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Alle D&D-Neuheiten für 2027, die gestern auf der Gen Con vorgestellt wurden
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JohnLackland:
Was ich bei WoC aber nicht verstehe: Andere Verlage bringen in den Zeiträumen mehr und sehr oft bessere Produkte heraus, was die Qualität betrifft. Rechnet sich das Ganze für Hasbro eigentlich nur über die Masse der wenigen Produkte? Und wenn ja, wie? Ich meine die paar Ankündigungen, die gefeiert werden, als wären sie supertoll. Klar, das ist Marketing, aber das ist doch ein einziger Hype, oder? Das erinnert mich immer mehr an die Triple-A-Konsolen-/Computerspiele, die ganz toll sind und riesige Themenparks, die am Ende des Tages gut unterhalten, aber sonst keinen Mehrwert haben. So ein bisschen Popcorn-Rollenspiel.

Aber zurück zur Frage: Wie verdienen die mit so wenigen Produkten Geld?
nobody@home:

--- Zitat von: JohnLackland am  3.08.2026 | 10:58 ---Aber zurück zur Frage: Wie verdienen die mit so wenigen Produkten Geld?
--- Ende Zitat ---

Ich weiß nicht, ob sie das überhaupt großartig tun, oder ob sie ihr Geld statt dessen in erster Linie über Magic drucken und D&D einfach mehr als ein weiteres bekanntes Aushängeschild vor sich hertragen. Im letzteren Fall könnte ich mir als Nichtfachperson schon vorstellen, daß die jährliche D&D-Produktpalette hauptsächlich dazu da ist, die Marke selbst am Markt "lebendig" zu halten, ihre eigenen Produktions- und Transportkosten zu decken, und dann vielleicht noch, flapsig ausgedrückt, ein paar Dollar in die CEO-Kaffeekasse zu spülen...
tarinyon:

--- Zitat von: nobody@home am  3.08.2026 | 11:08 ---Ich weiß nicht, ob sie das überhaupt großartig tun, oder ob sie ihr Geld statt dessen in erster Linie über Magic drucken und D&D einfach mehr als ein weiteres bekanntes Aushängeschild vor sich hertragen. Im letzteren Fall könnte ich mir als Nichtfachperson schon vorstellen, daß die jährliche D&D-Produktpalette hauptsächlich dazu da ist, die Marke selbst am Markt "lebendig" zu halten, ihre eigenen Produktions- und Transportkosten zu decken, und dann vielleicht noch, flapsig ausgedrückt, ein paar Dollar in die CEO-Kaffeekasse zu spülen...

--- Ende Zitat ---

Das glaube ich auch. DND ist total egal denke ich. MtG wirft Kohle ab, sonst nix. Deswegen sind die ganzen Diskussionen über den impact von DND ultra affig. Total egal, ob brutal, Glücksbärchi whatever Setting. Bezogen auf den Markt für Boardgames und Kartenspiele hat das null Relevanz.

Vielleicht haben sie jetzt endlich gecheckt, dass das ein Nischenprodukt ist für Nischenpublikum. Da kann man auch mal experimentieren, finde ich.
sma:

--- Zitat von: nobody@home am  3.08.2026 | 11:08 ---Ich weiß nicht, ob sie das überhaupt großartig tun, oder ob sie ihr Geld statt dessen in erster Linie über Magic drucken und D&D einfach mehr als ein weiteres bekanntes Aushängeschild vor sich hertragen.

--- Ende Zitat ---
Der Umsatz mit D&D größer bei jedem anderen Rollenspielverlag, aber nicht mal 20% vom Gesamtumsatz von WotC. Der betrug 2025 etwa $2,1 Mrd, wovon $1,7 Mrd auf MtG fielen. Leider weist WotC in ihrer Bilanz die D&D-Umsätze nicht direkt aus, aber abzüglich von Monopoly Go müsste er etwa $250-300 Mio betragen haben.

Den größten Posten hier macht D&D Beyond aus. Darauf fallen ca. $150-200 Mio. Das setzt sich aus 1st Party-Verkäufen (also Regeln und Abenteuer), Umsatzbeteiligungen an 3rd-Verkäufen (dem Marktplatz) und Abos zusammen. Bei ca. 19 Mio Nutzern (die Zahl stammt von Ende 2024 und wahrscheinlich sind es noch mehr) kann man von 0,95 zahlenden Kunden ausgehen, wo man jetzt noch eine Verteilung zwischen Nutzern und GMs annehmen kann und dann bei $35-50 Mio ankommt. Die Aufteilung zwischen 1st und 3rd Party mag ich nicht schätzen.

Nehmen wir konservativ $250 und $150 Mio an, bleiben noch $100 Mio. Etwa $25 Mio kommt von Baldur's Gate 3. In 2023 waren es $90 Mio (!), in 2024 noch $35 Mio. Es wird weniger, aber gekauft und gespielt wird das immer noch.

Lizenzen lässt sich ansonsten kaum abschätzen. Was mit Miniaturen, Schmuck, Bettwäsche oder Flippern verdienen wird, kann jetzt nicht viel sein, aber die Masse macht's und das ist nun mal das Hauptgeschäft von Hasbro. Ich ziehe daher einfach mal weitere $25 Mio aus dem Hut.

Bleiben etwa $50 Mio für das klassische Verlagsgeschäft. Bei $15 pro Buch (Großhandelspreis) wären das dann ca. 3 Mio Bücher. Ich habe kurz gegoogelt und meine, 2025 sind 8 Bücher (bzw. eine Box) erschienen, was dann zusammen mit Verkäufen älterer Produkte eine Auflage von ca. 375.000 erfordern würde. Für jeden anderen Verlag völlig utopisch, aber bei D&D halte ich das für plausibel. Leider kann man die Anzahl aktiver Spieler auch nur schätzen, aber bei knapp 20 Mio D&D Beyond-Nutzern würde ich vorsichtig schon von 100 Mio weltweit ausgehen und dass dann 0,4% davon ein Buch kaufen ist dann eher eine Abschätzung nach unten.

Nachtrag: Ich habe die Behauptung gefunden, dass sich PHB und MM ca. je 1 Mio Mal in 2025 verkauft haben. Damit längen die anderen Bücher dann eher bei 100.000, was mir etwas realistischer erscheint, egal wie viele Millionen Spieler es geben mag.

Also ja, D&D bringt WotC aktuell noch nicht so viel, dass es wirklich interessant für den Konzern ist, daher reden die ja seit Jahren davon, dass es untermonetarisiert im Vergleich zu MtG ist, aber es ist wahrscheinlich mehr, als alle anderen Verlage zusammen umsetzen.

Zu beachten ist auch, dass sie mehr durch Umsatzbeteiligungen und Lizenzen umsetzen (BG3 hat ihnen zum Preis einiger Meetings und Verträge mindestens $150 Mio Umsatz und damit Gewinn gebracht) als mit eigenen Produkten, daher sind neue Bücher für sich auch gar nicht so wichtig. Diese dienen meiner Einschätzung nach eher dazu, D&D als Marke im Gespräch zu halten.
sma:

--- Zitat von: tarinyon am  3.08.2026 | 11:26 ---Bezogen auf den Markt für Boardgames und Kartenspiele hat das null Relevanz.

--- Ende Zitat ---
Im Rollenspielbereich dominiert D&D total, siehe mein anderes Posting.

Asmodee, der größte Brettspielverlag der Welt, hatte 2025 1,7 Mrd € ($2 Mrd) Umsatz. Das ist etwas weniger als WotC.

Den Gesamtumsatz im Brett- und Kartenspielsegment (ohne TCGs) schätzt man auf $10-20 Mrd, nehmen wir also einfach mal $15 Mrd als niedrigen Mittelwert. Wichtig: dies sind Einzelhandelspreise während Asmodee typischerweise an Großhändler verkauft und da nur ~1/2 des Endpreis rechnet. Von den $7,5 Mrd entfallen damit 25% auf Asmodee.

Ravensburger liegt übrigens bei 0,7 Mrd € ($0,8 Mrd),  wobei da natürlich auch deren Puzzle mitzählen. Dafür sah ich, dass die TCG-Umsätze zurückgingen, weil Lorcana schwächelt.

ICv2 schätzt den Umsatz mit Brett- und Kartenspielen inklusive TCG auf $3,7 Mrd und sagt, dass TCG mit 2/3 dominiert, d.h. "bereinigt" wären das $1,2 Mrd und ich denke es sind wieder Einzelhandelspreise. Und diese Zahl beinhaltet auch Rollenspiele, die ca. 14% ausmachen. Der größte Posten fällt übrigens auf "nicht sammelbare Miniaturen" mit 50% und damit kommen wir zu:

Games Workshop hat 2025 $0,8 Mrd Umsatz gemacht, 60% entfallen dabei auf "trade", d.h. das macht dann beim Endkunden knapp $1 Mrd für Miniaturen (und Farben und sonst so), also faktisch Warhammer 40K. Und davon gehen offenbar ca. 60% in die USA. Sie haben auch eigene Läden (201 davon in US/Kanada, 167 in EU, 134 in UK, 68 Rest), da sind es nochmal knapp $0,2 Mrd Endkundenumsatz, verliert sich aber in den restlichen eh gerundeten Zahlen.

ICv2 beachtet absichtlich keine Crowdfundings, weil die ein Händlerorgan sind (und das doof finden, rate ich mal). Ob die bei von ihnen geschätzen $168 Mio Einzelhandelsumsatz von Rollenspielen trotz Millionenumsätzen eine signifikate Rolle spielen, müsst ihr sagen. 10% von erreichen sie bestimmt locker, ohne dass ich jetzt nachgerechnet hätte, und ich rate, der Fehler in ihrer Messmethode ist eh deutlich höher. Aber zumindest hat man da ein paar Zahlen.


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