Medien & Phantastik > Sehen, Lesen, Hören
Beobachtung in Blogs, Rezensionen usw.: Warum geht es nicht ohne Abwertung?
unicum:
Ich finde das zu oft veralgemeinert wird.
Es ist ein signifikanter unterschied zwischen "Das ist Schlecht" und "Ich finde das Schlecht".
Früher war Journalismus so das man versucht hat neutral zu bleiben, das finde ich heute kaum mehr im Jorunalismus selbst. In den ganzen Blogs und sogenannten "Sozialen" Medien (die ja auch irgendwie den Anspruch haben "Jornalistisch zu sein *hüstel*) wo man eben nicht mal den anspruch hat Neutral zu sein und seine Meinung darstellen kann wird das dann eben auch so benutzt das man seine persöhnliche Meinung veralgemeinert zu "Das ist so!"
Dies fördert dann Blasenbildung, du liest die "Medien" welche die gleiche Meinung haben wie du selbst. Das "über den Tellerrand schauen" wird immer schwerer. Die Agression nimmt zu und naja schauen wir uns um Populismus ist ja allenhalben auf dem Vormarsch.
Und dann ist da noch die Sache das "je agressiver man ist, desto mehr Klicks bekommt man" oder um beim Jornalismus zu bleiben: "Bad news is good news"
Und natürlich muss die eigene Meinung die richtige sein, deswegen müssen doch alle anderen Meinungen schlechter sein und haben deswegen eine Abwertung verdient! Das ist zum Teil recht einfache Psycologie. Ich würde da jezt auch nicht unbedingt Minderwertigkeitsgefühle darin vermuten sondern eher Narzissmus.
flaschengeist:
--- Zitat von: Sashael am 27.03.2026 | 08:49 ---Und ich habe dafür auch keine Erklärung. Abwertung von Anderen passiert normalerweise häufig aufgrund von mangelndem Selbstwertgefühl, um sich einzureden, dass man "besser" als die Anderen sei.
--- Ende Zitat ---
Ist doch eine passable, tragfähige Erklärung - wir müssen es imho nicht komplizierter machen als nötig. Ein weiterer Grund neben Marketing wäre mangelndes Orientierungs- und Kontrollerleben kombiniert mit der Lernerfahrung, dass Abwertung einem Macht über manche Menschen verleiht.
Edit
--- Zitat von: unicum am 27.03.2026 | 09:15 ---Ich würde da jezt auch nicht unbedingt Minderwertigkeitsgefühle darin vermuten sondern eher Narzissmus.
--- Ende Zitat ---
Narzisstisches Verhalten ist eine typische Kompensationsstrategie für Selbstwertprobleme (mit denen oft Minderwertigkeitsgefühle einhergehen). Kurzum: Hier haben wir also keinen Fall von "A oder B" sondern es gilt "A führt zu B".
Philipp.Baas:
10 Gründe, warum RPG-Rezensionen sich oft im Ton vergreifen. Nr. 6 wird dich überraschen...
First Orko:
--- Zitat von: Vash the stampede am 27.03.2026 | 08:24 ---Mir vergällt es dann ein Thema regelrecht. Dies gilt vor allem fürs Rollenspiel, wo ich die OSR Community für beinahe toxisch halte, weil ihre Vertreter und Claqueure ihre Sicht bejubeln und andere herabwürdigen. Wie unter zwang. Und ja, der Witz ist nun, zu sagen, sie tun es, weil sie halt recht haben. Haha, geiler Gag. Nicht.
Was bei mir hängen bleibt, ist das Gefühl von Personen zu bekommen, die sich selbst einreden müssen, dass sie toll sind, das Richtige tun oder an das Richtige glauben, aber nicht, weil sie davon überzeugt sind, sondern weil sie es sich selbst immer wieder einreden müssen. Und das ist unglaublich schade, weil die Ideen und Ergebnisse, die sie präsentieren, gut sind. Und sie können, ganz ohne Kontrast, gut sein.
Wie ist das für euch? Macht ihr eine ähnliche Beobachtung und wie ergeht es euch damit?
--- Ende Zitat ---
Geht mir genauso bei genau den von dir angesprochenen Beispielen im Rollenspielbereich - aber auch anderswo. Ich vermute, du kennst die Filmanalyse? Da frage ich mich ja auch mittlerweile, warum Wolfgang, der ja sehr genau weiß, was seine Filmvorlieben sind und da auf sich bezogen sehr geschmackssicher ist, immer wieder bestimmte Filme rezensiert wo imho von vornherein klar ist, dass es auf einen Verriss hinauslaufen wird. Ich vermute da eine Mischung aus sozialer Relevanz und dem Fakt, dass wir uns negative Dinge eher merken also letztlich wie alles online: Aufmerksamkeitökonomie. Lustig wird es, wenn dann dieselben Leute, die diese Ökonomie betreiben antikapitalistische Haltungen demonstrieren wollen ;D Manchen ist dieser Widerspruch selbst bewusst, Andere merken es selbst nicht. Es zieht sich imho aber durch alle Kanäle und ich bin dazu übergegangen, bei den eher informativeren zu bleiben und zBsp sowas wie "Laberpodcasts" wo vor dem Inhalt erstmal Community und damit quasi "Tribe"-Pflege vorgeschaltet ist, lehne ich sowieso ab.
Ich merke, dass dieser für mich dieser offensichtliche Mechanismus immer mehr dazu führt, dass ich die entsprechenden Quellen weniger bis gar nicht mehr konsumiere, je mehr diese Mechanik greift. Das geht mir im übrigen hier auch so, bestimmte Themen könnten für mich interessant sein, aber abwertend niedergeschriebene Haltungen verleiden es mir und ich bereue es jedes Mal, wenn ich mich doch zu Teilnahme hinreißen lasse :P
Ein Beispiel im Rollenspielbereich, wo ich es anders wahrnehme sind Die Teilzeithelden (Disclaimer: wo ich selbst eine Zeitlang geschrieben habe). Dort wird Wert gelegt auf eine möglichst(!*) neutrale bzw. mehrere Sichtweisen vereinende Berichterstattung. Das schlägt sich aber in den Kommentaren nieder: Da findet nämlich kaum was statt. Die meisten Kommentare erhalten sehr streitbare Themen oder (begründete) Verrisse - obwohl die Seite verhältnismäßig hohe Zugriffszahlen hat. Als Autor hat man dann das Gefühl, man bläst mit viel (wirklich VIEL!) Aufwand und Mühe was in den Äther und keinen interessierts. Das muss man schon aushalten können und ich kann mir vorstellen, dass da Viele sind, die Feedback erhoffen und dann früher oder später auch provozieren, bewusst oder unbewusst.
*Ich will hier in keinster Weise andeuten, dass das immer perfekt gelingt. Gerade Rezensionen können imho keinen neutralen Anspruch haben, man kann sich bei der Präsentation aber entsprechend Mühe geben und zumindest das wird versucht
ghoul:
Wo es um Clicks geht (Blogs, V-logs, soziale Medien, etc):
Rage Bait, Diss, Verrisse - bringen deutlich mehr Aufmerksamkeit ein als zahme und nüchterne Beiträge.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln