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Eingangshürden der Vermarktung
Maarzan:
Nachdem "scamwarnung" zu ist und ein paar der dort aufgekommenen Fragen dort eh offtopic waren will ich diese hier stellen bzw. wieder aufgreifen.
Es geht hierbei um die Probleme, welche ein neues Spiel ohne starke Verlagsunterstützung hat sich auf dem Markt Präsenz und in Folge Absatz zu verschaffen.
[Skaeg] "Deine Erfahrung dürfte da nicht repräsentativ sein. Über die intensive (und an sich ebenfalls plagiierte) Werbekampagne insbesondere auf FB (jaja, Boomer-Social-Media, ist aber von der Reichweite her immer noch extrem relevant) wurde ausführlich berichtet. Ich habe selber auf FB auch diese Werbung bekommen.
Es ist schon reichlich naiv, anzunehmen, dass sich eine gut gemachte "labor of love" von Amateuren gegen ein seelenloses Plagiat, hinter dem aber Geld und Know-How zur Vermarktung stehen, durchsetzt - KI oder keine KI. "
[Tele]"Und die Folge ist völlig klar: Große Verlage werden wieder stärker werden, wie durch das Selfpublishing die großen Publikumsverlage zugelegt haben. Haben die Selfpublisher anfangs Kunden abgezogen und sogar neue Gruppen erschlossen, hat die Masse an Rotz dazu geführt, dass die Leute jetzt vor allem bei Verlagen kaufen, da diese ein Mindestmaß an Qualität garantieren. Ist wohl die moderne Form der Marktbereinigung. Bei AI wird das noch krasser werden. "
Meine Fragen dazu:
A) Wo hat der drüben kritisierte Vertreiber eigentlich das weitergehende Geld und die Möglichkeiten für Werbung her? Aus dem Rollenspiel selbst kann es doch eigentlich so schnell gar nicht kommen für einen Neueinsteiger, oder? Lohnt sich das überhaupt, denn der große Durchbruch war das doch anscheinend auch nicht.
B) Was kann ein anderer Neueinsteiger davon lernen, falls das wirklich so erfolgreich ist in der Wahrnehmbarkeit? Ist es überhaupt so erfolgreich oder profitiert es hier eher von der Aufregung?
C) Ist wirklich die Menge an Alternativen der Grund dafür? Und hat sich das jetzt mit dem beginn von KI wirklich relevant noch einmal verschlechtert gegen z.B. die D20 Schwemme?
Und ist die KI Qualität gegenüber z.B. den Werken der D20 Schwemme noch einmal wesentlich geringer geworden?
Ansonsten würde ich sogar annehmen, dass die Chancen von Kleinstanbietern aktuell gestiegen sind, da sie mit KI nun auf dem doch eigentlich Nebenschauplatz oberflächliche Optik nicht mehr so abfallen und damit eine Chance hätten über die (hoffentlich vorhandenen) Inhalte dann tatsächlich zu punkten.
Die notwendige Öffentlichkeitsarbeit ist natürlich immer noch eine Hürde für die öffentliche ahrnehmung, aber das gilt ja nicht erst seit gestern.
Zed:
Spannende Themen!
Bist Du Dir mit dem Threadtitel sicher? Ich erkenne in Deinem Beitrag nur eine Frage, die sich etwas von dem Fall, den der Professor und die Orkenspalter aufgedeckt haben, löst:
--- Zitat ---Was kann ein anderer Neueinsteiger davon lernen, falls das wirklich so erfolgreich ist in der Wahrnehmbarkeit?
--- Ende Zitat ---
Alles andere ruft doch eher zur Analyse des Falls auf.
Dazu zwei Punkte:
Grimm hat doch gezeigt, dass die rumänische Firma 2024 (?) auf eine Millionen Umsatz (oder war es Gewinn) gesprungen ist. Woher das Investitionskapital kommt? Wäre ich kriminell, würde ich das Geld aus alten Scams in neue stecken, wenn ich sie für vielversprechend halte.
Meine Kollegin hat mir gestern erzählt, dass ihre Familienfirma ein Werbevideo auf Insta mit 40.000 Aufrufen hat und dafür 1000€ an Insta gezahlt hat. (Zur Sicherheit frage ich die genauen Zahlen nochmal nach.)
Maarzan:
--- Zitat von: Zed am 14.01.2026 | 14:08 ---Bist Du Dir mit dem Threadtitel sicher? Ich erkenne in Deinem Beitrag nur eine Frage, die sich etwas von dem Fall, den der Professor und die Orkenspalter aufgedeckt haben, löst:
...
--- Ende Zitat ---
Der Fall drüben dreht sich ja eher um die weiteren - nebenbei: eigentlich KI-neutralen - Verfehlungen der Macher.
Ich würde gerne auch etwas zur Rolle der Übersättigung des Marktes auf die Chancen eines neuen "Indy"-Werkes lesen.
Und wenn, wie viel schlimmer es mit KI geworden ist oder ob da Leute hier auch weitere Änderungen in der Problematik sehen - ich habe ja schon die Angleichung des Zugangs zu Covern ähnlicher Attraktivität genannt.
Tele:
Ich habe mit Marketing und sogar den Verlagsbereich viel zu tun und für Indy Werke ist das die Katastrophe, die sich aber gerade erst anbahnt. Früher reichte eine gute Idee, der Wille durchzuhalten und wenig Marketing in den Multiplikatoren (Foren und Cons) und du könntest einige 100 Leute für dein Werk begeistern. Heute keine Chance, wenn du nicht weißt, wie du es verkaufst. Du erreichst deine Zielgruppe und die Multiplikatoren nicht mehr einfach so, denn sie sind übersättigt und misstrauisch. Das wird noch schlimmer. Der Buchmarkt zeigt es. Das hat sogar noch mehr Nebeneffekte, von denen man einige nutzen könnte, aber es ist schwieriger geworden.
unicum:
Ich glaube du brauchts heute Grippe,.. äh ich meine Influenza,... ach ihr wisst schon was ich meine.
Die wissen natürlich auch das ihre Reputation ihre Währung ist und müssen sich sicher sein das da nicht irgendwas Schmuh mäsiges dahinter steht. (also gib dei Zeug mal einfach an die Youtuber die sich in D mit RPG beschäftigen, Orkenspalter & Co,...)
Die alternative ist vieleicht ein großer Verlag. Wenn ich mir etwa Midgard anschaue dann hattes das kaum Werbung gemacht war auf den allgemienen Cons nicht sehr präsent, etc. Pegasus das nun Midgard in Lizenz rausbringt kann einfach auf der Spielemesse in Essen das Spiel puschen und jedem Brettspiel einen Flyer beilegen. Es hat auch zugriff auf eine Menge Suporter aus ihren Brettspielsachen die es ggf auch nutzen kann.
Aber ja ansonsten bin ich voll bei dem was Tele sagt auch wenn das Marketing von und ein paar hundert meter von mir weg ist.
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