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Virtuelle Aliens

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Quaint:
Das ganze ist ein wenig inspiriert von Orions Arm, einem halbwegs fundierten kollaborativen Scifiuniversum, welches vor allem der Schriftstellerei dient. Konkret hat es aber mit einer SciFi Kampagne zu tun, die ich leite, und für die ich Inspiration suche.

Die Gruppe ist da auf eine Dysonsphäre gestoßen, in der sich einige "Superintelligenzen" und eine unbekannte aber große Zahl (Trillionen?) von digitalen Individuen befindet. Ganz im Sinne des Transhumanismus sind diese Individuen quasi unsterblich, bzw. können gegebenenfalls aus Backups wiederhergestellt werden. Wenn ihnen der Sinn danach stünde, könnten sie sich auch selbst wieder Körper geben, aber die meisten von ihnen leben meistens in virtuellen Welten, Simulationen. Dabei geben sie die Rahmenbedingungen der Simulation aber nicht komplett selbst vor, sondern es gibt dann auch virtuelle Herausforderungen und virtuelles Leid. In gewisser Weise die Endstufe des Rollenspielers vielleicht? Nur eitel Sonnenschein bekäme den meisten Wesen nicht, sagen sie. Teils können sie ihre kognitiven Fähigkeiten auch massiv steigern durch mehr Rechenkraft oder beispielsweise eine "beschleunigte Simulation" laufen lassen, in der sie quasi Jahre an etwas forschen können, während in der Realität nur Minuten vergehen. So haben sie etwa die Sprache der SC entschlüsselt nachdem so Grußbotschaften gesendet wurden. Rohstoffe brauchen sie auch nicht, denn sie können Material von ihrer Sonne abzapfen und in speziellen Geräten daraus eigentlich alle Elemente "erbrüten". Und die Sonne hat soviel Material, da können sie lange auskommen damit. Auch sonst haben sie wunderliche Technologie, etwa FTL mit einer Leistungsfähigkeit das sie auch andere Galaxien kein Problem sind. Sie sind aber nur so teilweise geeint, es gibt scheinbar Fraktionen oder Parteien, die quasi Politik machen oder memetische Kriegsführung untereinander. So richtig allmächtig sind sie natürlich auch nicht.

Wo ich halt etwas auf dem Schlauch stehe: Was wollen die? Neue Ideen und Kulturen sind sicherlich spannend, aber sie haben schon mehrere komplette interstellare Zivilisationen aufgenommen. Überleben sichern ist auch toll, aber sie haben Aussagen getroffen, dass sie mehrere Dysonsphären in verschiedenen Galaxien haben. Wenn nicht gerade das Universum untergeht sind sie also erstmal safe. Irgendwelche Erfahrungen können sie ja virtuell machen.

1of3:
Wenn sie sich selbstgenügsam sind, wollen sie vielleicht nichts mit der Außenwelt zu tun haben.

Ansonsten hat Orion's Arm ja noch einige kosmische Übel zu bieten, wenn du die mit importieren willst. Leviathan, Midnight Runners, Leeres Viertel...

DonJohnny:
Das wäre jetzt auch mein Ansatz gewesen. Die Welt in der sie leben scheint ja perfekt zu sein in dem Sinne, dass sie auch an alle nötigen Unperfektheiten gedacht haben. Wenn es für sie noch einen Antrieb gibt wirklich etwas zu erreichen, dann wäre es vielleicht eine Bedrohung abzuwenden.

Oder vielleicht ist die Geschichte doch zu perfekt. Vielleicht erst auf den dritten oder vierten Blick wird klar, dass es ihnen zu gut geht und dass das, was sie erreicht haben sehr subtile aber ab Ende massive Auswirkungen hat, dass es Zerfallsprozesse gibt gegen die kaum jemand was unternehmen kann weil wirkliche Innovation (die vielleicht erst unter Überlebensdruck entsteht) schon sehr lange, trotz all der Errungenschaften und Leistungsfähigkeit der Gesellschaft, praktisch nicht mehr gibt. Vielleicht brauchen sie deswegen den Input von außen um langfristig zu überlegen. Wenn die aber so krasse FTL haben ist wiederum die frage, warum die sich den nicht suchen sondern warten, bis ein paar Spielercharaktere dahergelaufen kommen.

Infernal Teddy:
Sie wollen das Sonnensystem in dem sich die Charaktere befinden in ein neues Matroshka-Gehirn verwandeln? Weil speicher wird ja immer teuerer und so...

Alexandro:
Es wäre gut möglich, dass die Aliens ihre eigene Gesellschaft schon "zu Ende simuliert" haben: gerade wenn es unterschiedliche (verfeindete) Fraktionen gibt, werden diese sicher gerne Voraussagen darüber haben wollen, was ihre Widersacher so planen, also lässt man schnell eine gesellschaftspolitische Simulation drüber laufen. Vielleicht macht man das auch bei der eigenen Fraktion,  um herauszufinden, ob eine bestimmte Entwicklung auf Dauer schädlich oder nützlich für diese ist.

Auf diese Weise kriegt man eine sehr stabile Gesellschaft hin, aber auch eine, in der es absolut keine Überraschungen mehr gibt, und deren internes Zusammenspiel in einem ewigen Kalten Krieg feststeckt.

Neue Spezies (und neue kulturelle Perspektiven) reinzuholen kann die einzige Möglichkeit sein, wie man diese Stagnation zumindest für eine Weile aufhalten kann- allerdings ist jede neu integrierte Zivilisation irgendwann "assimiliert", und liefert keine neuen Impulse mehr. Also auf zur nächsten Kultur.

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