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Eingangshürden der Vermarktung

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sma:

--- Zitat von: schneeland am 15.01.2026 | 23:06 ---Insofern ist m.E. die zentrale Herausforderung, mich davon überzeugen, dass es die Sache wert ist, meine (relativ kostbare) Freizeit in dieses Produkt zu stecken und nicht in eins der zahlreichen PDFs, die auf meiner Festplatte schlummern [...]. Ob das Ding dann 0€ kostet oder 5€ ist dann von untergeordneter Wichtigkeit.

--- Ende Zitat ---
Das sehe ich exakt genau so, komme aber zu einem anderen Schluss: Eben weil die 0€ oder 5€ da kaum eine Rolle spielen, wäre es unklug, sein Produkt für 0€ anzubieten, wenn auch 5€ als Impulskauf bezahlt würden – völlig unabhängig davon, ob nun meine Theorie richtig ist, dass einem bepreisten Produkt eine höhere Qualität zugeschrieben wird oder nicht.

schneeland:

--- Zitat von: sma am 16.01.2026 | 14:32 ---Das sehe ich exakt genau so, komme aber zu einem anderen Schluss: Eben weil die 0€ oder 5€ da kaum eine Rolle spielen, wäre es unklug, sein Produkt für 0€ anzubieten, wenn auch 5€ als Impulskauf bezahlt würden – völlig unabhängig davon, ob nun meine Theorie richtig ist, dass einem bepreisten Produkt eine höhere Qualität zugeschrieben wird oder nicht.

--- Ende Zitat ---

Ich glaube, da ist meine Perspektive allein schon deshalb anders, weil ich recht viel kostenlose und freie Software einsetze, die von hoher Qualität ist (teilweise höher als die von Bezahlprogrammen). Was ich gelten lassen würde: wenn man ein gutes Produkt hat, mit dem man regelmäßig Einnahmen erzielen kann, dann kann es vorteilhaft sein, diese Einnahmen auch tatsächlich zu realisieren, um sie anschließend in Folgeprodukte (z.B. mehr/bessere Illustrationen, besseres Layout, mehr Playtesting, etc.) und Werbung für diese zu investieren.

sma:

--- Zitat von: schneeland am 16.01.2026 | 15:13 ---Ich glaube, da ist meine Perspektive allein schon deshalb anders, weil ich recht viel kostenlose und freie Software einsetze, die von hoher Qualität ist (teilweise höher als die von Bezahlprogrammen)

--- Ende Zitat ---
Spannend. Das gelingt mir nicht. Wenn ich so überlege, ist nahezu alles, was ich regelmäßig nutze entweder Teil von macOS, kommerziell oder von Unternehmen gesponserte quelloffene Software, die das aus verschiedenen Gründen tun, aber wahrscheinlich nicht (nur) als altruistischen Motiven. Das fängt bei Visual Studio Code (Microsoft) und Chrome (Google) an, betrifft Werkzeuge wie git (Microsoft), SDKs wie Flutter (Google), Sprachen wie Go (Google) oder TypeScript (Microsoft), Laufzeitumgebungen wie Bun (Anthropic) oder Astro (gerade eben von Claudflaire) gekauft, React (Facebook), Next.JS (Vercel) usw. Oh, doch, Ghostty wurde altruistisch gebaut, weil der Entwickler durch Gründen und Verkauf von HashiCorp zum Multimillionär geworden ist. Das vieles davon nach dem bekannten Mime auf ansonsten unsichtbaren Bibliotheken, die von irgendwem irgendwann mal altruistisch gebaut wurde (xz z.B.) sei davon unbenommen. Daher hat sich bei mir die Einschätzung durchgesetzt, dass es kein tragbares Modell ist, wenn sich altruistische Opensource-Entwickler selbst ausbeuten, um dann ausgebrannt frustriert aufzugeben und auch Software sollte einen Preis haben. Und sei es eben, dass Microsoft mit Visual Studio Code es geschafft hat, die ihnen gegenüber vorherrschende negative Einstellung zu drehen.


--- Zitat ---Was ich gelten lassen würde: wenn man ein gutes Produkt hat, mit dem man regelmäßig Einnahmen erzielen kann, dann kann es vorteilhaft sein, diese Einnahmen auch tatsächlich zu realisieren, um sie anschließend in Folgeprodukte (z.B. mehr/bessere Illustrationen, besseres Layout, mehr Playtesting, etc.) und Werbung für diese zu investieren.

--- Ende Zitat ---

Genau dies ist notwendig, wenn man die Entwicklung von Rollenspielprodukten professionell machen will (in dem Sinne, dass man davon als Profession leben möchte).

Doc-Byte:

--- Zitat von: sma am 16.01.2026 | 14:29 ---Nutzt du einen Print-on-Demand Anbieter, machst du nur freiberufliche Arbeit, so weit ich weiß.
--- Ende Zitat ---

Immer wenn ich einen Kalkulator bei einem POD Anbieter anwerfe, kommen dabei absurd hohe Preise bei raus, die auch schon mal 3stellig waren. :o Würde ich selber (in Deutschland) drucken lassen, würde sich der Preis bzw. die Druckkosten für "einmal mit alles an Extras" schon ab 10 Exemplaren so um die 25€ rum einpendeln.


--- Zitat von: sma ---Als ich anfing, war alles total nervenzerreibend, aber inzwischen würde ich sagen, neue Firma gründen? Kein großes Ding ;) Mein Tipp wäre daher höchstens, es ist alles nicht so schlimm, wie es klingt. Aber ich stimme dir zu, für ein Hobby-Projekt lohnt der Aufwand nicht.
--- Ende Zitat ---

Mein größtes gedankliches Problem ist tatsächlich die Notwendigkeit, einen Adresse bei sowas veröffentlichen zu müssen, da ich dafür nur meine private Anschrift nutzen könnte. Und wir wissen alle, wie viele Spinner heutzutage in der Weltgeschichte herumlaufen, die man sicher nicht potentiell vor seiner Haustür stehen haben will... Klar gibt dafür auch wieder spezielle Dienstleister, aber das sind dann auch erstmal wieder zusätzliche Kosten. :-\


--- Zitat von: sma ---Beachte allerdings, es wird rein rechtlich nicht unterschieden zwischen Verkaufen oder Tausch gegen Spenden. Du kannst dann nur hoffen, unter dem Radar zu fliegen und (optional) dann Nebeneinkünfte bei der normalen Steuererklärung zu deklarieren.
--- Ende Zitat ---

Naja, wenn ich in ein kostenlos zur Verfügung gestelltes eBook einen Link für freiwillige Spenden packe, ist das ja theoretisch kein "Tausch", oder? :think: (Und ja, mir ist bewusst, dass man das Geld trotzdem bei den Steuern angeben muss.)
Das eigentliche Problem sind natürlich wirklich Printausgaben. Ich hab schon mal überlegt, ob man sowas als "Sammelbestellung" deklarieren könnte, wenn man keinen Gewinn daraus ziehen will und nur die Druckkosten plus ggf. Porto einsammelt. Aber das klingt irgendwie sehr nach Grauzone.


--- Zitat von: sma am 16.01.2026 | 14:32 ---Eben weil die 0€ oder 5€ da kaum eine Rolle spielen, wäre es unklug, sein Produkt für 0€ anzubieten, wenn auch 5€ als Impulskauf bezahlt würden – völlig unabhängig davon, ob nun meine Theorie richtig ist, dass einem bepreisten Produkt eine höhere Qualität zugeschrieben wird oder nicht.
--- Ende Zitat ---

Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass die Motivation ein eBook dann auch wirklich zu lesen höher ist, wenn man dafür etwas bezahlt hat, als wenn man es im Vorbeigehen kostenlos mitgenommen hat. Und als Herausgeber hat man ja eigentlich immer ein Interesse daran, dass sein Werk auch gelesen und bestenfalls auch genutzt wird.

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