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Future History - möglichst plausibel oder lieber abgedreht?

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unicum:

--- Zitat von: Alexandro am 15.12.2025 | 21:29 ---Dafür müssen erstmal die Grundlagen da sein (ein menschlicher Arzt muss in der Lage sein, die Biomarker von Krankheiten vorzeitig zu erkennen), und dann muss man das soweit systematisieren und automatisieren, dass die KI das auch hinkriegt. Wenn die Menschen nicht verstehen, was für Muster da eigentlich untersucht werden, dann kommt man bei sowas raus, wie die "medizinische" KI, welche trainiert werden sollte Hautkrebs zu erkennen, aber letztendlich nur Lineale erkannt hat (weil in den Trainingsdaten auf den Fotos mit Hautkrebs auch immer ein Lineal abgebildet war, für den Größenvergleich).  ;D

--- Ende Zitat ---

Das hab ich nicht mir aus den Fingern gezogen das ist gerade schon in der Forschung.

Das Beispiel was du schreibst ist bekannt aber das sind "anfängerfehler" genauso wie die 7 Finger in den KI Bildern oder Waffen die dirch den Körper gehen oder, oder, oder,...

Klar es müssen erst mal Trainingsdaten her - aber die müssen nicht mal von menschen gleich ausgewertet werden. Du hast von einer Person alle 6 Monate eine Blutprobe und wenn der nach 20 Jahren Blutlrebs bekommt kannst du vergleichen ob du im Blut etwas findest. Wenn das dann bei ein paar anderen Personen ähnlich ist kann man daraus auf etwas schliessen.

Die Traininsgdaten wird es geben und dann ist es nur eine Frage der Studien.

Feuersänger:

--- Zitat ---Ausgehend vom Titel »Redshift« geht es wohl in erster Linie um die Verschiebung von sichtbaren Grenzen.
--- Ende Zitat ---

Ausgehend vom physikalischen Prinzip - Rotverschiebung bedeutet in der Astronomie, dass sich etwas von uns entfernt - war ursprünglich der Hintergedanke bei dem Namen, dass die Menschheit sich durchs All ausbreitet und won ihrer irdischen Heimat entfernt. (Es war früher mal als interstellares Setting mit FTL-Reisen geplant, aber die dazu notwendige Magie hat mich über die Zeit immer mehr angekäst, sodass ich es irgendwann umgeschrieben und FTL gestrichen habe.)
Dass man Redshift auch politisch verstehen könnte, mit einer Verschiebung der Gesellschaft hin "zu den Roten", ist wirklich nur Zufall. ^^


--- Zitat ---Ein Blick in meine Glaskugel verrät mir, dass die Menschen einen brutalen Kampf um die verbliebenen Rohstoffquellen der Erde austragen werden.
--- Ende Zitat ---

Hmnja, das ist so ein lang etablierter Topos, ja. Wobei "Rohstoffquellen" vielleicht die falsche Stoßrichtung suggeriert. Früher dachte man da primär an Öl, vielleicht auch noch Uran. Das ist inzwischen absehbar obsolet - siehe oben mein Kommentar zu Russland. Heute würde man vielleicht eher Seltene Erden denken, aber stellt sich heraus, sooo selten sind die gar nicht, nur dreckig in der Förderung.
--> wenn es Verteilungskämpfe gibt, dann wohl am ehesten um Wasser, fruchtbares und witterungsmäßig erträgliches Land. Gerade Konflikte um Wasser stelle ich mir eher lokal begrenzt zwischen Nachbarländern vor - also etwa dass Indien und Pakistan sich um einen Fluss zanken. Oder das müssen auch nicht mal internationale Konflikte sein; kommt zB auch in den USA vor dass ein Bundesstaat irgendwo Wasser abpumpt, das dem Nachbarstaat dann fehlt.*

Ursprünglich hatte ich für Redshift eigentlich auch vorgesehen, dass die Menschheit richtig viel Volk in den Weltraum umsiedeln will. Aber dann habe ich das nachgerechnet und festgestellt, dass diese Idee mit dem Umstieg von FTL auf ein solares Setting nicht mehr aufgeht. Die genauen Zahlen müsste ich ausbuddeln, aber so ganz grob lief es darauf hinaus, dass zB Lebensraum für 100 Millionen Menschen weit über 100 Jahre zu bauen bräuchte, und woher will man heute wissen wieviel Wohnraum man in 100 Jahren braucht. (Im FTL-Setting wäre das simpler gewesen -- man sucht sich einfach eine Freiluftwelt und baut dann da ein paar Blockhäuser.)

Daher also wird in den Weltraum in erster Linie für die Ressourcen expandiert, was etwaigen Ressourcenkriegen auf der Erde weiter die Grundlage entzieht, und um mit Megaprojekten den Klimawandel rückgängig zu machen, sodass (hoffentlich) auch Land zurückgewonnen werden kann.

--

*) Das ist dann auch noch ein Kapitel für sich: was passiert mit den USA? Globaler Hegemon, isolationistischer Papiertiger, oder Zerfall in mehrere Nachfolgekonstrukte?
Ich habe mir mal den Spaß gemacht, die USA in mehrere Zonen einzuteilen, die als Zerfallsprodukte relativ plausibel wären:
- Pacific (CA, OR, WA) -> 18% des Gesamt-BIP
- Atlantic Core (von Maine bis Virginia) -> 18%
- Great Lakes -> 18%
- South -> je nachdem ob mit oder ohne Texas und Oklahoma entweder 18 oder 28%
- Heartlands - von Idaho bis Missouri -> ebenfalls 18% (v.a. wegen Landwirtschaft).
(Alaska und Hawaii gehen im Rundungsfehler unter)

Das kuriose dabei ist, dass ich _nicht_ gezielt auf 18%-Schnitte aus gewesen bin; ich habe mir nur überlegt, welche Einteilung politisch, kulturell und wirtschaftlich sinnvoll wäre, die Einzel-BIPs aufaddiert und das ist dabei rausgekommen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass Süden und Zentrum viel stärker abfallen.
Zukünftige Auswirkungen des Klimawandels sind da allerdings noch komplett außen vor. Man hört ja Schauergeschichten von drohender Versteppung des Kernlands und einer Wet-Bulb-Hölle im Süden, mal abgesehen von zunehmenden Tornados und Hurrikanen.

ArneBab:

--- Zitat von: Kappadozius am 15.12.2025 | 20:38 ---Ein Blick in meine Glaskugel verrät mir, dass die Menschen einen brutalen Kampf um die verbliebenen Rohstoffquellen der Erde austragen werden.

--- Ende Zitat ---
Mir sagt mein Blick in die Glaskugel zwar leider auch dein Szenario als Möglichkeit, aber er zeigt auch die gerade an Fahrt aufnehmenden Solar- und Hopepunk-Bewegungen, in Fahrt gebracht durch die Preisrede von Ursula K. LeGuin (every human power can be resisted by human means) und Cory Doctorows Walkaway, und vorangetragen durch Projekte, die Wege in eine bessere Zukunft greifbar machen (wie Redshift  :headbang: ).

Der dafür verwendete Begriff ist „Soziale Tipping Points“.

Ist natürlich nicht zwingend, und fossile Weltverbrenner haben aktuell allzu viel Oberwasser, aber es ist zumindest eine Möglichkeit.

Alexandro:

--- Zitat von: unicum am 15.12.2025 | 22:15 ---
Klar es müssen erst mal Trainingsdaten her - aber die müssen nicht mal von menschen gleich ausgewertet werden. Du hast von einer Person alle 6 Monate eine Blutprobe und wenn der nach 20 Jahren Blutlrebs bekommt kannst du vergleichen ob du im Blut etwas findest. Wenn das dann bei ein paar anderen Personen ähnlich ist kann man daraus auf etwas schliessen.

--- Ende Zitat ---

Bei einer hinreichend großen Stichprobe wird es immer irgendwelche Ähnlichkeiten geben - ob diese ein Hinweis auf den Untersuchungsgegenstand sind, ist allerdings mehr als fragwürdig (besonders mit 20 Jahren dazwischen, wo es evtll noch andere Gemeinsamkeiten zwischen den Probanden geben könnte, als die in den Biodaten erfassten). Menschen verstehen (idR) den Unterschied zwischen Ursache und Korrelation, eine KI kann diesen jedoch niemals verstehen.

Von den ethischen Fragen einer zentralen, zeitlich unbegrenzten und anlasslosen Massenspeicherung von Patientendaten einmal ganz abgesehen.

Kappadozius:

--- Zitat von: Feuersänger am 15.12.2025 | 22:53 ---Ausgehend vom physikalischen Prinzip – Rotverschiebung bedeutet in der Astronomie, dass sich etwas von uns entfernt – war ursprünglich der Hintergedanke bei dem Namen, dass die Menschheit sich durchs All ausbreitet und von ihrer irdischen Heimat entfernt. […]

Dass man Redshift auch politisch verstehen könnte, mit einer Verschiebung der Gesellschaft hin »zu den Roten«, ist wirklich nur Zufall. ^^

[…]
--- Ende Zitat ---

Oh, da habe ich vielleicht etwas zu viel hineininterpretiert. ;)

Die Verschiebung zu ›Rot‹ habe ich in dem Kontext eher als eine Art alarmierenden Zustand gedeutet, aber auch nicht als sozialistische oder sowjetische Gefahr oder was auch immer… :loll:

Danke noch einmal für die Richtigstellung, Feuersänger! ^-^

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