Hat der dunkle Herrscher auch einen Namen?
Ich möchte an dieser Stelle mal darauf hinweisen, dass der Grund warum der Feudalismus zugrunde gegangen ist, nicht darin liegt, dass das Volk die Schnauze voll von Adel und Klerus hatte. Feudalismus ist ein gutes System, wenn ein Zentralregent ein Reich beherrscht, das so groß ist, dass zeitnahe Kommunikation und Reaktion in alle Ecken schlicht nicht möglich ist - sollte sich die Menschheit in interstellare Gefilde aufmachen, besteht eine ernsthafte Chance, dass wir dieses System wiedersehen.
Der feudale Zentralherrscher muss sich auf seine Lokalfürsten verlassen können, das Land in Ordnung zu halten und im Zweifelsfall solange auszuharren, bis eine Armee (aus den Truppen diverser Lokalfürsten, alle mit unterschiedlicher Ausrüstung/Ausbildung/Professionalität/Doktrin, im schlimmsten Fall mit unterschiedlichen Sprachen) zur Entlastung zusammengestellt und kampfbereit ist - das dauert und die daraus resultierende Armee ist selten optimal.
Feudalismus und moderne Kriege, in denen schnell mit großer Stärke reagiert werden muss, die vertragen sich GANZ schlecht. Noch viel viel schlechter verträgt sich der Feudalismus mit Sachen wie langen Logistikketten, just-in-time-delivery und vereinten Binnenmärkten, die für moderne hochentwickelte Wirtschaftssysteme extrem wichtig sind.
Auch möchte der moderne Diktator von Welt eher nicht, dass fünfzig Lords, jeweils mit ihrer eigenen kleinen Privatarmee, in seinem Reich herumhängen, die ihm im Zweifelsfall den Rang streitig machen (oder zumindest große Probleme bereiten) können. Tatsächlich ist der Feudalherrscher in den meisten Fällen ein eher schwacher Herrscher, der viel auf Diplomatie und seinen Ruf angewiesen ist, um sein Reich zusammenzuhalten und der nicht selten damit beschäftigt ist Aufstände und Rebellionen im eigenen Hinterhof niederzuschlagen. Mit einem modernen Diktator hat er wenig gemein.