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[Film] Die Odyssee - Christopher Nolan
unicum:
--- Zitat von: Jiba am 23.07.2026 | 14:23 ---Eine schwarze Frau als Helen von Troja zu besetzen, ist historisch ungenau, aber dass in Schottland statt am Mittelmeer gedreht wurde, das fällt nicht mal auf. Um diese Diskrepanz geht es mir.
--- Ende Zitat ---
Es gibt meherer Versionen von Homer, manche meinen auch das es mehr als einen Homer gab. In einer soll Helena blond gewesen sein in einer anderen hatte sie nur "helle arme". (und in der ältesten Fassung kommt auch die Gestallt des Sinon dessen Besetzung durch Page ja auch noch sehr viel mehr shitstorm abbekommen hat - kommt auch nicht in allen versionen vor) - aber da mag jemand anderes vieleicht mehr dazu schreiben ich hab die Infos auch nur aus dem netz, mein altgrtiechisch ist etwas eingerostet und ich komm nicht an die Orginaltexte ran, wo sind die überhaupt?
Von der Schauspielerin finde ich nur ein Zitat etwas befremdlich, das sie die Odysee als Fiktion darstellet kurz darauf aber "Wakanda" feiert als darstellung afrikanischer Kultur. Das fand ich eben etwas "Höh?" aber ja das kann auch eine Vertedigung gewesen sein gegen die Vorwürfe die dann etwas (imho) daneben ging (also als wäre Wakanda keine Fiktion).
Bezüglich Schottland,... naja die meisten Filme werden nicht an historischen richtigen Schaupätzen gedreht (geht ja auch oft nicht wegen "nicht mehr im Orginalzustand"). Ich kenne keinen SF der wirlklich im All gedreht wurde,... regt sich auch niemand auf.
Odyseus war ja an recht ungewöhnlichen Orten etwa im "Haus des Hades" wo immer man das drehen soll ist eh fraglich. Also warum nicht auch Schottland? (Island wäre auch cool gewesen, Vulkane und so eben wegen Hades. Aber die armen Schauspieler in den Klamotten in den Regionen)
--- Zitat von: Jiba am 23.07.2026 | 14:23 ---Stop, Moment! Das möchte ich entschieden zurückweisen. Ich habe Kwüteg nicht zitiert, um dich anzugreifen, sondern habe das Thema Drehort als weitere Punkt angebracht, um die Bigotterie der rechten Internetbubble anzukreiden. Nicht jeder, der eine solche Frage stellt, ist ein rechtes Arschloch. Im Gegenteil: Du problematisierst es ja. Den Schreihälsen, die ich meine... denen ist diese spezielle "historische Ungenauigkeit" ja nicht einmal aufgefallen.
....
Ich bitte um Verzeihung, wenn der Eindruck entstanden sein sollte, ich hätte dich gemeint. Es ging mir da nicht um dich, sondern um spezielle Teile der Internetbubble.
--- Ende Zitat ---
Überlege das vieleicht das nächste mal und mach es klarer. Ich hatte noch eine ganz andere Reply vorbereitet aber viel verworfen nachdem ich dies hier gelesen habe. Ich belasse es bei diesem rest davon:
Und im übrigen bin ich der Meinung das Kartago ... dieser Fanden mal runterkommen sollte.
Ich werde mir trozdem den Film nicht ansehen, also jedenfalls nicht im Kino, nicht unbedingt wegen der irgendetwas hier diskutiereten Sachen an sich sondern weil ich erstens eh nicht merh so oft ins Kino gehe (ich leb aufm land, das nächste Kino das was taugt is ne ecke weg) und ja - der stoff ist so oft verfilmt und ich hab zwei der Übersetzungen schon öfter gelesen das es mich einfach nicht mehr so wichtig ist.
Verfolgen tue ich die Sache trozdem, man kommt im Netz ja kaum an irgendwelchen Hatezeugs vorbei. Vor allem den Elliot Page hat es ziemlich getroffen (zugestanden als Achilles hätte ich den auch nicht haben wollen, aber als Sinon? Kein Problem) einiges war auch mehr als nur einfach geschmacklos.
Drantos:
--- Zitat von: Jiba am 23.07.2026 | 14:50 ---Du weißt schon, Grubentroll, dass ich mich mit meinem Post auf die rechten Arschlöcher im Fahrwasser von Elon Musk bezog, die aus Nolans Film ein Politikum machen wollen, weil ihr fragiles, männliches Ego sich ins Höschen macht, wenn sie eine schwarze Frau in einer "weiß imaginierten" Rolle sehen.
Ich habe weder dich, noch Prisma, noch sonst irgendwen als "rechtes Arschloch" beschimpft. Ich habe lediglich gebeten, dass Prisma den Talking Points dieser rechten Arschlöcher, die eine ganz klare anti-demokratische Agenda verfolgen, doch bitte nicht auch noch glauben möge und das hier nicht auch noch wiedergeben muss. Und die Argumente, die da vorgebracht werden, halte ich auch weiterhin für ausgemachten Blödsinn.
Dass du dich angegriffen fühlst und meinst so reagieren zu müssen, sagt mehr über dich aus als über die anderen Diskutierenden hier. Und umso bezeichnender ist es, weil du ja selbst im Forum doch ganz gerne mal einsilbig und rabaukig und betont unsensibel unterwegs bist.
Ich hoffe, die Moderation weiß, was sie daraus macht, was du grade geschrieben hast.
--- Ende Zitat ---
Ich hatte das gar nicht so verstanden, dass Grubentroll die Aussagen auf sich bezogen hat. Bei mir kam es so an, als wären die Formulierungen der Auslöser und nicht persönliche Beleidigung. Die Nachfrage war doch nur, ob man im Allgemeinen linke Arschlöcher genau als solche bezeichnen darf wie rechte Arschlöcher, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
cu Drantos
Zed:
--- Zitat von: Prisma am 23.07.2026 | 11:28 ---Punkt 1: Es war nie ein Geheimnis das Emily Wilson Homer progressiv übersetzt hat. Das kann man übrigens auch in der Wikipedia und anderswo nachlesen. Die Qualität der Arbeit können in der Tat nur Fachexperten bewerten, aber soweit ich weiß, wird die Qualität der Arbeit gar nicht in Zweifel gezogen, sondern die Neutralität einer progressiven (d.h. politischen) Übersetzung.
--- Ende Zitat ---
Ich denke, dass Du diegleiche Sensibilität für verfälschende Übersetzungen in früheren Jahrhunderten hast und nicht einfach nur im Kulturkampf verfälschende Talkingpoints von Anti-Woken wiederholst.
Zuerst muss eine Übersetzung doch einfach nur gut sein, richtig? Ich habe mich insbesondere auf ältere Rezensionen anlässlich der Herausgabe der Übersetzung von Emily Wilson fokussiert von noch vor der Kulturkampfhysterie. Über die Formalien der Übersetzung gibt es große Übereinstimmung bei den Rezensent:innen:
--- Zitat ---Wilsons Übersetzung im englischen Epen-Versmaß des Fünfhebigen Jambus ist flink, schlank und aufregend; sie stellt das rasche Erzählen und das mitreißende Tempo des Originals in den Vordergrund.
--- Ende Zitat ---
(The Guardian)
--- Zitat ---Es ist eine zügige, lebendige, oft magische Version des antiken Epos, die dessen anhaltende Anziehungskraft und Dringlichkeit einfängt.
--- Ende Zitat ---
(Bryn Mawr Classical Review)
Das sehen Du und ich gleich.
Was Emily Wilson Anspruch betrifft, zeitgemäß zu übersetzen - den hält sie nicht hinter dem Berg:
--- Zitat ---She speaks of to the ‘masculinist’ bias of some prominent earlier translations by men, and describes her own work as less misogynistic, and more attuned to the original text's complexity.
--- Ende Zitat ---
Jahrhunderte von Übersetzungen der Odyssee hatten ihren patriarchalen Bias in das Werk einmassiert. Beispiel "dmōes": Dies sind unfreie Personen, die als Kriegsbeute, durch Kauf oder als Geschenk in ein Haus gelangt sind, und dort zu arbeiten haben. Wie würdest Du diese Personengruppe übersetzen?
Übersetzer wie Lattimore, Fitzgerald und Fagles verwenden hier Begriffe wie "servant," "maid," "retainer," - Begriffe, die die Unfreiheit der dmōes verschleiern - und manchmal immerhin "thrall" oder "bondsman/bondswoman" Wilson nennt sie "slaves", denn sie sind Besitz, und in der Odyssee können Odysseus und Telemach soviele dmōes ohne Konsequenzen töten, wie sie möchten.
Die dmōes, die mit den Freiern Sex haben müssen, werden im Original als "Hündin", kyōn, beschimpft. In englischen Übersetzungen werden sie teilweise "sluts" oder "bitches", Schlampen, oder "whores" genannt, und damit wird die Beschimpfung durch die Übersetzung nochmal sexueller aufgeladen. Ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie frühere Übersetzer eigene Moralvorstellungen über das Original verfälschend draufprojiziert haben.
Hier noch ein Artikel beim Deutschlandfunk über diese Übersetzungsfehler.
Ich nehme an, dass Du über diese Jahrhunderte andauernde Verfälschung des Originals zur Abwertung von Frauen mindestens so empört bist wie über die vermeintliche verfälschende "feministische" Übersetzung.
Emily Wilson legt hier ihre Ansätze zur Übersetzung offen - eine "heimliche "Indoktrinierung"" ist das jedenfalls nicht, und man kann sich mit ihrem Versuch, die Odyssee neutraler und ähnlicher am Original nun auseinandersetzen.
Ihrem Gegenentwurf zu den verfälschten Altherren-Übersetzungen vorzuwerfen, dass ihre Korrektur die Verfälschung sei, ist irreführend.
Mein Fazit:
Emily Wilsons Leistung besteht darin:
• Sie korrigiert die verfälschenden Untertöne der Altphilologen des 19. und 20. Jahrhunderts.
• Sie bringt den Text philologisch näher an das Original, indem sie nachträglich aufgepfropfte Moralvorstellungen entfernt.
• Sie macht die bitteren Realitäten der antiken Gesellschaft (Klassenhierarchien, Sklaverei, Gewalt) ohne romantische Verklärung sichtbar.
Die Übersetzung ist also nicht deshalb gut, weil sie „progressiv“ ist, sondern weil sie präzise, stilistisch konsequent und historisch ehrlich ist.
Lyonesse:
--- Zitat von: Prisma am 23.07.2026 | 14:01 ---Als die "Cleopatra was black" Sache aufkam, haben sich die Ägypter beschwert. Das ging auch durch die Medien. Da hieß es auch es wären alles Rassisten. Sind die Ägypter nun alles rechte Arschlöcher, weil die sich wie die Japaner nicht fremdbestimmen lassen wollen? Das glaube ich nicht.
--- Ende Zitat ---
Hier könnte man noch anmerken, dass Cleopatra zwar über Ägypten geherrscht hat, selber aber eigentlich eine Griechin war wie alle Ptolemäer.
Jiba:
--- Zitat von: Drantos am 23.07.2026 | 15:33 ---Ich hatte das gar nicht so verstanden, dass Grubentroll die Aussagen auf sich bezogen hat. Bei mir kam es so an, als wären die Formulierungen der Auslöser und nicht persönliche Beleidigung. Die Nachfrage war doch nur, ob man im Allgemeinen linke Arschlöcher genau als solche bezeichnen darf wie rechte Arschlöcher, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
--- Ende Zitat ---
Also, entschuldige, aber „Heultransen“ ist schon mal eine Nummer härter als „Linke Arschlöcher“ (kann man auch gerne sagen, habe ich kein Problem mit). Und welche rechten Arschlöcher ich damit meine, habe ich ja deutlich gemacht. Wer dann als Erstes lauthals einfordert, auch „Transe“ im Forum sagen zu dürfen, bei dem frage ich mich schon, wo der sich wohl auf der Skala sonst so verortet.
Für mich jedenfalls gebietet es die demokratische, gute Kinderstube Leute, die rassistische oder frauenfeindliche oder transfeindliche Narrative im Netz verbreiten als rechte Arschlöcher zu bezeichnen. Your mileage may vary.
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