teilweise so an, als hätten es verschiedene Leute mit unterschiedlichem Fokus entwickelt ohne sich abzusprechen.
Ich konnte es lange selbst nicht greifen, aber eben genau das ist einer der Punkte der mich an dem System immer noch so ein bisschen stören.
--- Ende Zitat ---
Jetzt verstehe ich: Genau das ist der gesamte Designansatz von Daggerheart und das ist es was die Entwickler auch immer wieder sagen. Es ist speziell darauf designed das es zwischen simulatoriscjh und narrativ ist. Es ist KEIN reines PbtA wo es nahezu keine simulatorischen Regeln gibt. Wer nur das eine oder nur das andere (oder eben beides aber kein Zwischending) mag wird Probleme damit bekommen.
Und das ist auch vollkommen okay, Daggerheart will und muss nicht jedem gefallen. Und ja, wenn man es mit PbtA vergleicht ist wes weniger "Fiction First", aber im Vergleich zu D&D (wo man am Anfang wohl vermutete das die meisten Interessenten von D&D herkommen würden) ist es dann doch sehr viel weniger simulatorisch.
Radulf St. Germain:
Starocotes, ich glaube es geht hier nicht um gefallen oder nicht gefallen. Ich glaube gefallen tut das Spiel hier den meisten in diesem Thread. Und es ist ein ganz neues System, das sich scheinbar für viele Spielstile eignet. Auch das ist kein Fehler.
Ich finde es dennoch diskussionswürdig, ob man sich "Fiction first" auf die Fahnen schreiben sollte/darf/muss(?), wenn es gerade im Kampf einige sehr stark verregelte Dinge gibt. Manche der Karten könnten für mich 1-zu-1 in einem Trading Card Game vorkommen. (Andere überhaupt nicht.) Man kann maximal 5 Karten im Pool haben und die anderen nur mit Stress aktivieren? Welche Fiktion kann so etwas begründen? Aber aus Sicht der Spielbarkeit ist das für meinen Geschmack eine sehr vernünftige Regel.
Für mich ist das ein USP, ein System zu haben, das Regeln hat, die auf eine Seite passen, aber trotzdem nette Wahlmöglichkeiten beim Aufsteigen (finde ich besser als bei Shadowdark) und das nicht so schwammig ist wie Dungeon World. (FWIW, ich finde beide Spiele gut.) Ich finde es hat viel, was ich bei DnD4 gut fand aber viel weniger verregelt, was mir DnD4 am Ende total versaut hat. Mich erinnert es total an 13th Age aber wesentlich homogener in den Charakterklassen.
In vielen Punkten trifft es meinen Sweet Spot. Aber dieses aus meiner Sicht gelungene Design trägt halt das flasche Label. (Darüber macht sich der Typ im Video auf sehr amüsante Weise lustig -13:48.)
Um es ganz klar zu machen: Wenn Du mit Deiner Art zu spielen Spaß hast, dann machst Du alles richtig. Und wir haben ja schon gemerkt, dass ich gerade was die Diskussion in der weiteren Community und den YouTubern angeht eindeutige Lücken habe.
Starocotes:
Das „Gefallen“ bezog sich auf diesen Satz „Ich konnte es lange selbst nicht greifen, aber eben genau das ist einer der Punkte der mich an dem System immer noch so ein bisschen stören.“
Und das man über „Fiction First“ diskutieren kann sieht man hier ja ganz gut, ich denke aber das der Begriff eben sehr gut passt. Es ist kein „Fiction above all“ sondern ein „Fiction First“ ohne eben die eher mechanischen Regeln die man aus anderen System kennt vollkommen hinten an zu stellen.
Ich würde z.B. PbtA nicht als „Fiction First“ bezeichnen weil sich da eben nahezu alles auf das Narrativ bezieht und es eben kaum „echte“ simulatorische Regeln gibt.
Ich halte beide Sichtweisen für legitim und daher pauschal von einem „falschen Label“ zu sprechen für nicht angebracht. Weil man selbst das Label so nicht sieht muss das ja nicht allgemeingültig sein was hier in einigen Kommentaren leider so rüber kommt.
Radulf St. Germain:
Es ist müßig über Bezeichnungen zu streiten. Wenn es für Dich passt und Du damit Deinen Spielern gegenüber kommunizieren kannst, was Du spielen möchtest, freut mich das. Ich wollte nur vermeiden, dass Du denkst wir bashen das Spiel, das Du magst.
Starocotes:
--- Zitat von: Radulf St. Germain am 16.04.2026 | 19:01 ---Es ist müßig über Bezeichnungen zu streiten. Wenn es für Dich passt und Du damit Deinen Spielern gegenüber kommunizieren kannst, was Du spielen möchtest, freut mich das. Ich wollte nur vermeiden, dass Du denkst wir bashen das Spiel, das Du magst.
--- Ende Zitat ---
Ne, das habe ich hier nicht gesehen. Bashen ist tatsächlich was anderes. Das es Leute gibt denen Teile oder das gesamte Spiel nicht gefällt ist ja vollkommen normal und wenn z.B. Du für Dich sagst die Bezeichnung „Fiction First“ passt nicht ist das ja auch erstmal Deine Meinung die Dir keiner nehmen kann. Was ich vermeiden will ist das man sowas dann als allgemein gültig ansieht, so nach dem Motto „Darrington hat das Spiel mit falschen Versprechungen beworben.“
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