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Idee eines modernen Fantasy-Settings

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Galatea:
Nazi-Deutschland ist aber nicht "die meisten". Wobei ich denke, dass hier Ursache mit dem breiten Kontext verwechselt wird - Demokratie als Regierungsform ist historisch eher eine Seltenheit und tritt erst in jüngster Geschichte (die letzten Hundert Jahre) vermehrt auf. Die häufigste Regierungsform ist sie auch heute noch nicht, v.a. wenn man die ganzen Scheindemokratien rausrechnet (Russland etc.).

nobody@home:
Letzten Endes hat jede Regierungsform ihre Vor- und Nachteile. Der "modernen" Demokratie mit Gewaltenteilung, Kommittees, und dem ganzen restlichen bürokratischen Rattenschwanz kann man zum Beispiel auch dann eine gewisse Schwerfällig- und zumindest scheinbar völlig unnötige Umständlichkeit vorwerfen, wenn man selber gar kein Vertreter autokratischer Prinzipien ist, und Verbesserungspotential gibt's eh immer. Ich halte mich persönlich einfach deshalb trotzdem lieber an der fest, weil (a) sie gleichzeitig auch einen gewissen Mindestgrad an Stabilität garantiert -- es gibt halt nicht den einen großen Chef, der mal eben alles spontan umwerfen kann, weil er mal wieder miese Laune hat -- und (b) mehr Leute im Verwaltungsapparat zumindest potentiell auch besser die Probleme und Ansprüche einer größeren Bevölkerung managen können als eine damit eigentlich überforderte kleine "allmächtige" Führungsriege, an der zumindest alle "letztendlichen" Entscheidungen hängenbleiben.

Aber die Vorlieben allein schon der Menschen, von irgendwelchen Fantasykreaturen ganz zu schweigen, werden da natürlich sowohl individuell als auch wenigstens bis zu einem gewissen Punkt in größeren Kollektiven variieren -- in einem Spielsetting genauso wie in der Realität. Und schon haben wir in ersterem wieder potentiell wunderschön verabenteuerbares Konfliktpotential. :)

caranfang:
Könnt ihr bitte diese Diskussion woanders führen? :btt:

Mr. Ohnesorge:

--- Zitat von: Galatea am 20.02.2026 | 19:54 ---Hat der dunkle Herrscher auch einen Namen?

Ich möchte an dieser Stelle mal darauf hinweisen, dass der Grund warum der Feudalismus zugrunde gegangen ist, nicht darin liegt, dass das Volk die Schnauze voll von Adel und Klerus hatte. Feudalismus ist ein gutes System, wenn ein Zentralregent ein Reich beherrscht, das so groß ist, dass zeitnahe Kommunikation und Reaktion in alle Ecken schlicht nicht möglich ist - sollte sich die Menschheit in interstellare Gefilde aufmachen, besteht eine ernsthafte Chance, dass wir dieses System wiedersehen.

Der feudale Zentralherrscher muss sich auf seine Lokalfürsten verlassen können, das Land in Ordnung zu halten und im Zweifelsfall solange auszuharren, bis eine Armee (aus den Truppen diverser Lokalfürsten, alle mit unterschiedlicher Ausrüstung/Ausbildung/Professionalität/Doktrin, im schlimmsten Fall mit unterschiedlichen Sprachen) zur Entlastung zusammengestellt und kampfbereit ist - das dauert und die daraus resultierende Armee ist selten optimal.
Feudalismus und moderne Kriege, in denen schnell mit großer Stärke reagiert werden muss, die vertragen sich GANZ schlecht. Noch viel viel schlechter verträgt sich der Feudalismus mit Sachen wie langen Logistikketten, just-in-time-delivery und vereinten Binnenmärkten, die für moderne hochentwickelte Wirtschaftssysteme extrem wichtig sind.

Auch möchte der moderne Diktator von Welt eher nicht, dass fünfzig Lords, jeweils mit ihrer eigenen kleinen Privatarmee, in seinem Reich herumhängen, die ihm im Zweifelsfall den Rang streitig machen (oder zumindest große Probleme bereiten) können. Tatsächlich ist der Feudalherrscher in den meisten Fällen ein eher schwacher Herrscher, der viel auf Diplomatie und seinen Ruf angewiesen ist, um sein Reich zusammenzuhalten und der nicht selten damit beschäftigt ist Aufstände und Rebellionen im eigenen Hinterhof niederzuschlagen. Mit einem modernen Diktator hat er wenig gemein.

--- Ende Zitat ---

Das ist mega spannend :d

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