Medien & Phantastik > Lesen

SFantasy-Romane anthropologisch, soziologisch, First Contact mit Low Tech Kultur

(1/3) > >>

Sard:
Ich wollte immer mal mein Lieblings-Scifi-Genre irgendwie und irgendwo zusammentragen,
also mache ich das jetzt mal hier.

Worum geht es?
Es geht um Science-Fiction / Fantasy-Romane, die in irgendeiner Art und Weise
- das Aufeinandertreffen von Hochtechnologie oder eines Mitgliedes einer solchen (raumfahrenden) Kultur mit
- einer Welt mit Menschen oder anderen Spezies zum Thema haben und diese Kultur in einem wesentlich nierdrigeren Technologielevel verortet ist, zumeist irgenwie mittelalterlich oder sogar noch frühzeitlicher.
Mit in diesen Komplex möchte ich auch postapokalyptische Romane und Romanserien nehmen in denen inzwischen zu Low-Tech abgesunkene Kulturen auf Techniküberreste und auf Anwender bzw. Benutzer dieser Technikartefakte stoßen.

Geprägt hat mich da wohl mein allererster Science-Fiction-Roman, den ich als Jugendlicher gelesen habe

Jack Vance - Der Mann ohne Gesicht (The Anome)
und seine beiden Fortsetzungen Der Kampf um Durdane (The brave free Men) sowie Die Asutra (The Asutra),
gesammelt auch als die DURDANE-Trilogie

Weitere Romane, die in diesem Themenkomplex unterwegs sind:

Der Duncan-Zyklus von C. J. Cherryh "Die sterbenden Sonnen" Kesrith - Shon´jir und Kutath
aber auch ihr Morgaine-Zyklus.

Arkadi & Boris Strugazki: Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein

Alan-Dean-Fosters Trilogie Die Eissegler von Tran-ky-ky, Die Moulokin-Mission und Die Fahrt der Slanderscree.

Von einem inzwischen kaum mehr auffindbaren Péter Zsoldos die Trologie um den Raumfahrer Gregor Man und dem Schiff Wiking: Die Rückkehr der Wiking, Fernes Feuer Wiking II und Die letzte Versuchung Wiking III.

Auch Andreas Eschbachs Haarteppichknüpfer ist da recht nah dran.

Ein Beispiel für ein postapokalyptisches Erde-Settings liefert
Paul Osbourne Williams Pelbar-Zyklus

Ich habe jetzt nicht vor die Romane alle zusammenzufassen, vielmehr ist das hier als Sammlung gedacht.
Vielleicht findet sich ja noch jemand, die oder der meine Liebe für dieses Sub-Genre teilt und noch ein paar Perlen kennt.

WeepingElf:
Für dieses Genres gibt es im Englischen die Bezeichnung "Planetary Romance".

Da kenne ich ein Rollenspiel-Handbuch (habe ich sogar): GURPS Planet Krishna, nach den Viagens Interplanetarias-Geschichten von Lyon Sprague de Camp (die ich aber nicht kenne). Das ist im Prinzip eine grellbunte, exotische Low-Tech-Fantasywelt (zwar eigentlich ohne Magie, aber dadurch nicht weniger faszinierend, und die kann man natürlich "zuschalten" - ist halt GURPS), auf der Menschen von der Erde in einer alternativen Zukunft, in der sie über unterlichtschnelle interstellare Raumfahrt verfügen, einen Handelsstützpunkt errichtet haben. Gespielt habe ich das Ding aber noch nicht.

Ansonsten habe ich die Filme Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein (nach dem Strugatzki-Roman) und John Carter of Mars (nach den Barsoom-Geschichten von Edgar Rice Burroughs) gesehen, in beiden Fällen habe ich aber die Vorlagen noch nicht gelesen.

Andropinis:

--- Zitat von: Sard am 22.02.2026 | 12:54 ---...Mit in diesen Komplex möchte ich auch postapokalyptische Romane und Romanserien nehmen in denen inzwischen zu Low-Tech abgesunkene Kulturen auf Techniküberreste und auf Anwender bzw. Benutzer dieser Technikartefakte stoßen....

--- Ende Zitat ---

Mir fällt da das Buch der Schwerter ein von Saberhagen:

Das Buch der Schwerter - Fred Saberhagen

Die Welt wurde schon vor längerer Zeit durch einen Atomkrieg zerstört und es handelt sich mehr oder weniger um ein klassisches Fantasy Setting, wo gelangweilte Götter einen Haufen magische Schwerter in die Menschheit geben um mal zu schauen, was so alles passiert. Ab und zu trifft man auch auf Artefakte aus der alten Welt, wenn ich das Recht in Erinnerung habe.

Der jahrtausende zurückliegende Atomkrieg wurde von Saberhagen auch als "Empire of the East Serie" beschrieben und dazu gibt es sogar ein DCC Setting Buch:

Empire of the East von Fred Saberhagen

Empire of the East - DCC

Das Buch der Schwerter habe ich vor Ewigkeiten gelesen aber ich kann mich kaum noch dran erinnern, steht hier noch irgendwo rum, müsste es mal wieder lesen.

Ansonsten fallen mir zum Thema noch folgende Bücher ein (habe sie hier aber noch nicht gelesen):

Hiero's Reise und der Unvergessene Hiero von Sterling E. Lanier. Eine Inspiration für Gary Gygax und Gamma World.

Hiero's Journey von Sterling E. Lanier

Das große Abenteuer der Muntanten von Andre Norton:

Das große Abenteuer der Muntanten von Andre Norton

Am Morgen einer anderen Zeit bzw. das lange Morgen von Leigh Brackett:

Das lange Morgen von Leigh Brackett

Andropinis:
Von Numenera gibt es ja auch Romane, die passen natürlich ebenfalls in die Kategorie.

Andropinis:
Ich hatte an anderer Stelle auch mal eine Frage nach "Gamm World Style" Literatur gestellt und das war eine Antwort:


--- Zitat von: Faras Damion am 25.05.2025 | 00:22 ---Interessante Frage, die ich mal Chat-GPT gestellt habe. Hier die Antwort.

Ja, dein Wunsch nach postapokalyptischer Literatur im Stil von Gamma World, Mutant Crawl Classics (MCC) oder Thundarr the Barbarian – also Science-Fantasy mit Mutanten, vergessener Technik, barbarischer Wildheit und bizarrer Weirdness – grenzt das Feld tatsächlich stark ein. Das klassische „Atomkrieg, Verfall und Überleben“-Genre ist viel größer, aber deine Nische ist spezifischer und seltener.

Du hast mit Hiero's Journey, The Beast Master (Norton), und Mutantenwelt schon echte Klassiker im engeren Stil genannt. Hier ein paar weitere Empfehlungen, die ziemlich gut in diese „Gamma World“-artige Schiene passen oder zumindest nah dran sind:

📚 Romane & Buchreihen
1. The Dying Earth – Jack Vance

    Während nicht klassisch postapokalyptisch, ist es eine Mischung aus Fantasy und Sci-Fi auf einer uralten Erde, voll mit vergessener Technologie, seltsamen Mutationen und magischer Wissenschaft. Der Ton ist verspielt-bizarr und sehr passend zu Gamma World.

2. The Horseclans-Serie – Robert Adams

    Eine lange Reihe über barbarische Nomaden in einer postatomaren Zukunft Nordamerikas, mit Psi-Kräften, Mutanten, uralter Technik und jeder Menge Action.

3. After the Zap – Michael Armstrong

    Eine Welt nach einem katastrophalen „Zap“ (quasi Tech-GAU), voller Mutanten, seltsamer Technologien und fragmentierter Gesellschaften. Klassischer Pulp-Vibe, selten und unterschätzt.

4. Damnation Alley – Roger Zelazny

    Mehr "Mad Max"-Style, aber mit mutierten Kreaturen und tödlicher Weirdness. Nicht ganz Gamma World, aber ein Pionier in Richtung Sci-Fantasy Apokalypse.

5. The Iron Dream – Norman Spinrad

    Meta-Satire, aber der enthaltene fiktive Roman Lord of the Swastika liest sich wie eine total überdrehte, trashige, fast Gamma-World-artige Power-Fantasy – Mutanten, Superwaffen, böse Technos usw.

6. The Last Horizon – David Zindell

    Nicht direkt Gamma World, aber enthält viele Motive wie mystische Technologie, barbarische Krieger, Maschinen-Götter in der Zukunft. Eher episch, aber voller „Science-Fantasy“-Elemente.

📗 Jugend-/Pulpserien mit GW-Vibes
7. Deathlands-Serie – James Axler (u.a.)

    Eine riesige Pulp-Reihe (über 100 Bände!) mit starker GW-Stimmung: Mutanten, Barbaren, Relikttechnik, Psionik usw. Sehr trashig, aber sehr im Geist.

8. Outlanders – Fortsetzung von Deathlands

    Noch stärker in Richtung vergessene Tech, uralte KI-Komplexe, Genetik, mystische Mutanten. Viel näher an MCC/Gamma World als an „ernster“ Endzeit.

💥 Comics & Graphic Novels
9. Kamandi: The Last Boy on Earth – Jack Kirby

    DER Comic im „Gamma World“-Modus: Tier-Mutanten, untergegangene Zivilisation, Technik-Relikte. 70er-Jahre Kirby in Hochform – ein Muss.

10. Planet of the Apes (Comics & Romane)

    Besonders in den erweiterten Comics findest du oft Szenen, die stark an Gamma World erinnern: verfallene Technik, menschliche Relikte, Mutationen, Pseudowissenschaft.

🌀 Kuriositäten & Seltene Titel
11. Junkyard Planet (aka Citizen of the Galaxy) – H. Beam Piper

    Verschrobene, halb-zivilisierte Gesellschaften in fernen Kolonien mit überlebender Technik. Etwas weniger Mutanten, aber der Vibe passt.

12. Ralph Milne Farley’s Radio Man-Serie

    Ältere Pulp-Sci-Fantasy mit barocken Technologien und bizarren Gesellschaften – nicht direkt postapokalyptisch, aber stilistisch ähnlich.

Wenn du das Ganze noch breiter willst, könnte man auch Werke wie Gene Wolfe’s Book of the New Sun dazuzählen – mystisch, uralte Technik, verwirrende Zukunft – aber das driftet eher ins literarisch-verkopfte und weniger ins „Mutanten gegen Robohunde in Ruinen“-Spektrum.


Fazit:
Das „Science-Fantasy mit barbarer Postapokalypse, Mutanten, KI-Göttern und Laserwaffen“-Genre ist eine schräge Nische, aber es gibt Schätze. Wenn du auch offen für ältere Pulp-Geschichten bist oder Serien wie Deathlands magst, findest du dort am meisten „Gamma World“-Feeling.

Wenn du willst, kann ich dir auch ein paar dieser Titel sortiert nach Verfügbarkeit oder digitalem Zugang zusammenstellen. Interesse?

Fast alle kenne ich nicht, kann also keine Tipps geben.  :-\

--- Ende Zitat ---

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln