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Habt ihr hochstufige Kampagnen oder Abenteuer gespielt/geleitet?

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nobody@home:
Persönlich habe ich mit Kampagnen, die ausdrücklich von Stufe 1 bis ganz hoch auf Stufe Schießmichtot gehen, tatsächlich keine praktische Erfahrung.

Was ich mir dabei allerdings gerne mal denke, ist, daß es für so einen kometenhaften Machtzuwachs, wie ihn Spielercharaktere in so manchen Systemen dabei erleben, einfach keine guten Vorbilder und Erfahrungswerte gibt, an denen man sich orientieren könnte. Normale Menschen werden in der Realität nun mal nie zu den totalen Überhalbgöttern, und umgekehrt fangen irgendwelche Supergestalten in Geschichten über sie auch meist schon auf ihrem jeweiligen Niveau an, so daß eventuelle spätere Steigerungen im Laufe der Zeit (wo sie überhaupt stattfinden) sich im Vergleich zu ihrer Ausgangsposition immer noch im Rahmen halten. Selbst Comic-Superhelden kriegen ihre übermenschlichen Kräfte einmal per Ursprung zugeteilt und entwickeln sich nicht D&D-mäßig im Lauf der Jahre von Max Mustermann im schlechtsitzenden Impro-Kostüm zu MUSTERMAN (AHAAA...!!! Schneller als der Blitz und stärker als jeder Tsunami!), indem sie bloß genügend Bankräuber einfangen und Katzen aus den Bäumen holen...

Abgesehen davon also, daß ich mir gar nicht so sicher bin, wie eine halbwegs logische Spielwelt, in der solche persönlichen Über-alles-hinaus-Entwicklungen überhaupt möglich sein sollen, eigentlich konsequenterweise aussehen müßte (wie viele "Euer Erzmagierkeit Meister Bobarum, Herr des Kontinents, ehemals Bob der Bauernsohn..."-Typen gibt's da wohl noch?), liegt der Hund da mMn einfach schon in der Spielstilprämisse an sich begraben. Entweder spiele ich auf relativ "menschlichem" Niveau und meine Charaktere lernen zwar schon dazu, heben aber letzten Endes längst nicht sooo kraß ab, oder ich spiele gleich einen Superhelden oder sonst etwas Vergleichbares, dann aber auch in einer Kampagne, in der es von vornherein zu mir und meinen SC-Kollegen passende Herausforderungen gibt und auf die idealerweise auch gleich die Regeln entsprechend kalibriert sind. Von A nach B nicht nur im Lauf der Zeit wechseln zu wollen, sondern das vom System so verlangt sogar schon regelrecht zu müssen, ist zumindest für meinen Geschmack des Spagats einfach zuviel.

DonJohnny:
Ich leite gerade eine 13th Age Kampagne und wir sind auf Level 9 von 10. Wir gehen total in die Vollen und es ist geil. 13th Age bietet sich dafür auch einfach an. Ich sag mal der hintere Mittelteil hatte seine Längen aber jetzt wo es auf das Finale zugeht läufts wieder richtig rund.

Es ist alles super high level und macht mega Spaß. Die Spielercharaktere halten das Schicksal der Welt in ihren Händen. Während es in den unteren Stufen schon was Episches war mit jemandem zu tun zu haben, der ab und an direkt mit den Ikonen in Kontakt steht, geht es jetzt teilweise direkt gegen die bösen Ikonen und die guten sehen die Spielercharaktere als Superhelden auf Augenhöhe. Klar, "normale" Gegner sind schon lange kein Thema mehr aber hey, dafür wird man ja Held.

Zed:
Meine Gruppe hat nun die 20. Stufe erreicht.


--- Zitat ---Wie wurde bei euch das Spannungs- und auch Spassniveau in solchen Kampagnen gehalten?
--- Ende Zitat ---
Meine Gruppe freut sich noch immer über jeden Erfolg, selbst wenn er  - wie beim letzten Kampf - im Bruchteil einer Minute zu ihren vollen Gunsten ausfiel: Sie hatten ihr Ziel Opfer hervorragend ausgekundschaftet, wurden nicht entdeckt, gewannen die Initiative, und es macht bei einem Überraschungsangriff "Rumms aus allen Rohren". Ich würde es kaum Kampf nennen, aber wie gesagt: Es hat ihnen Spaß gemacht. Und meine nächste SL-Gelegenheit mit mehr Würfelglück für die gegnerische Seite, die der Gruppe dann ein echtes Hin- und Her bieten wird, wird schon noch einmal kommen.

Wie wir uns den Spaß erhalten haben? Da habe ich nicht eine eindeutige Antwort.

Wir sind wohl alle tief in unsere fortschreitend bedrohte Spielwelt hineingewachsen, und alle wollen, nachdem die größten Geheimnisse gelüftet sind, wissen - und gestalten - wie es weitergeht.

Meine Herausforderung bleibt die, mit der ich seit einigen Jahren kämpfe:

Einer unserer Kleriker kommt vollgebuffed auf einen Angriffsbonus von um die +30 bei einem Basis-Angriffsbonus von +14. Für Angriff und Rüstung hat er standardmäßig 8 Gegenstände im Einsatz, und er kommt auf 6 Standard-Buffzauber. Dazu muss er noch die vielen Angriffszauber im Blick haben, die sein Priester sprechen kann. Und das ist nur einer von 4 zauberfähigen Charakteren.

Wenn ich als Spielleiter mal meine Gegner gleichziehen lassen möchte, dann muss ich mindestens dengleichen Aufwand betreiben, wie alle meine vier SCs. Nein, einfach den NSC-Level zu halbieren und dafür die Anzahl der NSCs zu verdoppeln, funktioniert leider nicht.

Das bleibt meine Herausforderung, und sie kostet viel Arbeit. Hier sehe ich tatsächlich möglichen Support durch KI oder Charaktergeneratoren, soweit sie für 3.5 noch verfügbar sind.

Namo:

--- Zitat von: Philipp.Baas am 10.12.2025 | 14:07 ---Wir haben mit derselben Gruppe und teilweise denselben Helden den Orkensturm, Khomkrieg und die 7G gespielt. Alles ergänzt um eigene Abenteuer und einige Nebenhandlungen aus vorgefertigten Abenteuern.
Es war grandios! So ab Ende Orkensturm waren die Helden berühmt im Mittelreich, ab Ende Khomkrieg waren sie als tapfere Recken wenigsten im Süden und im Mittelreich bekannt. Ab 1/2 der 7G wurden sie nur noch von Leomar, Raidri, Ayla und ähnlichen Kalibern (also wirklich berühmte Helden) überstrahlt. Kurz vor der Schlacht an den Trollpforten konnten sie nicht mehr unerkannt durch Städte gehen. Heißsporne haben sie herausgefordert, Mütter kamen, um ihre Kinder segnen zu lassen, sie mussten nirgendwo bezahlen ... sie waren die größten Helden ihrer Zeit. Aber auch jedes Scheitern, jeder Fehltritt wurde wahrgenommen. Jedes Himmelsfahrtkommando war das ihre, und dass sie ablehnen war undenkbar. Schließlich waren sie die Größten. Sie starben an den Trollpforten. Es war episch: From zero to hero. Einfach toll.

--- Ende Zitat ---

Das liest sich genauso wie so eine Kampagne laufen soll und wofür man so etwas macht. Ganz toll und fantastisch. Man liest förmlich heraus, was für ein prägendes und tolles Ereignis das war. Richtig , richtig schön. Und auch interessant zu lesen - oder eher nicht zu lesen - dass die Kämpferei mangels echter Gegner eher langweilig war. Das klingt einfach nach einen Heroes journey der als solcher auch toll ausgespielt wurde.

Allgemein erscheint es mir in den ersten Beiträgen eher weniger so, als wären die wenigen herausfordernden Kämpfe problematisch.

Wobei ich mir zwar einen Kampf Helden gegen 200 Noobgegner cineastisch gesehen episch vorstellen kann (quasi wie bei HdR) - aber im Spiel selbst dann doch eher langweilig. Okay, ich habe gelesen, dass Savage Worlds da ein System hat. Aber bei meinem Haussystem ist das schon eher Slog. Ich hatte ja auch Spaß in einem der letzten Abenteuer so eine Situation in klein vorkommen lassen. Das drumherum hat wunderbar gepasst, aber wären da jetzt noch 10 Orks zum abschlachten mehr vorgekommen, so wäre das glaube ich arg langweilig (und hätte entsprechend auch die Länge des Spieleabends negativ beeinflusst) geworden. 

Spannend auch, dass viel mehr User - und das auch mit Spaß - solche Kampagnen gespielt haben, als ich zunächst annahm.

Quaint:
Wir haben mal beim Q-Sys eine Kampagne lang eine Abenteurertruppe bis ganz hoch gespielt, ca. 50 Sitzungen, und epische Abenteuer erlebt.
Und dann, paar Jahre später, haben wir deren Kinder gespielt, die zunächst auf so ein Erziehungsinstitut geschickt wurden. Auch wieder bis die ganz große Nummern waren. Das war toll.

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