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Aufstiegsgeschwindigkeit und -methoden bei D&D
Femenmeister:
Wir fahren bei D&D auch eine Art Session based Verfahren, welches auf den abgeschlossenen Abenteuern basiert: Jedes Mal, wenn die Helden eine Anzahl neuer (!) Abenteuer absolviert haben, die ihrer derzeitigen Stufe entspricht, steigen sie auf die nächste Stufe auf.
Nach dem ersten Abenteuer ging es also gleich auf Stufe 2. Nach zwei weiteren Abenteuern auf Stufe 3, nach drei weiteren auf Stufe 4 und so weiter.
Da ist es vermutlich wichtig anzumerken, dass wir ausschließlich One Shots spielen und diese in 99% der Fälle auch an einem Abend abschließen. Würden eine Geschichte länger als einen Abend dauern, würde es gerade für höhere Stufen irgendwann zu langwierig werden. So funktioniert es für uns aber recht gut.
bolverk:
Der Vollständigkeit halber will ich hier noch eine Methode erwähnen, die ich irgendwo im Internet aufgeschnappt habe: Der dortige DM hat in seiner Hex Crawl-Kampagne Milestones verwendet, und zwar als tatsächliche Steine, bzw. Obelisken. Jedes mal wenn die Charaktere einen dieser Obelisken gefunden und berührt haben, stiegen sie ein Level auf. Oft gabe es dabei ein Rätsel oder ähnliches zu lösen, manchmal stand der Obelisk einfach herum, manchmal war er versteckt oder bewacht oder umgestürzt, einmal fanden sie zwei Obelisken auf einmal und erhielten damit zwei Levelaufstiege auf einmal.
Ich selbst habe meist Milestones verwendet, finde die aber relativ unbefriedigend. Meine Spieler wollten es so, so habe ich versucht, einen einigermaßen gleichmäßigen aufstiegsrythmus hinzubekommen. XP-Rechnerei pro Encounter wäre mir allerdings auch zu mühsam gewesen.
Prisma:
Bei AD&D2 benutze ich eine Art Hybridsystem. Ich vergebe XP nach:
a) Erleben der Spielwelt
b) Besiegen von Monstern
c) Erlangung von Wertgegenständen
Die Summe davon erhält jeder Charakter. (Ja, ich bin einer dieser SLs, die die XP-Summe nicht unter den Spielern aufteilen lassen... :ctlu: )
b) und c) muss ich wohl nicht erläutern. Unter a) verstehe ich die Interaktion mit dem Setting, das Erfühlen der Spielwelt. Das bilde ich aus einem "Grundgehalt" und der Bewertung von besonderen Aktionen und Erfolgen der SC. Während b) und c) harte Metriken sind, ist a) eine Sache von Rulings.
tarinyon:
D&D ohne XP macht für mich keinen Sinn. Klar, es ist ehrlicher Meilensteine zu nutzen, wenn man sowieso nur Kampagnen spielen will, wo die Entwicklung quasi vorgegeben ist. Aber da stellt sich für mich im Lauf der Jahre immer mehr die Frage, warum man für Storygames D&D nehmen sollte. D&D hat ja die Level-Struktur eingebacken. Letztendlich ist es im Kern ein Spiel, wo es darum geht, auf Level 20 zu kommen (also eine Art Racing-Game). Alles dreht sich um dieses "Leveln" (abgeleitet von den Leveln des Dungeons). Wenn das Level automatisiert wird, dann verliert D&D für mich einen zentralen Antriebsmotor.
Ich kann aber verstehen, dass viele Leute den Sinn von XP nicht mehr sehen. Hier war mMn die 3e "schuld". Die zwei größten Fehler waren es, XP für Gold und unterschiedliche XP-Anforderungen für unterschiedliche Klassen abzuschaffen. Daraus entstand dann diese sinnentleerte Ladder, die alle Klassen in der gleichen Geschwindigkeit nur noch durch (Story-)Encounter erklimmen können. Zugleich wurde mit dem Wegfall der "Name-Level" und der thematischen Verschiebung weg von Dungeon Crawls die intrinsische Verzahnung von Setting und Regeln zerschlagen. Das XP-Sammeln wird dadurch zur lästigen Nebenaufgabe. Die Folge: Kampf-Encounter ohne Sinn und Verstand, damit man leveln kann. Eine totale Verengung des vorherigen Systems, das ja viel mehr Möglichkeiten für den XP-Erwerb vorsah (Kampf, Diebstahl, Vorbeischleichen, Diplomatie, etc.). Konsequenterweise hat man dann in der 5e das Level-System total entstellt und den Wünschen der Massen angepasst (also langsames Leveln auf den Sweet-Spot-Leveln). Einen Sinn ergibt es eigentlich nicht mehr, weil man hätte ja einfach das ganze System so redesignen können, dass man mit kompetenteren Charakteren anfängt (und hätte das Stufensystem komplett weglassen können).
Luxferre:
AD&D 2nd:
Bei 1.000.000 XP sind die Professionen wie folgt unterwegs:
Kämpfer ST 12 exakt
Magier ST 12, 125k vor 13
Kleriker ST 12 100k vor 13
Dieb ST 14, kurz vor 15
Ist für den Dieb (mEn!) die einzige Möglichkeit ansatzweise mitzuhalten.
--- Zitat von: Prisma am 15.12.2025 | 15:31 ---Bei AD&D2 benutze ich eine Art Hybridsystem. Ich vergebe XP nach:
a) Erleben der Spielwelt
b) Besiegen von Monstern
c) Erlangung von Wertgegenständen
Die Summe davon erhält jeder Charakter. (Ja, ich bin einer dieser SLs, die die XP-Summe nicht unter den Spielern aufteilen lassen... :ctlu: )
b) und c) muss ich wohl nicht erläutern. Unter a) verstehe ich die Interaktion mit dem Setting, das Erfühlen der Spielwelt. Das bilde ich aus einem "Grundgehalt" und der Bewertung von besonderen Aktionen und Erfolgen der SC. Während b) und c) harte Metriken sind, ist a) eine Sache von Rulings.
--- Ende Zitat ---
Finde ich eine gute Möglichkeit - danke fürs Teilen :d
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