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Warum laufen Eure Kampagnen aus?

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Alexandro:
Bisherige Gründe für das vorzeitige Beenden einer Kampagne:

Grund #1 ist sicherlich sich ändernde Lebensumstände. Passiert sicher jeder Person, die (wie ich) in der Schule mit RPG angefangen hat, und wo nach dem Ende der Schulzeit der Freundeskreis sich in Studium, Job und Familie zersplittert. Ist mir auch schon selber (nach Ende meines Studiums) passiert, als ich in meinem neuen Job die Freuden des Schichtbetriebs kennengelernt habe, und unter der Woche plötzlich keine Zeit mehr hatte (während die SL durch ihre Familie am Wochenende nicht konnte) - da bin ich dann halt auch aus einer Runde ausgestiegen. Manchmal findet man (wenn es nur einzelne Spielende sind, die ausscheiden müssen) frisches Blut für die Kampagne, aber wenn die schon mehrere Jahre lief, dann sinken die Chancen exponentiell, dass sich noch jemand in die "eingespielte Truppe" und "gewachsene Lore" hineintraut.

Manchmal funktioniert es menschlich halt nicht (war bisher nur einmal - in einer D&D5-Runde, die ich zu leiten versucht habe - so). Wenn man merkt, dass man echt keine Lust mehr hat zur Runde zu gehen, dann ist das ein Zeichen, dass man vielleicht besser abbricht.

In einigen Fällen ist es so, dass man die Kampagne gar nicht als Kampagne geplant hat. In einigen Fällen hatte ich einen One-Shot, welcher den Spielenden so gut gefallen hat, dass sie noch einen spielen wollten... und noch einen. Und schwuppdiwupp war ich in einer Kampagne. Da das aber nicht als langfristiges Spiel geplant war, bin ich dann irgendwann an eine unsichtbare Barriere gestoßen, wo ich einfach keine Ideen mehr hatte, was noch als nächstes passieren könnte (langfristige Plots in eine bereits laufende Kampagne einzubauen ist nicht so einfach) - es fühlte sich alles wie abgeschlossene "Episoden" an, die nur lose durch dieselben Charaktere zusammengehalten wurden (und die Charaktere waren halt irgendwann ausgereizt).

Umgekehrt war es auch schon so, dass ich zu Beginn der Kampagne einen groben "Rahmen" hatte, worauf der Kampagnenplot hinauslaufen könnte, dann aber die Charaktere sich irgendwann in eine andere Richtung entwickelten (z.B. bei der Deadlands-Kampagne "Good Intentions", wo alle dann plötzlich keinen Grund mehr hatten sich gegen Hellstromme-Industries zu stellen, bzw. in einem Fall der Firma sogar positiv gegenüber standen). Die Ausrichtung eine Kampagne mid-game anzupassen ist möglich, aber nicht ohne dass es knirrscht. Da ist Beenden manchmal besser.

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