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Habt ihr eine selbst erschaffene Kampagnenwelt die ihr immer wieder bespielt?
Namo:
Die Frage behandelt ausschließlich selbst geschaffene Kampagnenwelten. Keine bestehenden Verlagssettings.
Mir begegnet das immer mal wieder. Wir kennen die großen Settings wie Aventurien und Faerun etc. Sie wurden von zig Autoren geschaffen. Aber wir Spielleiter erschaffen ja Dinge auch immer mal gerne selbst und so entstehen immer Mal Länder und Welten durch unsere Ideen. Diese werden bespielt und dann endet eine Kampagne und etwas neues wird geschaffen.
Nun bin ich immer mal wieder bei youtube über Spielleiterkanäle gestolpert, in denen Spielleiter ihre eigene Welt erwähnt haben. Diese haben sie jahrelang entwickelt und so leiten sie nur noch in dieser. Nicht die eine Gruppe. Nein, immer wieder neue Charaktergruppen und auch immer mal mit anderen Spielern. Das ist hat dann ein klein wenig etwas von Lebenswerkschöpfung aber auch heim kommen.
Ich habe das im Kleinen bei mir selbst auch festgestellt. Ich habe meine bizarr gewachsene Version von Mittelerde bzw. Arda des vierten Zeitalters die organisch gewachsen ist. Und auch wenn wir zu der alten Kampagne hin spielen wollen die wir lange gespielt haben, erlebe ich gerade, dass wir hier eine ganz andere, ganz neue Kampagne spielen deren Tapete aber die Welt und Handlungen von damals sind. Eigentlich bräuchte ich hier den Bezug zur alten Kampagne Spieler betreffend überhaupt nicht. Das würde genauso Spaß machen mit einer ganz neuen Spielergruppe die von der anderen Kampagne keinen Schimmer haben. Ich aber als Spielleiter fühle mich extrem heimisch und wohl in meiner Schöpfung und vieles fühlt sich organisch an. So dass ich mir in diesem Setting auch eine dritte Runde mit einem ganz anderen Thema vorstellen könnte.
Wie ist das bei euch? Habt ihr auch so eine Weltenschöpfung die ihr immer und immer wieder für neue Runden bespielt? Also nicht nur theoretisch eine Welt geschaffen, sondern ihr bespielt sie auch und lasst sie regelmäßig von Spielern mit Leben füllen? Und worum geht es da? Was sind das für Welten?
KhornedBeef:
Nein. Ich weiß aber Settings mit festem Rahmen und reichlich weißen Flecken zu schätzen. Wenn man genau hinsieht, gibt es davon jede Menge, aber das Spielleiterkapitel muss das halt auch ein bisschen anregen.
Ich habe mit Warhammer 40k angefangen. Auf dem Papier ein Setting mit vielen Details...an ein paar Stellen, mit reichlich Widersprüchen, und auch verschmiert über Jahrtausende. Rogue Trader basiert mehr oder weniger auf in-game weißen Flecken im gleichen Universum.
Es ist ein bisschen wie ein Pulp-Actionfilm: Wir wollen erkennen können dass Rock McHardBeef wieder seinen typischen Kram macht und entweder Nazis oder Aliens verprügelt. Solange die ganzen Paraphernalia stimmen, ist der Planet ja egal ;)
Edgar Allan Poe:
Ich wollte das immer im großen Stil machen. Hab auch ein paar Abenteuer in "meiner" Welt geleitet. Aber am Ende hat sich das trotzdem immer irgendwie wie ein Flickenteppich angefühlt. Ich bin dann zurück zu fertigen Settings.
Der Gedanke hat mich trotzdem nie ganz losgelassen.
Luxferre:
In unserer Altherrenrunde (30J+ gemeinsam) leiten wir abwechselnd und jeder SL immer auf seiner Welt.
Hier leite ich also in meiner Welt, die seit mittlerweile 15 Jahren in stetiger Entwicklung ist.
Früher habe ich für jedes Abenteuer oder jede Kampagne eine andere Welt erschaffen oder Fertiggerichte hergenommen. Heute aggregiere ich all meine Ideen in ein Projekt.
Wenn ich neue Gruppen leite, nehme ich gerne den ABOREA Atlas samt Karten und leite dort mit meinen Ideen und was die Gruppe so cool findet und mag.
Als Alternative kämen für mich nur noch Hârn oder ShadowWorld infrage.
Namo:
--- Zitat von: Edgar Allan Poe am 28.11.2025 | 09:59 ---Der Gedanke hat mich trotzdem nie ganz losgelassen.
--- Ende Zitat ---
Genau das ist es. Irgendwie fühlt es sich unheimlich gut an, so etwas "erschaffen" zu haben. Ich möchte jetzt nicht von Sinnhaftigkeit des Lebens sprechen, aber ich merke bei mir aktuell schon, wie ich da auf manche Sachen stolz bin und sich das so schon etwas nach "meiner Schöpfung" anfühlt. Wie muss das sein, wenn du wirklich über Jahrzehnte eine Welt entwickelt und bespielt hast? Die sich immer weiter entwickelt hat - auch durch die Taten der Gruppen. Das stelle ich mir schon extrem groß und befriedigend vor. Und umgekehrt natürlich auch so einfach zu improvisieren. Mann kennt ja alles. Jede Intrige, jeden NSC, jeden mystischen Dungeon. Da kann man doch so leicht ein Abenteuer aus dem Ärmel schütteln.
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