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Reading Challenge 2026

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Robert Paulson:
1+2 von 8:

Expanse Teil 6 Bablyons Asche und Teil 7 Persepolis erhebt sich

Nachdem Teil 4 für mich persönlich ein Tieferpunkt war, war 5 wieder ok. Teil 6 und 7 waren der Hammer. Richtig toll wie sich die Welt und Charakter weiter entwickeln. Ich bin auf die letzten 2 Teile gespannt. Für die Challenge muss ich mich ein bisschen ranhalten, leider war der Frühlingsurlaub etwas anders wie initial geplant - sonst wäre ich schon deutlich weiter.

Albrun Gebikung:
Hab jetzt das Erzferkel-Buch zur Seite gelegt und erstmal innerhalb 4  Tagen "Mord in Sunset Hall" durchgeschmökert. Wie leicht das ist, wenn das Buch mitreißend, humorvoll und spannend zugleich ist. Die Autorin, Leonie Swann hat das echt drauf. Wer "Glennkill" kennt, weiß, was ich meine..

8/17 erledigt

Clawdeen:

--- Zitat von: Menthir am 11.05.2026 | 11:56 ---#18 Tom Hillenbrand - Lieferdienst

Das Buch ist bemerkenswert unterhaltsam. Hillenbrand schreibt mit Rhythmus, Witz und einem feinen Gespür für groteske Überzeichnung. Die Kürze des Buches ist der Thematik, dem Tempo und der Auflösung des Buches mehr als angemessen und ich habe die kurze Lektüre sehr genossen. Insofern eine klare Leseempfehlung.

8 von 10 Punkten

--- Ende Zitat ---

Spannend, deine Eindrücke zu lesen. Hatte es vor 1-2 Jahren gelesen und mir hatte es gar nicht gefallen, weil ich es zu kurz fand bzw. zu "abgebrochen".

Menthir:

--- Zitat von: Clawdeen am 17.05.2026 | 08:11 ---Spannend, deine Eindrücke zu lesen. Hatte es vor 1-2 Jahren gelesen und mir hatte es gar nicht gefallen, weil ich es zu kurz fand bzw. zu "abgebrochen".

--- Ende Zitat ---

Ja, das ist der Eindruck, den das Buch wohl bei vielen hinterlassen hat. Ich fand es gerade dadurch rund. Hätte er ein Cyberpunk-Buch über die Nachfolge der Deutschen Bahn geschrieben, da hätte er sich seitenmäßig verspäten und das unnötig in die Länge ziehen dürfen. ;) So war es seinem Sujet angepasst.

Viele haben sich ja auch an der beinahe derogativen Sprache gegenüber weiblichen Figuren gestört, was ebenfalls eine häufige Kritik war.

Beide Kritikpunkte verstehe ich durchaus. Für mich waren sie hier nicht ausschlaggebend. :)

Menthir:
#21 Hauke Friederichs - Spielball der Politik - Eine kurze Geschichte der Bundeswehr

In diesem Werk gelingt Hauke Friederichs eine Darstellung der Bundeswehrgeschichte, die sich wohltuend von vielen publikumswirksamen Debatten über die Streitkräfte absetzt. Statt Skandale, Affären oder einzelne Fehltritte sensationsheischend auszuleuchten, richtet das Buch den Blick auf die tieferliegenden strukturellen, politischen und gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen die Bundeswehr seit ihrer Gründung agieren musste.

Friederichs zeichnet die Entwicklung der Bundeswehr nicht als lineare Erfolgsgeschichte, sondern als permanentes Spannungsfeld zwischen sicherheitspolitischen Anforderungen, parteipolitischen Interessen und gesellschaftlichem Wandel. Die Bundeswehr erscheint dabei glaubwürdig als Spielball der Politik. Reformen werden angestoßen und wieder verworfen, Sparzwänge dominieren strategische Überlegungen, und langfristige Planungen scheitern immer wieder an Legislaturperioden, wechselnden Regierungskoalitionen oder öffentlichen Stimmungslagen. Besonders überzeugend ist hierbei, dass der Autor keine einfache Schuldzuweisung betreibt. Weder werden einzelne Politiker zu alleinstehenden Sündenböcken stilisiert, noch verfällt das Buch in eine nostalgische Verklärung militärischer Vergangenheit.

Stattdessen entsteht ein differenziertes Bild institutioneller Probleme. U.a. die schwierige Einbindung der Bundeswehr in die demokratische Kultur der Bundesrepublik, das Spannungsverhältnis zwischen NATO-Verpflichtungen und innenpolitischer Zurückhaltung, die chronischen Beschaffungsprobleme sowie die Auswirkungen der Aussetzung der Wehrpflicht sind hier zu nennen. Friederichs verdeutlicht, dass die heutigen Schwierigkeiten Ergebnis jahrzehntelanger politischer Prioritätensetzungen sind und eben nicht bloß auf individuelles Versagen einzelner Minister oder Generäle zurückgehen, auch wenn diese auch eine Rolle spielen. Dadurch erhält das Buch eine analytische Tiefe.

Besonders positiv fällt also die ausgewogene Darstellung auf. Friederichs gelingt es, Kritik an politischen Fehlentscheidungen zu formulieren, ohne in polemische Schärfe abzugleiten. Ebenso beschreibt er Missstände innerhalb der Truppe klar und nachvollziehbar, ohne daraus ein pauschales Verdammungsurteil über die Bundeswehr abzuleiten. Gerade in einer Debattenlandschaft, die oft zwischen unkritischer Verteidigung und moralischer Totalabrechnung schwankt, wirkt dieser sachliche Ton angenehm. Das Buch gewinnt dadurch erheblich an Glaubwürdigkeit.

Auch stilistisch überzeugt die Darstellung weitgehend. Die Sprache bleibt zugänglich und journalistisch präzise, ohne sich in akademischer Schwerfälligkeit zu verlieren. Historische Entwicklungen werden kompakt erklärt und durch prägnante Beispiele greifbar gemacht. Besonders gelungen ist dabei die Verbindung größerer politischer Linien mit konkreten Auswirkungen auf die Truppe selbst. Dadurch bleibt das Buch trotz seines vergleichsweise knappen Umfangs inhaltlich dicht.

An der einen oder anderen Stelle hätte man sich etwas mehr Auseinandersetzung mit Themen gewünscht oder gern gesehen, dass sie das ganze Buch durchgezogen werden. Beispielhaft führe ich hier die Innere Führung an. Das Konzept spielt zurecht in den ersten Jahren eine sehr große Rolle. Wie dieses Thema nach der Wiedervereinigung weiterverfolgt wurde, spielt dagegen leider keine Rolle mehr. Hier hätte der ein oder andere Faden noch stärker zu Ende geführt werden können.

Insgesamt ist das Buch eine kluge, differenzierte und ausgesprochen lesenswerte Analyse der Bundeswehrgeschichte. Gerade durch die oben erwähnten Punkte gelingt ihm ein nachhaltiger Beitrag zur sicherheitspolitischen Debatte.

8 von 10 Punkten

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