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Was zeichnet Content Creator aus?
unicum:
--- Zitat von: Raven Nash am 9.01.2026 | 12:17 ---CC ist ein ziemlich weites Feld inzwischen, und wenn man es gut machen will, erfordert es schon einen journalistischen Zugang. Man will Informationen transportieren - egal welche, auch Unterhaltung ist Information - und genau das ist die Aufgabe eines CC.
--- Ende Zitat ---
Hm, ja - vieleicht. Ist die frage was "gut" ist - erfolgreich sind auch andere ohne journalistischen Background. Unterhaltung, ja manchmal Information auch manchmal aber - da bin ich wieder bei "gut", es ist auch bei den erfolgreichen CCs jede menge Mist dabei hier und da. Bei echten "Journalisten" im übrigen leider auch. Ich hätte liebend gerne Nachrichten/Information als Nachrichten/Information und nicht mit einer Meinung behaftet (oder wenigstes deutlich getrennt), denn Meinung kann (und will) ich mir selber machen. Da sehe ich das Problem Content ist eben auch Meinung. Und mit mancher Meinung kann man mir getrost den Buckel runterrutschen obwohl CC vieleicht tatsächlich etwas aussagt was mich interessiert, aber wenn ich merke das mir eine Meinung vermittelt werden soll bin ich schon knirschig.
Der Begirff ist mir auch etwas zu flapsig und nicht wirklich fassbar ein sehr grober überbegriff, was geht da alles rein? Wenn ich als Bäcker etwas backe dann hab ich auch Content (Brot) Created (erschaffen),... Der Begriff "Content Creator" hat für mich auch sowas von "Facility Manager" - also einfach nur wir nehmen einen englischen Begriff weil der sich Cooler anhört.
Also zu der Frage, was es auszeichnet: Wenn sich mir jemand vorstellt und sagt "Ich bin CC" dann sag ich wohl als erste "Und was machst du?" Weil alleine der Begriff ist für mich nichtssagend, das könnte vom Pornosternchen über Politiker bis zu ernsthaften freien Journalisten gehen.
Raven Nash:
--- Zitat von: unicum am 9.01.2026 | 14:08 ---Ich hätte liebend gerne Nachrichten/Information als Nachrichten/Information und nicht mit einer Meinung behaftet (oder wenigstes deutlich getrennt), denn Meinung kann (und will) ich mir selber machen.
--- Ende Zitat ---
Das ist aber ein Grundproblem der Kommunikationswissenschaft: Das ist nicht möglich.
Alles, was über eine dpa-Meldung hinausgeht (und selbst die oft) ist bereits gefärbt. Das kann gar nicht beabsichtigt sein, aber Menschen kommunizieren nunmal auf mehreren Ebenen. Wortwahl allein kann bereits eine Menge an unterbewusster Information transportieren.
Die Problematik insbesondere bei den ganzen YTbern liegt darin, dass hier Leute ihre Meinung als Nachrichten verkaufen können. Und, dass ihnen aufgrund von bloßer Sympathie Relevanz verliehen wird. "Der ist mir sympathisch, dem glaub ich." Da kann der noch so großen Bullshit verzapfen.
Ein weiteres Problem der CC sind die Reaction-Vids. Hier wird faktisch Content recycled - oftmals mehrfach. Ist eben viel einfacher ein Video zu machen, in dem man über ein anderes redet, als sich selbst neuen Content auszudenken.
1of3:
Content ist im Grunde die Sicht von Plattform-Betreibern auf das, was Nutzer*innen da treiben. Urheber ist ein Begriff aus dem Rechtswesen, das mir Rechte an einem Werk gibt, sofern es "Schöpfungshöhe" erreicht. Plattform-Betreibern ist nicht nur das Urheberrecht häufig egal, sondern auch welche Höhen oder nicht die eingereichten Beiträge erreichen.
Kennt ihr Leute, die sich selbst Content Creator nennen?
Die Beschreibung von der Arbeitsagentur kommt mir durchaus bekannt vor. Das hat mit der ursprünglichen Idee von Content nur insofern zu tun, dass der Content in Form und Inhalt egal ist. Es geht um den Aufbau und Interaktion mit einer Community. Wenn Leute diese Tätigkeiten im Angestelltenverhältnis ausüben, heißen sie dann auch meistens passender Community Manager. Oder tragen extra fancy eigene Titel.
Aus Sicht von Nutzenden ist der Begriff also relativ unnütz. Ich guck keinen "Content", aber gern Videos mit Dinosauriern. Ich patroniere keinen "Content", aber mehrere Webserials, die man zu Progression Fantasy rechnen könnte. Auf meinem RSS-Reader erscheint kein "Content", sondern z.B. Runaway to the Stars, aus welchem Grund ich mir überhaupt einen RSS-Reader installiert habe. Für Endverbraucher ist, was drin ist, von ganz enormer Bedeutung. Die meta-personale Beziehung kommt, wenn überhaupt, erst im nächsten Schritt.
Aus Sicht des Publikums sind da also Autor*innen, Künstler*innen, Expert*innen für bestimmte Gebiete.
Doc-Byte:
--- Zitat von: 1of3 am 9.01.2026 | 16:02 ---Content ist im Grunde die Sicht von Plattform-Betreibern auf das, was Nutzer*innen da treiben.
--- Ende Zitat ---
So rum wird ein Schuh daraus: "Content" ist der Inhalt von (vornehmlich "sozialen") Medien. Vergleichbar zum klasssichen linearen "Programm" von TV und Radio. Entsprechend ist ein "Content Creator" jemand, der diesen Inhalt erstellt und/oder dort veröffentlicht. Wiederum vergleichbar mit bspw. dem Radio Moderator, der eine Radiosendung produziert. Als Unterscheidungsmerkmal könnte man "Content" als dauerhaft(er) und "Programm" als live betrachten, aber dank Mediatheken und Livestreaming via Twitch und YT verschwimmen die Grenzen immer mehr. Ein weiterer Unterschied ist, dass der "Content Creator" idR selbständig ist und oft sogar noch zusätzlich Mitarbeiter (Kameraleute, Cutter) anstellt, während "Programm" tendenziell eher von großen Firmen (aka Sender, Netzwerke, etc.) mit/durch viele Angestellte produziert wird und dahinter keine einzelne Person oder sehr kleine Personengruppe als (Haupt)Produzenzent steckt.
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