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Spielen zu Zeiten der Hanse
Grashoffer:
--- Zitat von: WulfBorzagh am 18.03.2026 | 20:28 ---Bier war einesd der zentralen Export- und Handelsgüter der Hanse. Ca 2 Million Liter wurden pro Jahr gehandelt. (Also im Schnitt etwa 10.000 Fässer oder das Äquivalent von knapp 35 vollbeladenen Koggen.)
Die Störtebecker Braumanufaktur macht zwar gute Biere, aber die meisten haben mit der Hanse nichts zu tun. Die verbreiteten Bierstile waren Grutbiere oder Keutebiere (Biere mit Kräutern anstelle Hopfen) . Bekommt man in den Niederlanden noch häufig, wie z.B. bei Jopen. Diese waren aber aufgrund des fehlenden Hopfens schlecht für den Export geeignet.
Hopfen war zwar bekannt und zur Blütezeit um 14 Hdrt. beliebt, aber noch nicht so verbreitet, wie man gerne glauben mag. Und das sog. Reinheitsgebot kam auch erst Anno 1516 bzw. 1487. Daher wurden dann die gehopften Biere populärer. Meist Sauergehopfte Biere, die keine spezielle / einheitliche Bezeichnung hatten.
Biere wurden i.d.R. nach Ihrer Herkunft oder dem Braumeister benannt (Braunschweiger Mumme oder Gose benannt nach dem Flüsschen Gose in der Nähe von Goslar z.B.)
Daher gilt dort der Sammelbegriff "Stadtbiere"
Dann erst kamen die sog. Exportbiere, die waren wie der Name schon sagt, für den Export vorgesehen. Etwas höherer Alkoholgehalt als ein Stadtbier. Die spätere Hansestadt Dortmund machte sich damit einen Namen.
Dazu noch Einbecker Biere aus der Stadt Einbeck (bzw. aus Bayern), auch Bockbiere genannt. Hat i.d.R. vieeel ALkohol (mehr als Export) = länger Haltbar.
Porter z.b. kam erst um 18 Huntert Piependeckel zur Blüte im Ostseeraum -> Baltic Porter
--- Ende Zitat ---
Schöner Abrisse. Prost!
Fuchs:
Ich würde das ganze aus dem 14. Jahrhundert ins 16. verlegen. Die Hanse ist immer noch mächtig aber es zeichnen sich tiefgreifende Veränderungen ab die langfristig zum Niedergang führen. Der deutsche Orden liegt schon darnieder und der Ordensstaat wird säkularisiert. Die von dir genannten Abenteuer Aufhänger wie Störtebeker etc. kannst du ja als mythische Figuren aufgreifen.
Für die übernatürlichen Aspekte kann man historisch wie popkulturell auf bekanntere Akteure zurückgreifen (z.B. Nostradamus, John Dee).
Schmalkaldischer Bund und der Konflikt mit Dänemark bieten Spionage Potenzial.
felixs:
Nicht uninteressant ist auch das Unwesen, welches der Deutsche Orden im Ostseeraum getrieben hat. Die Litauerkriege (14. JH) dürften einer der Höhepunkte sein.
Chaosium hat mit Crusaders of the Amber Coast auch ein Kampagnenbuch dafür geschrieben. Das ist insofern interessant, als dass darin Ideen enthalten sind, wie man die baltische Sagenwelt, magische Vorstellungen, Religion etc. einbauen kann. Man darf davon jetzt nicht zuviel erwarten, aber es sind ein paar nette Ideen enthalten. Ansonsten ist es rollenspielerisch vermutlich immer nützlich, einen Ordensstaat mit geistlich verbrämter Obrigkeit und allerhand Brimborium zu haben.
Für skrupellose Figuren gibt es auch auf beiden Seiten Aussicht auf Beute, Ruhm und alles andere, wofür Menschen zu jedem Dreck bereit sind.
Ildfus Mahler:
Wie schön! Das ist ein tolles Konzept und ein total spannendes Setting. Erinnert mich an eine einmal begonnene one-on-one Kampagne - die dann leider aus Zeitgründen nach zwei oder drei Sessions eingeschlafen ist. Da habe ich den Käptn eines kleinen Handelsschiffes (der Gischtsäufer) gespielt, der als Schmuggler, Händler und "Mann für alle Lebenslagen" unterwegs war, und schließlich von Königin Margarethe von Dänemark mit einer heiklen Mission beauftragt wurde... Vielleicht ist das ja ein Ansatz - die Party ist eine Schiffsbesatzung, die eigene Ziele verfolgt und zwischen den konkurrierenden Interessen der größeren und kleineren Mächtigen auf dem Baltik hin- und hergeworfen wird...
Zu Deiner allgemeinen Frage zur Inspiration: Ars Magica wurde schon erwähnt; deren Konzept des "Mythic Europe" könnte da gut passen und es gibt einige Quellenbücher, z.B. dieses.
Bin gespannt, wie es hier weiter geht. LG
Blechpirat:
Ihr seid toll!
Ich möchte einen starken Ordensstaat haben. Zum einen, weil es der Antagonist der magisch befähigten sein könnte. So fanatische "Paladine", die Hexen jagen (aber auch Monster), finde ich einen interessanten Ansatz. Auch politisch klingt es spannend, weil der Ordensstaat ja der einzige Flächenstaat war, der Mitglied der Hanse ist.
Zum anderen stelle ich mir als Charakter (wenn jemand anderes leitet) einen Ordensknappen vor, dem (zu Recht) Hexerei vorgeworfen wird und der nach Lübeck abgehauen ist.
Ansonsten stelle ich mir vor, dass die Charaktere anfangs sehr jung sind, und irgendwie in HL. Warum sie dort sind, und welche Beziehungen sie zu den Fraktionen haben, können sie im Rahmen der Charaktererstellung selbst festlegen.
Und dann könnte es so aussehen:
1. Leben in HL: Stadt kennenlernen, Vielleicht für die Fraktionen arbeiten, Leben im Mittelalter, Rolle der Kirche, Freiheit in der Stadt gegen Feudalsystem auf dem Land
2. Erste große Fahrt auf einer Handelskogge: Seereise, Seemonster, Fremde Kulturen
Und dann sehen wir mal, was die Spieler wollen und welche Motive sie entwickeln. Vielleicht hast du, Ghoul, ja Recht, und sie wollen doch Handeln. Oder auf "Friedensschiffen" arbeiten. Oder es wird total politisch, weil sie als Delegation zum Hansetag sollen. Ich bin gespannt!
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