Medien & Phantastik > Lesen
Reading Challenge 2026
Clawdeen:
8/40: Annika Hanke: Wild, Wild Ghost
Ich hatte mit ziemlich üblem Kitsch gerechnet und bin das Risiko eingegangen. Einmal, weil ich was Seichtes wollte, weil mir für alles andere derzeit sowohl Zeit als auch Nerven fehlen, allerdings auch, weil ich die Idee von Wild West plus Gespenstern interessant fand, Romanze hin oder her. Ist auch ein sehr neues Buch, ist erst am 31.3.26 erschienen.
Hat mich positiv überrascht. War bei weitem nicht so kitschig, wie ich vermutet hatte, und die Romanze ist zwar präsent, aber die Story rund um die Geister steht klar im Vordergrund. Auch der Abschluss konnte mich sogar ein bisschen überraschen. Seicht ist es trotzdem, aber das war ja auch meine Erwartung.
Sindaja:
Nochmal 3 Bücher...
10. Eric H. Cline: 1177 v. Chr. Der erste Untergang der Zivilisation
Interessantes Buch über die Zivilisationen im Mittelmeerraum und deren Untergang. Es werden viele Quellen genannt, viele Kulturen, von denen ich von der ein oder anderen auch noch nicht gehört habe. Einerseits wird ein spannendes Bild von vernetzten Kulturen gezeichnet, andererseits von den vielen Faktoren, die solche komplexen Systeme anfällig machen. Natürlich werden auch (vorsichtig) Parallelen zu unserer jetzigen vernetzten Welt gewogen. Mitnehmen: Die Kulturen sind damals, anders als lange gedacht (Seevölker, Vulkan, Erdbeben), nicht schlagartig untergegangen, sondern auch hier gab es eher Zeiträume des Zerfalls. Und aus ihrere „Asche“ entstanden andere Kulturen (wie z.B. das antike Greichenland, die Phoenizier,...)
11. Carlos Ruiz Zafon: Marina
Sehr schöner, poetischer Roman. Coming of Age, etwas magischer Realismus. Mehrere Liebes- und Lebensgeschichten, Es beginnt mit der Geschichte von Oscar und Marina, die gemeinsam Geschichte um Geschichte aufdecken während ihre eigene Geschichte ihren Lauf nimmt. Licht und Schatten bzw. auch Horror-Elemente, Umgang mit dem Thema Tod. Eine wichtige Nebenrolle spielt auch Barcelona, das ich aber nur kurz besucht habe und deshalb nur wenige Orte wiedererkenne.
12. Milena Michiko Flasar: Oben Erde, Unten Himmel
Ein Roman über Einsamkeit. Protagonistin ist Suzu, eine Japanerin, die in einer anonymen japanischen Großstadt lebt - allein mit ihrem Hamster. Das Leben beschert ihr einen Job als Reinigungskraft für Wohnungen von Kodokushi-Todesfällen, d.h. Menschen, die alleine in ihrer Wohnung verstorben sind und man erst spät aufgefunden hat. Sie wächst an der Aufgabe, sieht die Welt langsam mit anderen Augen und nimmt die Menschen in ihrer Umgebung mehr wahr. Ich fand es interessant zu lesen. Einsamkeit ist auch ein Thema in unserer Gesellschaft, auch wenn die Mentalität der Protagonistin vielleicht doch etwas anders ist als die mitteleuropäische. Ich kann mich nicht so sehr mit ihr indentifizieren, was aber auch daran liegen mag, dass sie charakterlich sehr anders ist als ich, aber trotzdem war es spannend, ihre Geschichte zu verfolgen. Es wird nicht propagiert, dass es "falsch" ist, alleine zu leben, oder das EInsamkeit an sich etwas "Schlechtes" ist, aber die Protagonistin findet zumindest über kollegiale Freundschaften einen Weg aus der Isolation und lernt Dinge wie "Mitgefühl" kennen. Angedeutet wird auch das Thema, dass in Japan vermehrt Rentner kriminell werden, um in Haft zu kommen, wo sie nicht so einsam sind...
Infernal Teddy:
Den Vortrag von Cline zum Buch gibt es übrigens auch auf YouTube - und der Mann hat daraus auch noch ein Comic für kids gemacht...
Sindaja:
Muss ich mal nach schauen!
Clawdeen:
9/40: Ursula Poznanski: Das Signal
Ich habe schon viele Bücher der Autorin gelesen und den ureigenen Mix aus Inhalten mit bestimmten Schwerpunkten immer gerne gemocht. Bei "Die Burg" musste ich mich an einen Stil, den ich als etwas anders empfunden habe, gewöhnen, aber unterm Strich fand ich den Roman dann doch ganz gut. "Das Signal" hingegen war jetzt das echt erste Buch von ihr, das mich enttäuscht hat. Zu viel kleinschrittiges Beobachten statt Pacing, zu viele rote Heringe und am Ende eine Auflösung, die ich dann doch etwas schwer verdaulich (im Sinne von unglaubwürdig) fand. Keine Chance, auf die "richtige" Lösung selbst zu kommen, viele Unschärfen, für mich auch durchaus offene Enden ein bisschen. Schade.
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