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Enshrouded - deutsches Entwicklerstudio Keen Games mit Sitz in Frankfurt am Main
Blizzard:
Ich bin (schon) letztes Jahr auf Enshrouded aufmerksam geworden. Habe mir einige Videos dazu angesehen (Trailer, Spielszenen,etc.) und mir ein paar Reviews durchgelesen und dann beschlossen, mir das Game im EA zu holen...
Was wohl offensichtlich ein (großer) Fehler war. Und eigentlich hätte ich mir eine Demo gewünscht, die gab es aber nicht. Aber dazu später mehr.
Voller Vorfreude habe ich dann ein Spiel begonnen...und die Ernüchterung machte sich schon nach einigen wenigen Minuten breit. Denn abgesehen von kleineren Problemen mit der Steuerung wusste ich anfangs nie so recht, was ich eigentlich machen soll. Und noch viel schlimmer: Wo ich eigentlich hin soll bzw. muss. Am Anfang habe ich mich zuerst gefreut, dass ich eine vermeintliche Abkürzung entdeckt hätte...bis da halt ein Gegner kam und meinen Charakter mit ein paar wenigen Schlägen gekillt hat... ::)
Also nochmal neu angefangen, die Abkürzung gemieden, da lief es dann etwas besser...bis man in dieses Basiscamp(?) ganz am Anfang kommt. Da sollte ich dann von der (Haupt)Quest irgendwo hin laufen und iirc irgenwas suchen oder so...und bin halt ziel - und wahllos auf der Karte herumgerannt, und habe, was immer es auch war, nicht gefunden, weil mir auf der Karte auch plötzlich kein Ziel-oder Questmarker mehr angezeigt wurde. :q
Naja, irgendwann wurde es dann dunkel/Nacht und mein Charakter ist dann in kompletter Dunkelheit von irgendwelchen Monstern angegriffen worden. Da hatte ich absolut keine Chance, weil ich die Monster nicht gesehen habe und auch keine Lichtquelle mehr zur Verfügung hatte. Ich konnte auch nicht zum Basiscamp zurücklaufen, weil ich mich eh schon hoffnungslos auf der Karte verlaufen hatte und es eben auch noch stockdunkel war.
Danach hab' ich das Game sofort deinstalliert...Ich'brauch keine Dark Souls-Survival-Elemente in so einem Spiel.
Leider konnte ich das Spiel nicht mehr zurückgeben, da ich die Frist, in welcher man gekaufte Spiele bei Steam zurückgeben kann, um einige wenige Minuten überzogen hatte. Seither versauert das Teil -zu Recht - in meiner Bibliothek...
AfterBusiness:
mmhh.... ich werd mir ein Bild machen, wenn das Games "wirklich" released wird im Herbst 26. Ich denke "solo" ist es wahrscheinlich nicht so geeignet, obwohl viele tausende Stunden darin schon verbracht haben.
Werd das mit nem Online-Kumpel zocken.... dann schauen wir mal. 8)
Quaint:
Ich besitze das, aber noch nicht gespielt. Warte auf Release oder zumindest nette Mitspieler.
treslibras:
Ich habe es vor gut einem Jahr angefangen, da war es noch tatsächlich noch sehr "early access" - wobei man sagen muss, TECHNISCH war das Spiel schon damals super! Außer dass man in bestimmten Randgebieten vereinzelt noch "wegclippen" konnte, sind mir keine Bugs begegnet. Und selbst das war kein Drama, weil man bei Tod (auch selbstinduzierten) wieder in der Base/nächsten Flamme respawned, und das "dropped Item" placement auch schon perfekt funktionierte.
Vor ein paar Monaten habe ich es dann soweit gespielt wie es ging, das war kurz nach der Veröffentlichung des Wasser-Updates.
Das sind schon ca. hundert Stunden reingeflossen, das Spiel ist also auf jeden Fall auch jetzt schon sehr gut spielbar, kohärent und macht Spaß!
Spielerisch ist Enshrouded quasi Zelda - Breath of the Wild mit zusätzlich Basenbau und (simplen) Produktionsketten. Wer also davon träumt Zelda mit Building zu kombinieren, und/oder Zelda Kooperativ zu spielen, für den ist Enshrouded die absolut richtige Wahl.
Gegner und Ressourcen sind level-gebunden in festen Gebieten, die meisten Gebiete sind aber frei erreichbar, d.h. man kann sich von Anfang an weit trauen, höherlevellige Waffen looten - und sehr schnell sterben, oder man tastet sich halt Level für Level weiter raus. Die Ressourcen sind aber via das Schmiedesystem level-gebunden, d.h. es macht auch wenig Sinn, schnell weit raus zu gehen.
Das Produktionssystem ist mit NPC verbunden, die man retten kann, um damit dann sein Dorf zu bevölkern und Produktionssachen freizuschalten.
Es hat ein intuitives Skill-System, mit dem man sich in den drei Bereichen Nahmkampf, Fernkampf und Magiekampf verbessern kann.
Das Spiel spielt sich sehr gut Solo, aber soll wohl als Koop nochmal dazugewinnen.
Wo Enshrouded wirklich schwächelt, und sich damit auch klar negativ von Zelda absetzt, ist das Story-telling - die komplett über Text vermittelt wird, und der World-Impact. Es ist mitnichten so, dass man die Welt "befreit", alle Gegnertypen refreshen permanent, d.h. man kann den gleichen Boss auch mehrmals besiegen (und muss das manchmal auch, um z.B. Rüstungssets zu komplettieren). Es gibt kaum Rätsel, und wenn sind sie sehr banal. Das Skill/Charakter-System lässt auch keine echten/diskreten Builts zu, es gibt also keine Klassen/Archetypen mit exklusiven Skills, nur "Fokus".
Das Bauen ist komplexer aber auch etwas uneleganter als z.B. bei Valheim, aber es ist eher ein "viel" als ein "tief". Man kann zig verschiedene Mahlzeiten kochen, kocht aber eh immer nur die 3-4, die einem den höchsten Boost geben, selbstgebauten Waffen sind meist schlechter als die Boss loots, sobald man Rüstungssets voll hat, sind sie schon wieder obsolet.
Außerdem sind die Kämpfe meistens simpel weil einfach "druff, ausweichen/blocken, druff". - Das ist nicht per se schlecht.Wer vor allem Entdecken, Sammeln und Story vorantreiben will hat vielleicht gar kein Bedürfnis nach Elden Ring Kombos/Taktiken.
Das alles macht das Spiel aber sehr "gamey" und "immer gleich" , und wenig episch/geschichten-erzählend/rollenspielerisch.
ich wurde hauptsächlich durch Exploration und "brauche andere Ressourcen, um mein Dorf hübscher zu bauen" zum Weitermachen motiviert.
Wer das sehr mag, also Welten erkunden mit einem Mix aus Rollenspiel light, intensivem Basenbau, Sachen anfertigen und Sets sammeln, der ist bei Enshrouded sehr gut aufgehoben!
Und unabhängig davon, ob einem das Spielprinzip zusagt oder nicht, muss man einfach mal sagen, wie beeindruckend es ist, was ein kleines deutsches Studio in so kurzer Zeit auf die Beine stellen konnte, wo große Publisher an deutlich weniger breit aufgestellten Spielen regelmäßig versagen! Alleine deswegen ein Versuch wert, auch wenn man "auf der Kippe steht"?
avakar:
Ich spiele das Spiel seit etwa 2 Jahren solo und mit Freunden auf einem Server und habe knapp 300 Stunden in drei Spielständen auf der Uhr. Das ist eines der besten Spiele in den letzten Jahren, wie ich finde.
Ich würde es als Cozy-Survival-Exploration beschreiben, genau richtig für Leute um die 50, die abends gemütlich spielen wollen. Das Spiel ist vor allem nicht aufdringlich mit seinen Mechaniken und macht so vieles richtig, was in anderen Genrekandidaten nur nervt. Man braucht zwar eine Basis für einige Meilensteine, aber der Bau geht schnell und muss auch nicht hübsch sein. Wenn man nicht bauen will, dann legt man die Basis in eine vorhandene Ortschaft und nutzt die Gebäude dort für sich.
Waffen, Rüstungen und Verbrauchsmaterial findet man in der Welt oder stellt man bei freigeschalteten NSC in seiner Basis her. Verbrauchsmaterial außer Pfeilen, Verbänden und ggf. Dietrichen und Heiltränken braucht man nicht zwingend. Deren Herstellung ist primitiv und jederzeit direkt aus dem Charaktermenü oder der Stufe-0-Werkstatt machbar. Waffen nutzen sich ab und sind kostenlos durch einen Klick reparierbar. Reparaturstationen findet man in der Welt verteilt oder man benutzt die Stufe-0-Werkstatt dazu. Die Konsequenz davon ist, dass man auf längeren Streifzügen in der Welt entweder eine Werkstatt im Inventar mitnimmt oder mehrere Waffen trägt. Es gibt keine Gewichtsmechanik, sondern Slots & Stacks im Rucksack und in Lagertruhen.
Die Hunger- und Müde-Mechanik ist spielerfreundlich ausgelegt. Man kann sie einfach ignorieren und erhält dadurch keine Nachteile oder Abzüge. Essen und Ausgeruht geben nur Buffs.
Schnellreise ist flexibel und kostenlos und an den zentralen Fortschritt der Flammenaltäre gebunden. Der Flammenaltar ist Mittelpunkt einer Basis und Schnellreisepunkt zugleich. Am Flammenaltar kann die Stufe des Altars und die Weltstufe aufgelevelt werden. Höhere Altarstufe bedeutet lediglich mehr Bauplatz. Eine höhere Weltstufe erlaubt es, tiefer und länger in das Miasma zu steigen und mehr Flammenaltäre (bis zu 10) in der Welt beliebig zu verteilen und zu verschieben. Das sind dann die selbst gesetzten Schnellreisepunkte. Das Aufleveln der Weltstufe erfordert jeweils die Trophäe eines Bossgegners und eine Handvoll Ressourcen aus einem bestimmten Biom oder Levelbezirk. Damit sind die Progression der Welterkundung und der Fortschritt der Geschichte direkt mit dem Altar gekoppelt.
Man erhält auch gleich zu Spielbeginn die Möglichkeit, auf kurze Entfernungen oder von Höhen zu gleiten. Top.
Der Ressourcengrind ist nur ganz am Anfang spürbar und hält sich in Grenzen, wenn man nicht exzessiv seine Basis ausbauen und aufhübschen möchte. Wenn man craften will, dann sollte man sich mit den einfach gehaltenen Produktionsketten und deren Werkstätten beschäftigen. Das Herstellen von Zwischenprodukten dauert Zeit und läuft automatisch im Hintergrund. Die Umrechnungsfaktoren von Rohmaterial zu Endmaterial sind spielerfreundlich gestaltet.
Noch ein schöner Aspekt: Man kann mehr oder weniger kostenfrei seinen Charakter nach Lust und Laune umskillen. Das ist im Solospiel manchmal nützlich.
Die Kämpfe mit Gegnern im eigenen Levelbereich sind frei von Taktik oder KI-Skill. Höherstufige Gegner meidet man und wartet, bis man soweit ist mit Ausrüstung und Charakterlevel.
Negativpunkte gibt es auch. Bis zum letzten Patch musste man als Fernkämpfer mit Bogen Unmengen an Pfeilen produzieren. Jetzt gibt es „Ewigkeitspfeile“, die nie ausgehen, aber bei jedem Schuss Mana verbrauchen. Das ist dann wie beim Magier mit seinen Zaubern. Naja. Die Varianz der Gegner ist niedrig, aber von Patch zu Patch kommen neue Varianten dazu. Da die Weltbevölkerung ausgestorben ist, findet man keine bewohnten Ortschaften oder gar Händler, sondern ist immer alleine unterwegs und muss sich alles selbst beschaffen. Man findet in der Welt dann Seelen von NSC, die man in seiner Basis als NSC beschwört und damit seine Basis etwas bevölkern kann. Das ist Geschmackssache. Und dann gibt es immer den Vorwurf, dass die Klassen/Spielvarianten Magier, Fernkämpfer, Krieger nicht ausbalanciert wären. Das kann ich wenig nachvollziehen, auch nicht im Solospiel. Es gab einen Bossgegner, den man nur als Fernkämpfer überwältigen konnte, aber das wurde entschärft. Das Questlog im Zusammenspiel mit der Karte ist etwas gewöhnungsbedürftig. Am Anfang fand ich die Grafik zu comichaft, jetzt finde ich sie hübsch.
Überhaupt kann man über das Entwicklerstudio nichts Negatives sagen. Das Spiel war zu Beginn des Early Access schon vollständig und fehlerfrei spielbar. Danach kamen neue Biome und Rezepte hinzu. Andere verkaufen das als DLC. Jetzt am Ende wird noch Feinschliff betrieben, aber nichts, was sich grundlegend am Spiel ändert. Unsere Spielstände funktionieren seit Tag 0 durchgehend.
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